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Arnach - Bei ihrem jährlichen Frühjahrskonzert im Kurhaus im Kurpark in Bad Wurzach stand für den Musikverein Arnach die Musik ausnahmsweise erst an zweiter Stelle. Neben dem Dirigentenwechsel standen nämlich auch außergewöhnliche Ehrungen im Mittelpunkt. Bild: 150 Jahre für die Musik: v.l. Josef Kible, Joachim Weiß, Xare Miller und Heribert Maier.

 

Vorstandssprecher Armin Hummel konnte zu dem denkwürdigen Konzert neben zahlreichen Ehrenmitgliedern den stellvertretenden Vorsitzenden des Blasmusikkreisverbandes Heribert Maier, Pfarrer Paul Notz auch Bürgermeisterin Alexandra Scherer begrüßen. Er erklärte den Ablauf des Konzertes bei dem die Musik im brechend vollen Kursaal zunächst die zweite Geige spielen sollte.

 

Nach dem sinnbildlichen, musikalischen Auftakt, dem Konzertmarsch „Sympatria“ des österreichischen Komponisten Thomas Asanger, der mit dem Werk seine Heimatdefinition – Heimat ist weniger eine Frage der räumlichen Herkunft als vielmehr der sozialen Zugehörigkeit – musikalisch thematisiert, geleitet vom scheidenden Dirigenten Joachim Weiß, übernahm der „Neue“ Julian Bucher für zwei Stücke das musikalische Kommando.

 

Bereits bei „Dance from the East“ aus der Feder von Thomas Doss, ebenfalls ein österreichischer Komponist und Dirigent, konnte der neue Leiter des Musikvereines seine musikalische Herkunft nicht verleugnen , Tempo und Dynamik steigerten sich im Tanz immer mehr und entfachten eine wilde Leidenschaft, der sich Musiker und Zuhörer nur schwer entziehen konnten. Denn Julian Bucher hat an der Hochschule für Musik in Trossingen im Fach Schlagzeug studiert. Mittlerweile ist er als Schlagzeuglehrer an der Musikschule Tettnang angestellt und leitete die Stadtkapelle Tettnang bis zum vergangenen Jahr.

Mit „Adventure!“ hat der deutsche Komponist und Musiker Markus Götz eine fiktive Filmmusik für einen typischen Abenteuerfilm, in dem der Held am Ende mit der Liebe einer Prinzessin belohnt wird, geschaffen.

 

Nach 13 Jahren als musikalischer Leiter des Musikvereines gab Joachim Weiß vor allem aus Termingründen wegen seiner vielfältigen beruflichen und anderen musikalischen Verpflichtungen den Taktstock an Julian Bucher weiter, wie Armin Hummel in seiner Laudation sagte. Ein Traum von „Jo“ Weiß sei es einmal das Matterhorn zu besteigen. Diesen Wunsch konnte ihm der MV Arnach nicht erfüllen, dafür aber erhielt er einen Gutschein für einen Ausflug auf das „Matterhorn der Bodenseeregion“, den Säntis.

 

Ein letztes Mal schwang Weiß beim begeisternden „A Tribute to Lionel“ zum Abschluss des ersten Konzertteiles mit der 20jährigen Solistin Julia Hengge am brandneuen vereinseigenen und ganz speziellen Vibraphon den Taktstock. Jugend wird im MV Arnach groß geschrieben, denn mit Tubist Magnus Räth war auch der Ansager des Konzertes noch ein Teenager.“ Mit einem der bekanntesten Tänze „Mambo“ aus der West Side Story von Leonard Bernstein kamen die Musiker aus der Pause zurück, dem sie die „Forrest Gump Suite" von Alan Silvestri im Arrangement von Henk Hummels folgen ließen.

 

150 Lebensjahre für die Musik zu Ehren galt es für Heribert Maier, den Vertreter des Blasmusikkreisverbandes. Für 30 Jahre Dirigieren ehrte er Joachim Weiß mit der Dirigentennadel mit Diamant und Ehrenbrief. Weiß begann seine Dirigentenlaufbahn bei der Musikkapelle Eggmannsried, die er von 1986 bis 1992 leitete, anschließend war 11 Jahre Dirigent Eberhardzell. Von 2000 bis 2006 leitete er die Musikkapelle in Berkheim, ehe er 2006 den MV Arnach übernahm. Zusätzlich übernahm er 2014 die Stadtkapelle Bad Waldsee. Er ist außerdem Mitglied der Brass-Band Allgäu-Oberschwaben und bei Südwind.

 

Josef Kible spielt seit 1969 Posaune beim MV, damals als Einzelkämpfer seines Jahrganges, inzwischen gemeinsam mit seinen Kindern Armin und Kathrin. Neben der Musik ist Kible Chef-Elektriker und Wasser-Techniker bei vielen Events. Er war einige Jahre mit 100% Probenkönig. Für seine 50 Jahre Treue zur Musik erhielt Kible die Ehrennadel in Gold mit Diamant des Landesblasmusikverbandes.

 

Knapp die Hälfte der 150 Jahren gehen allerdings auf das Konto von Franz-Xaver „Xare“ Miller. Der seit 1949 aktive Trompeter war als Jungmusikant beim Neuanfang nach dem Krieg dabei. Er ist der älteste aktive Musikant der Großgemeinde Bad Wurzach und auch mit 83 Jahren noch als Fußballschiedsrichter unterwegs. Das Ehrenmitglied im Kreisverband ist über 40 Jahre Weinhändler und Getränkebesorger in der Festhalle gewesen. Sein musikalisches Markenzeichen: Xare ist auch nach 70 Jahren immer noch auf der Suche nach dem richtigen Mundstück für seine Trompete. Zuhause habe er sogar eine eigene Mundstückwerkstatt, um die Teile noch zusätzlich zu verfeinern. „Fünf Stück habe ich zu diesem Konzert mitgebracht,“ sagte der Jubilar und begründete in seiner Dankesrede auch, warum er dem Verein solange treu blieb. „It weaga de Ehrungen, sondern weil´s mir g´falla hot,“ war sein Fazit über die sieben Jahrzehnte.

 

Bereits die deutliche Handschrift von Julian Bucher war bei dem ironischen Marsch „Il Presidente“ von Thomas Doss zu erkennen, mit dem der Musikverein den musikalischen Teil des Konzertabends fortsetzte. Und er zeigte auch den Sinn für Humor des Dirigenten, der „ein bisschen Show muss sein“ angesichts des gewollten musikalischen Chaos, anscheinend entnervt den Taktstock fallen ließ und die Bühne vorzeitig verließ...

 

Mit der „Bohemian Rhapsody“ von Freddy Mercury in einem Arrangement von Philip Sparke hatten sich Julian Bucher und der MV Arnach das wohl größte Rockstück aller Zeiten für den Abschluss des Konzertes ausgesucht. Es war die Feuerprobe für Dirigent und Musiker: Gerade bei einem so bekannten Stück hören die Zuhörer, darunter zahlreiche Musikanten der diversen Kapellen aus Umgebung immer besonders gut hin. Aber diese erste große Prüfung bestand die neue Kombination glänzend, zwei Zugaben mit der Polka „Wir leben Blasmusik“ von Peter Leitner und noch einmal Queen und Freddie Mercury, O-Ton Julian Bucher dazu: „Ich hab´ ja grad ag´fanga, mir isch nix besser´s ei´gfalla“ mit „Don´t stop me now“.

 

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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