14bildungshausArnach - Bald ist es soweit: der Kindergarten Arnach zieht in den Pfingstferien vom alten Kindergarten unter das gemeinsame Dach des Bildungshauses. Aus diesem Anlass besuchte der Landtagsabgeordnete Raimund Haser gemeinsam mit dem Bad Wurzacher Bürgermeister Roland Bürkle das „neue“ Bildungshaus. Schulleiter André Radke, Kindergartenleiterin Carmen Müller und die Elternbeiratsvorsitzende Melanie Maier informierten die Gäste über den aktuellen Sachstand. Bild: MdL Haser bei der Besichtigung der Bildungshausräume. Im Hintergrund v.l. Kindergartenleiterin Carmen Müller, Elternbeiratsvorsitzende Melanie Maier, Bürgermeister Roland Bürkle und Schulleiter André Radke



Demnächst soll er starten, der Umzug des Kindergarten von Arnach ins Bildungshaus. Die Kinder freuten sich schon darauf, sagt Carmen Müller, die Leiterin des Kindergartens bei einem Rundgang durch die alte Wirkungsstätte, wo schon an vielen Ecken die Umzugskartons bereit stehen. Für Andre Radke ist es wichtig, dass der Umzug noch im alten Schuljahr über die Bühne geht, so dass sich die Kinder schon mal eingewöhnen können und die Räumlichkeiten erkunden können. „Dann können sie im Herbst den Neuankömmlingen bereits einiges erklären“ freut sich Radke. Der Abschied geschieht auf Raten, denn der Garten des „alten“ Kindergarten wird weiterhin die Außenspielstätte bleiben, solange bis die Außenanlagen des Hauses fertiggestellt sind.


Gemeinsam erzählen Müller und Radke dem Abgeordneten, wie nach dem großen Schnitt, als die Hauptschule geschlossen wurde, ein ganz neues Konzept entwickelt wurde. Sehr froh sind die Beiden auch, dass die Sprachheilschule mit über 200 Schülern dazu gewonnen werden konnte damit auch das große Bauvolumen rechtfertige. Bürgermeistermeister Bürkle sei damals 2006/07 auf sie zugekommen, die entsprechenden Maßnahmen für den Ländlichen Raum zu etablieren. Dieser zeigt sich auch froh, dass der Gemeinderat bereit war, das Konzept als kommunales Projekt anzuschieben. Einzige Prämisse für diese Bildungs- und Qualitätsoffensive von Seiten der Stadt: „Kein Schüler des Bildungshauses darf in den weiterführenden Schulen schlechter abschneiden als die Schüler anderer Grundschulen.“ Diese Vorgabe wurde übererfüllt: „Die Schüler liegen immer weit über dem Durchschnitt“ erklärt Radke dazu.


Nach einem Jahr war das Bildungshaus Arnach bereits vom Kultusministerium als Modelleinrichtung anerkannt, kurz darauf wurden bereits 33 Bildungshäuser in verschiedenen Kombinationen (u.a. auch mit Förderschulen) im Land eingerichtet, wie Carmen Müller erklärt. „Sieben Jahre lang wurden wir alljährlich evaluiert“ lässt Radke den langen Weg Revue passieren. „Inzwischen kommen oft ganze Busladungen von verschiedenen Kommunen mit Gemeinderat und Lehrkörper, um unser Konzept kennen zu lernen.“ Müller und Radke sind inzwischen als Vertreter der Praxis in einer Expertengruppe des Kultusministeriums zum Thema Bildungshäuser sehr gefragt. Durch die enge Verzahnung von Kindergarten und Grundschule – die Schüler und Kindergartenkinder können recht einfach je nach Entwicklungsstand die Angebote des ganzen Hauses frei nutzen – können die Kinder spielerisch lernen.


Für Bürgermeister Bürkle ganz wichtig für den Erfolg dabei: Die Kinder entwickeln in dieser Zeit eine enge Beziehung zu ihren Erzieherinnen und Lehrern, sie kennen die Bezugspersonen bereits, egal ob sie von der Krippe in die Gruppe wechseln oder vom Kindergarten in die Schule. MdL Raimund Haser sagte in seiner politischen Bewertung der Einrichtung: „Die Hauptresourcen kommen immer von der Kommune als Träger, die Gebäude und Einrichtung zur Verfügung stellt.“ Das klassische CDU-Projekt, darüber freue ersich natürlich als Vertreter der CDU besonders, sei so überzeugend gewesen, dass im Koalitionsvertrag nicht nur eine Fortschreibung festgelegt sei, sondern sogar eine neue Herangehensweise gewünscht werde, um den Leuchtturmcharakter zu unterstreichen.


Radke sieht einen großen Vorteil auch darin, dass die Stellen für Lehrer und Erzieher im Bildungshaus selbst ausgeschrieben werden können. So sichert das Haus, dass alle Lehrkräfte und Erzieher hinter dem Konzept stehen. Dafür habe Bürgermeister Bürkle beim Schulamt gekämpft „Wir bleiben dennoch im Rahmen des staatlichen Bildungsplanes, haben aber dennoch viele Freiheiten.“
Bürkle erklärt auch, dass es ihm um die Stärkung der Dorfgemeinschaft geht, weswegen keine Kinder von auswärts ins Bildungshaus gehen dürfen. sonst könnten wir wegen der Fahrerei gleich eine große Grundschule mit 500 Kindern in der Stadt machen.


Die Elternbeiratsvorsitzende Melanie Maier konnte ihre eigenen Erfahrungen als Mutter einbringen: „Jedes Kind kann sein Schritttempo gehen. Sie können sich hier individuell sehr gut entfalten.“
Nach dem Rundgang durch die bereits im Betrieb befindlichen Räume der Schule, hier wurden Mobiles gebastelt, dort Naturphänomene zum Thema Frühling untersucht und eine Tür weiter Geschichten (vor-)gelesen, konnte eine buntgemischte Gruppe von Klassensprecher den Gast aus dem Landtag, der allerdings in diesem Tag als Immenrieder wohl den kürzesten Anreiseweg aller gehabt haben dürfte, Fragen stellen.


Dazu stellte er zunächst sein Amt und seine Funktion vor. „Politiker sind wie Klassensprecher, sie übernehmen Verantwortung.“ Bürgermeister für eine Stadt, Lehrer und Erzieher für die Kinder und er als Abgeordneter sei für das Bundesland verantwortlich. Ob er schon in anderen Bildungshäuser gewesen sei, lautete eine der Fragen. Er habe über das Haus in Arnach das System kennen und schätzen gelernt, verneinte er. Ob er ein Instrument spiele, ja Gitarre und auch Tenorhorn habe er einmal probiert (allerdings nur bei geschlossenen Fenstern). Wie viele Geschwister er habe (vier), wie er die Schule finde (ganz toll) und wie lange er in seinem Beruf tätig sei (zwei Jahre als Politiker, vorher sei er Journalist gewesen).


Beim Rundgang durch die zukünftige Wirkungsstätte von Carmen Müller und Co. erzählte Bürgermeister Bürkle auch, dass er sich nicht mehr so sicher, dass der alte Kindergarten, wie bisher geplant abgerissen werden und als Bauplatz verkauft werden soll. Doch das sei dann eher eine Entscheidung für seine Nachfolgerin Alexandra Scherer gemeinsam mit dem Ortschafts- und Gemeinderat. Den Umzug werde der Bauhof gemeinsam mit Eltern und Erzieherinnen bewerkstelligen, sagte Bürkle.

 

Text und Bilder von Uli Gresser
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