19schneehoizaSeibranz - Es ist ein Steckenpferd des Seibranzer Ortsvorstehers Thomas Wiest: Das Schneehoiza-Stellen kurz vor Beginn der Adventszeit. Und so traf er sich auch in diesem Jahr wieder am Samstagmorgen am Ortseingang aus Richtung Schloss Zeil, um gemeinsam mit dem Hoiza Spezialisten Josef „Sepp“ Locher die Seibranzer Spezialität auf zu stellen. Bild: Ortsvorsteher Thomas Wiest und Sepp Locher (rechts) sind die stolzen Macher des Schneehoiza Stellens



Zwar schneite es in diesem Jahr nicht, die herrschende Wetterlage kann am Besten mit dem schwäbischen „Grottenhagel“ umschrieben werden. Das hielt die beiden aber nicht davon ab, ihr Tagwerk zu vollbringen. Thomas Wiest gab mit dem Hoizalocher den Standort vor, während Sepp Locher mit seinem historischen Werkzeug den Hoizapfosten in das Erdreich trieb.


Und nebenbei noch Zeit hatte, Geschichten aus der Zeit zu erzählen, als die Heuernte noch auf diese Weise eingebracht wurde. Viele Leute waren damals Anfang der Fünfziger Jahre bei der Heuernte im Einsatz. Das Gras, es musste gemäht, gerecht und auf die Hoiza zum Trocknen gegeben werden. Und später von dort auf den Heuwagen geladen und eingebracht werden. Wochenlang war man damals mit der Ernte beschäftigt gewesen, in der heutigen hochtechnisierten Landwirtschaft nicht mehr denkbar.


Sepp Locher erinnert sich, dass einmal das Wetter so verheerend schlecht gewesen sei, dass man das Gras zuerst eingefahren habe und dann später vom Wagen herab auf die Hoiza gegeben habe. Während seiner Lehrzeit habe sein Bauer peinlichst darauf geachtet, dass ja jeder Grashalm eingesammelt und eingefahren wurde.


Der Begriff der Schneehoiza stammt wohl davon, dass es in Seibranz Mitte der 50er Jahre tatsächlich im Juli einmal auf das einfahrfertige Heu geschneit hatte. Und weil die Seibranzer immer damit aufgezogen wurden, hat es Thomas Wiest nach seinem Amtsantritt als Ortsvorsteher sich zur „Aufgabe“ gemacht, diese damals noch unfreiwillige „Tradition“ der Schneehoiza fort zu führen.


Das wichtigste Teil, das Hinweisschild „Seibranzer Schneehoiza“ steht auf jeden Fall schon einmal. Darauf haben Thomas Wiest und Sepp Locher sehr viel Sorgfalt verwendet, um Werbung für die Seibranzer Touristenattraktion zu machen. Einzig der dazu nötige Schnee lässt noch ein wenig auf sich warten. Aber Aussicht auf das eine oder andere „Karthäuserle“ machte dieses Manko mehr als wett.


Und im Anschluss konnte man sich im Stenes bei der zünftigen und vielbesungenen Metzelsuppe wieder aufwärmen.

 

Text und Bilder von Uli Gresser
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