Bad Wurzach/Arnach - Marcel Melchiors, der bei der anstehenden Bürgermeisterwahl als Kandidat Nummer vier seinen Hut in den Ring geworfen hatte, kam im Rahmen seines Wahlkampfes auch in das Gasthaus Kanone in Arnach, um interessierten Bürgern seine Vorstellungen seiner Politik als Bürgermeister darzulegen und mit ihnen darüber zu diskutieren.

 

Der 33 jährige gebürtige Duisburger wohnt seit 2013 in Bad Wurzach, ist verheiratet und hat einen Sohn. Er tritt als parteiloser Kandidat an.

 

Eines seiner Lieblingsthemen, die Finanzierung des Kurbetriebes bzw. dessen reduzierte Finanzierung tauchte an diesem Abend immer wieder in seiner Argumentation auf.

Viele Bürger hätten ihn darauf angesprochen, dass in Bad Wurzach an erster Stelle Wohl und Wehe des Kurbetriebes stehe und erst an zweiter Stelle dasjenige der Bürgerschaft. Die jetzt vom Gemeinderat beschlossenen Investitionen würde er im Falle seiner Wahl natürlich tätigen. Sollte sich durch sie der Abmangel des Betriebes nicht reduzieren, könnte er sich schon eine Reduzierung des finanziellen Engagements der Stadt vorstellen. In diesem Falle könnte er sich sogar den Verkauf des Kurhotels an einen Investor vorstellen.

Bei seiner Vorstellung in Dietmanns hätten ihm einige Bürger ihr Leid geklagt: der Kindergarten platze aus allen Nähten, aber seitens der Stadt sei bisher bezüglich einer Erweiterung nichts gekommen. Ein weiterer Kritikpunkt sieht Melchiors in den nicht nur für Alleinerziehende unfinanzierbaren KiTa-Gebühren, wenn die Betreuungszeiten über die Normzeit hinausgingen. Was er selbst schon leidvoll erfahren musste.

Die Arbeit von Ehrenamtlichen werde zu sehr als Selbstverständlichkeit gesehen, hier forderte er mehr Anerkennung und Unterstützung für deren Leistungen.

 

Melchiors wolle im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister den Ortschaften eigene kleine Haushaltsbudgets zur Verfügung stellen. Außerdem werde er Bürgersprechstunden nicht mehr nur im Rathaus Bad Wurzach, sondern diese auch in den Ortschaften abhalten.

Hansjörg Schick, Gemeinderat und Arnacher fragte den Kandidaten, wie er auf die Idee gekommen sei und woher er den Mut nehme sich als Bürgermeisterkandidat aufstellen zu lassen. „Sehr vieles läuft über den Bürgermeister. Die jüngere Generation geht mit einer anderen Motivation an die anstehenden Aufgaben heran,“ gab ihm Melchior zur Antwort. Aufgrund seiner betriebs- und volkswirtschaftlichen Ausbildung verfolge einen anderen Ansatz bei den anstehenden Aufgaben. Er wolle Geld dort investieren wo es der jüngeren Generation zugute kommt. Denn Deutschland sei nach wie vor nicht sehr kinderfreundlich. Die jüngste Kindergelderhöhung z.B. habe für seinen Geldbeutel gerade einmal 2 € mehr bedeutet., führt er aus.

Auch der Breitbandausbau gehe ihm zu langsam vonstatten. Gebhard Baumann, Ortschaftsrat in Arnach konnte ihm als Telekommitarbeiter allerdings aus erster Hand berichten, wieso dieser so schleppend verlaufe. Dies hänge unter anderem mit dem Schrumpfungsprozess des Telekomanbieters zusammen und sei politisch gewollt. Denn die Gelder wären vorhanden, um eine raschere Umsetzung zu ermöglichen.

Manfred Braun fragte den Kandidaten, wie er zum Beispiel seine Vorgehensweise im Umgang mit Ministerien sehe. Melchior gab zu, auf diesem Gebiet noch keine Erfahrungen zu haben. Hier müsse er sich erst eine Beziehungsebene aufbauen und sei bis dahin auf Erfahrungen und Ratschläge seiner Verwaltung angewiesen.

Hansjörg Schick wollte von Melchiors wissen, warum er als parteiloser Kandidat antrete. Melchiors entgegnete ihm, in der Kommunalpolitik hätte Parteipolitik nichts verloren.

 

Bericht und Bild Uli Gresser

 

 

 

 

 

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