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Eintürnen - Der Musikverein Eintürnen entwickelt sich unter seinem Dirigenten Alexander Dreher immer mehr zu einem Publikumsmagneten: Zu seinem diesjährigen Herbstkonzert, bei dem Klaus Wachter als Vertreter des Blasmusikkreisverbandes langjährige Musiker für 305 Jahre Treue zur Blasmusik ehren konnte, reichte die übliche Sitzplatzkapazität der Festhalle Eintürnenberg vorne und hinten nicht aus, es mussten zusätzliche Stühle vor Konzertbeginn aufgestellt werden.  Bild: 305 Jahre im Dienste der Blasmusik auf einem Foto

 

 

Die Musiker des Musikvereines konnten sich über den tollen Publikumszuspruch freuen, Vorstand Roland Schmid konnte neben vielen Ehrenmitgliedern auch zahlreiche Vertreter von den umliegenden Musikvereinen begrüßen, darunter auch Petra Springer, Dirigentin der Stadtkapelle Bad Wurzach und seit einem halben Jahr auch die Leiterin der dortigen Jugendmusikschule, begrüßen.

 


Mit „Beyond the Horizon“ von Rossano Galante beschreibt der amerikanische Komponist in seiner Komposition aus dem Jahre 2009 mit majestätischen Fanfaren und mitreißenden Melodielinien in zwei Hauptthemen ein musikalisches Bild von einem atemberaubenden Horizont.

Der dickste Brocken beim diesjährigen Herbstkonzert war für die 43 Musiker und ihren musikalischen Leiter sicher „Homeland“, mit dem der österreichische Komponist Otto M. Schwarz der Schönheit seiner eigenen Heimat ein musikalisches Denkmal setzte. Das Werk beschreibt das Gebiet der Hohen Tauern, das nach amerikanischem Vorbild 1913 zum ersten Naturpark Europas erklärt wurde. Dass die alten Berge, Gletscher, die einheimischen Tierarten und die berühmten Krimmler Wasserfälle ein beeindruckendes Naturschauspiel bieten, das es zu schützen gilt, konnte man aus der mitreißenden Interpretation der Eintürner Musiker sehr gut heraushören. Auch den Konflikt zwischen Naturschutz und Energiegewinnung andererseits arbeitete die Musikkapelle hervorragend heraus.

Deutlich spürbar war dann im weiteren Verlauf des Konzertes, wie die bis dato herrschende leicht nervöse Anspannung nach Homeland von der Kapelle abfiel.

 

Ebenfalls ein musikalisches Denkmal setzte Thomas Asanger seiner 2017 im hohen Alter von 20 Jahren verstorbenen Katze „Nora“. In der gleichnamigen Komposition beschreibt er die vielschichtigen Charakterzüge eines Vierbeiners – mal ganz ruhig und nachdenklich und in einem anderen Moment verspielt und ungestüm.

Mit dem Marsch „In Treue fest“ vom Schöpfer des Marsches schlechthin, „Alte Kameraden“ Carl Teike verabschiedeten sich die Musiker in die Pause, wo sie dem Publikum die obligatorischen „Saiten“ servierten.

Fast spürbar war das Motto der Auftaktkomposition, mit der Alexander Dreher und seine Musiker den zweiten Teil ihres Konzertes angingen: „Musik liegt in der Luft“, die Titelmelodie des Fernsehwunschkonzertes, mit dem Moderatorenlegende Dieter Thomas Heck in den 90er Jahren die Musikfans vor den Bildschirm lockte.

 

Mit Adele 21 brachte die Musikkapelle drei der größten Hits „Set fire to the rain, Someone like you, Rollin in the deep“ eines der Superstars der internationalen Charts während des vergangenen Jahrzehnts zu Gehör: Adele. Das – für den Titelsong des James Bondfilmes „Skyfall“– mit dem Oskar ausgezeichnete Ausnahmetalent hat schon Millionen Tonträger verkauft, und das mit gerade einmal 31 Jahren. Hanna Traub konnte sich bei Someone like you mit ihrem Saxophon als Solistin auszeichnen.

 

Ebenfalls als Solistin auszeichnen konnte sich Annkathrin Häfele. Mit dem von den Drifters 1964 zum Welthit gemachten „Under the Boardwalk“ bekam die Flügelhornistin ganz besonders viel Applaus, denn nicht nur, dass sie die Noten für das Stück dem Verein spendiert hatte, sondern darüberhinaus spielte sie es auch noch auswendig. Kein Wunder, dass sie dafür von Alexander Dreher als Belohnung eine spontane Umarmung erhielt.

Apropos Noten-Sponsoring: Dem Musikverein war es auch in diesem Jahr gelungen, für jedes gespielte Stück einen Sponsor anzusprechen. Dafür dankten Ines Bott, die wieder souverän durchs Programm führte und Vorstand Roland Schmid am Ende des Programmes den Notenspendern noch einmal ausdrücklich.

 

„Baba Yetu“ was auf swahihli für „Vater Unser“ steht, hat eine interessante Geschichte: Das von Christopher Tin ursprünglich für das Computerspiel „Civilisation IV“ komponierte Stück, gewann 2011 sogar einen Grammy und bekam dafür sogar einen Eintrag ins „Guinness Buch der Rekorde“.

 

Mit der Musik der weltweit erfolgreichsten Tanzshow „Lord of the dance“ wollten sich die Musiker eigentlich verabschieden. Doch da hatten sie die Rechnung ohne die fachkundigen und begeisterten Zuhörer gemacht. Bei „Der Märchenkönig“ von Timo Dellweg dürfte Marsch-Fan Klaus Wachter, der die Ehrungen der verdienten Musiker vornahm, das Herz aufgegangen sein. Und „Rosamunde“ – auch als Bierfass-Polka in Musikerkreisen bekannt, kennt hierzulande eh jedes Kind.

 

 

Klaus Wachter, stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender und Chef des Bezirkes Allgäu, eröffnete die Ehrungen mit dem aus den römischen Amphitheatern bekannten Satz „Lasst die Spiele beginnen.“ Kein anderer Satz sei treffender für das jeweils die Konzertsaison eröffnende Konzert in Eintürnen.

Er freute sich, Ehrungen für sage und schreibe 305 Jahre zum Wohle der Blasmusik vornehmen zu können. „Und dass die Musik hier in Eintürnen einen ganz hohen Stellenwert besitzt, das beweist dieser wunderbare Abend.“

Mit den kurzweilig vorgetragenen, mit vielen Bonmonts gewürzten Biografien zum musikalischen Werdegang der zu Ehrenden, wandelte Wachter eindeutig auf den Spuren des bereits zu Lebzeiten legendären Ehrenvorstander der Blasmusiker im Landkreis, Josef Mütz.

 

 

Mit der Ehrennadel in Bronze des Blasmusikverbandes für 10 Jahre wurde ausgezeichnet: Daniela Brauchle

Mit der Ehrennadel in Silber des Blasmusikverbandes für 20 Jahre bez. 25 Jahre aktive Tätigkeit wurden ausgezeichnet: 20 Jahre: Ines Bott, Katja Buhmann, Sabrina Schele.

25 Jahre: Josef Schele, Florian Weber und Vorstand Roland Schmid

Mit der Ehrennadel in Gold mit Urkunde des Blasmusikverbandes wurden für 30 Jahre aktive Tätigkeit wurden ausgezeichnet: Sabine Seiler und Roland Weber

 

Mit der Ehrennadel in Gold mit Diamant und Ehrenbrief des Blasmusikverbandes für 50 Jahre aktive Tätigkeit wurden ausgezeichnet:

Hermann Binzer, der 1968 mit dem Tenorhorn anfing und bereits ein Jahr später zur Kapelle geholt wurde. Kurz darauf musste er auf das Es-Horn umlernen, dem er bis heute treu geblieben ist. Alle drei Kinder spielen in der Kapelle des fleißigen Probenbesuchers, der auch schon mal die Musik über die eigene Gesundheit stellt.

Arthur Bott, spielt seit seinen Anfängen 1968 die Posaune. „Er ist eine Identifikationsfigur des Vereines durch seine insgesamt 30 Jahre lange Tätigkeit als Vorstand.“ Er ist der Handwerksmeister des Musikvereines. Größten Respekt verdient, dass er von den 51 Jahren als Musiker 41 Jahre lang ehrenamtliche Aufgaben übernahm. Auch bei ihm sind alle Kinder fester Bestandteil des Musikvereines.

 

 

Eine besondere Ehre wurde Dirigent Alexander Dreher zuteil: Für seine 25jährige Dirigententätigkeit erhielt er von Klaus Wachter die Dirigentennadel in Gold mit Diamant ans Revers der Uniform geheftet. Er begann seine musikalische Laufbahn bereits 1978 mit Melodika-, Blockflöten- und Akkordeonunterricht. 1992 begann seine Dirigententätigkeit beim MV Vilsingen als Dirigent der Jugendkapelle. Von 1994 bis 2014 Dirigent des MV Bergatreute.

Seit 2015 ist Dreher Dirigent des MV Eintürnen, „ein absoluter Glücksgriff für Eintürnen.“ Mit ihm schaffte Eintürnen beim Wertungsspiel des Kreismusikfestes 2018 in Haidgau in der Oberstufe das Prädikat „hervorragend“ und damit den bis dato größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

 

Das war für Klaus Wachter Anlass, ganz in der Tradition von Josef Mütz, dem Geehrten eine Dose „heiliger Leberwurst“ aus der Klostermetzgerei von Kloster Reute zu überreichen.

 

Text und Bilder von Uli Gresser

 

    

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