23fuguntArnach - Ziemlich genau 37 Jahre war Franz Fugunt Geschäftstellenleiter in Arnach, zunächst der Raiffeisenbank Bad Wurzach, dann der Leutkircher Bank und in den letzten Monaten der Volksbank-Allgäu-Oberschwaben, nun geht eine aussergewöhnliche Persönlichkeit in Ruhestand. Zu seiner Verabschiedung kamen dann auch viele Weggefährten aus den verschiedenen Abschnitten seines Wirkens in die Arnacher Filiale. Bild: Vorstand Stefan Scheffold, zukunftiger Pensionär Franz Fugunt, dessen Nachfolgerin Andrea Maucher und Regionalmarktleiter Berthold Natterer bei der Schlüsselübergabe der Filiale



Vorstandssprecher Stefan Scheffold, sagte in seiner Begrüßung und Ansprache, er und Fugunt seien seit den Anfängen der Raiffeisenbank Bad Wurzach vor 37 Jahren immer Kollegen gewesen. „Viele hast du wohl nicht falsch gemacht, weil alle da sind.“ Besonders freute er sich dass Ludwig Brechter, ihr gemeinsamer Ziehvater ebenfalls zu der Feier gekommen war.


Etwas ganz Besonderes sei es, dass Franz Fugunt, der von Anfang an – quasi als rechte Hand des Vorstandes – Verantwortung, die Beratung der Kunden in Arnach sowie weitere Zusatzaufgaben übernommen habe, nachdem Brechter ihn ins Haus geholt hatte. Aussergewöhnlich sei auch, dass Franz Fugunt praktisch sein ganzes Berufsleben in der Geschäftsstelle Arnach verbracht habe.
Die herausragenden Charaktereigenschaften Fugunts seien dessen unbvergleichliches Verantwortungsgefühl und sein gelebtes Unternehmensinteresse, sowie auch Tätigkeiten zu übernehmen, die weit über seinen Pflichtbereich hinausgingen, etwa wenn es mit dem Schneeschippen morgends mal nicht geklappt hatte.


Für Auszubildende sei Arnach immer ein Highlight gewesen, weil dort „immer was los sei und man auch was lernt.“ Mitarbeitermotivation und seine Vorbildfunktion seien ein echtes Alleinstellungsmerkmal der Person von Franz Fugunt. Ein bisschen Wehmutgehöre sicher beim jetzigen Abschied nach solanger Zeit dazu „Aber es ist schön zu wissen, dass die Kunden und Mitglieder in guten Händen sind.“ Regionalmarktleiter Berthold Natterer und seine Nachfolgerin als Geschäftstellenleiterin, Andrea Maucher, sowie das Team würden auch in Zukunft mit voller Kompetenz für „seine“ Kunden da sein.


Der zukünftige Pensionär skizzierte in seiner mit vielen anekdoten gespickten Ansprache einige Stationen in seinem beruflichen Werdegang. Im August 1971 begann er seine „kaufmännische Ausbildung wider Willen“ bei der damaligen Raiffeisenbank. Doch anstatt der vertraglich vereinbarten Bankerlehre wurde er als Lagerist „missbraucht“ und durfte erst einmal Briketts, Eierkohlen und Düngersäcke an die Kunden ausliefern.


In seiner arbeit als Lagerist lernte er auch einen russischen Olympiasieger im Ringen kennen, der als LKW-Fahrer Torfballen anlieferte und dabei tatsächlich immer seine Medaille umhängen hatte... und weil Bankkaufmann und diese Nebentätigkeiten nicht eben sein Traumberuf war, kamen schon Gedanken auf, Profifußballer zu werden, nachdem er bei Lehrgängen den späteren Nationalspieler Karl Allgöwer kennengelernt hatte. Dennoch sei er dem Beruf nach Lehre und Bundeswehr treu geblieben.


Und so kam er dann, 1981 nach dem Umzug nach Bad Wurzach zur Raiffeisenbank Bad Wurzach, wo ihm Ludwig Brechter den Rücken stärkte und viele Türen geöffnet habe. In Arnach sei er dann beruflich aufgeblüht, mit guten umgänglichen Kunden und natürlich seinem tollen Mitarbeiterteam.
Gemeinsam habe man in Arnach den Beraterassistenten kreiert, „da bin ich noch heute stolz darauf.“ Mit dem sehr guten Team habe Arnach immer zu den umsatzstärksten Einheiten der Bank gehört, auch weil man immer bedarfsorientiert beraten habe. „Mir ist bewußt, dass ich nicht immer zu den pflegeleichten Mitarbeitern gehöre.“ er sei halt ein sehr emotionaler Mensch, was seine Mitarbeiter ab und an zu spüren bekommen hätten.


Heute sei der Tag des Abschiednehmens. Heute morgen habe er ein Kribbeln verspürt, das am mittag stärker geworden sei. Die Veränderungen in der Bankenwelt sei nicht mehr seine Welt gewesen, daher komme keine Wehmut auf, zumal er die Zweigstelle Arnach bei Andrea Maucher und dem Team in guten Händen wisse. Dieser übergab Franz Fugunt dann auch in einem symbolischen Akt einen goldenen Schlüssel der Bankfiliale und wünschte ihr und dem Team dabei viel Erfolg. „Wenn ich ich euch irgendwie unterstützen kann, ruft einfach an.“


Andrea Maucher erklärte in ihrer kleinen Dankesrede, dass sie mit 31 Jahren beinahe ebensolange dabei sei wie Franz Fugunt selbst. Der Arnacher Ortsvorsteher Mike Rauneker erklärte in seiner wie immer witzigen Ansprache, Fugunt habe einen großen Fehler in seinem Leben gemacht: „Sie hätten weiter Kohlen schleppen sollen, dann wäre es mit der körperlochen Robustheit und der Bundesligakarriere vielleicht doch noch etwas geworden.“ Er schilderte Fugunt als Mann, der immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Ortschaft gehabt habe.


Die Gespräche mit ihm seien dabei oft über Geschäft und Ortschaft hinausgegangen. Mit einem kleinen Rätsel, der Kopie seines Personalausweises, teilte der dem zukünftigen Pensionär mit, dass er hiermit nach vielen Anläufen nun Mitglied bei der Volksbank Allgäu-Oberschwaben werde und ein Konto eröffne. Nach der Übergabe diverser Geschenke, von Bank, Team und Ortschaft wurde gebührend auf das Wohl von Franz Fugunt angestoßen.

 

 

Text und Bilder von Uli Gresser
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