24haidgauHaidgau - Zunächst mussten noch zusätzliche Sitzgelegenheiten herbei geschafft werden, so groß war der Andrang auf das diesjährige Jahreskonzert des Musikverein Haidgau. Die vielen fachkundigen Konzertbesucher sollten ihr Kommen nicht bereuen, hatten Dirigent Klaus Wachter und seine Musiker unter dem Motto „20.000 Meilen unter dem Meer“ wieder ein anspruchsvolles und sehr abwechslungsreiches Programm einstudiert. Bild: Katharina Fugunt bei der Ehrung von Charlie Dieng (rechts), der nach 37 Jahren seine aktive Musikerlaufbahn beim MV Haidgau beendet hat und von der Vorstandschaft v.l. Steffen Zachmann und Tobias Münsch im Rahmen des Konzertes zum Ehrenmitglied ernannt wurde

 

 

Mit dem Konzertmarsch „Sympatria“ ist dem jungen österreichische Komponisten Thomas Asanger, eine neue (musikalische) Definition des Begriffes Heimat gelungen. Er thematisiert auf musikalische Weise, dass Heimat weniger eine Frage der räumlichen Herkunft, sondern viel mehr der sozialen Zugehörigkeit ist. „Heimat ist dort, wo wir uns wohlfühlen.“ Ein Idealer Ausgangspunkt für eine musikalische Reise um die Welt. Nach der Begrüßung durch Vorstandsprecherin Katharina Fugunt – sie konnte u.a. zahlreiche Ehrenmitglieder, Ortsvorsteherin Ernestina Frick, Bürgermeisterin Alexandra Scherer sowie zahlreiche Musiker aus der Region in der Festhalle in Haidgau willkommen heißen – wurde es für die Musiker auf der Bühne richtig ernst.


Horst Dölle, viele Jahre stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender des Blasmusikkreisverbandes Ravensburg, hatte sich bereit erklärt kurz Einführungen vor den fünf Sätzen von „Of Sailors and Whales“ zu lesen. Und so las er kurze Passagen aus dem Roman „Moby Dick“ von Herman Melville zu den Sätzen Ishmael, Queequeg, Father Mapple, Ahab und The White Whale des epischen, 1990 veröffentlichen Werkes von William Francis McBeth. Es schien fast so, als habe Dirigent Klaus Wachter plötzlich vier Arme. Insbesondere beim letzten dramatischen Satz war wegen der hochkomplexen Melodienführungen bei den einzelnen Registern sein ganzer Körpereinsatz gefordert.


Nach diesem ersten dramatischen Höhepunkt ging die Reise der „MV Haidgau Nautilus“ in ruhigere Gewässer. Mit der ursprünglich von Carl Wittrock für Brass-Band geschriebenen Komposition„Antarctica“ zeichneten die Musiker um Klaus Wachter ein faszinierendes musikalisches Landschaftsgemälde des „sechsten“ Kontinentes. Die beiden neuen Moderatoren Johanna Dieng und Daniel Rold erzählten über das letzte Stück „la Mer“ vor der wohlverdienten Pause, dass das 1943 von dem französichen Chansonnier Charles Trenet geschriebene Lied zu einem der bekanntesten französischen Chansons entwickelt hat. Das Lied klang auch bei den Haidgauern nach ganz entspanntem Bigbandsound.


„Concertino“ – erneut ein Stück von Thomas Asanger – wurde in den Solopartien von Familie Krug dominiert: Rica Krug begeisterte Publikum und Dirigent mit ihrer Klarinetten-Solopartie, Vater Ralf stand ihr bei seinem Bassklarinettensolo in nichts nach. Langanhaltender Applaus war der gerechte Lohn für ihre makellose Performance. Wer kennt sie nicht, die Popsongs, mit denen die amerikanische Kultband Toto Anfang der achtziger Jahre die Charts stürmte, z.B. „Africa“ oder „Rosanna“.


Nachdem „Africa“ in der Netflix Serie „Stranger things“ 2017 eine prominente Rolle spielte, war das Toto Revival nicht mehr aufzuhalten. Folglich machte auch die „Nautilus“ mit „Toto in Concert“ in Afrika Station. Dass die Texte etwa von „Rosanna“ durchaus ernste Hintergründe haben, darauf wiesen die beiden Ansager Dieng und Rold das Publikum hin, ehe die Musiker in tief in die Welt von Toto eintauchten. Vor dem letzten Stück, ebenfalls ein Medley der deutschen Folk-, Rock- und Popgruppe „Santiano“, dankte Katharina Fugunt Dirigent Klaus Wachter und Horst Dölle persönlich, den Musikern, Jungmusikern, die ihre Konzertpremiere erlebten, den Gastmusikern sowie allen Helfern, die in irgendeiner Form zum Gelingen dieses Konzertabends beigetragen hatten.


Doch auch nach dem letzten Programmstück war noch nicht Schluss: Nachdem das Publikum vehement eine Zugabe gefordert hatte, fasste Katharina Fugunt in Reimform die Haidgauer Zeit von Karl „Charlie“ Dieng zusammen, der nach 50 Jahren aktiven Musizierens, davon 37 Jahre in Haidgau, beim diesjährigen Sommerabendkonzert seinen Abschied als aktiver Musiker verkündet hatte. Doch noch einmal griff er bei der ersten Zugabe zu den Drumsticks, denn die „Karlspolka“ von Josef Poncar hatte er selbst dem Musikverein gesponsert. Gerne räumten seine Nachfolger im Schlagzeugregister, die er zum großen Teil selbst ausgebildet hatte, ihm den Platz am Schlagzeug.


Mit dem ruhigen Schweizer Volkslied „S´isch äbe-ne-Mönsch uf Ärde“ beendete Klaus Wachter und der Musikverein Haidgau sein sehr emotionales und mit viel Beifall bedachtes Jahreskonzert.




Bricht und Bilder Ulrich Gresser


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