11bure

Ziegelbach - Bereits zum zweiten Mal holten die Veranstalter, die Landwirtschaftlichen Vereine (Vereine ehemaliger Fachschüler und Meisterverbände) aus Ravensburg, Bad Waldsee, Wangen und Leutkirch hochklassiges (Bauern-)Kabarett in den Dorfstadel in Ziegelbach. Bild: Wolfgang Winterhalder (links) und Nikolaus König zeigten als „Bure zum Alange" im Dorfstadel eine klasse Vorstellung.

 

Nach der Premiere vor einem Jahr mit der „Mentalbäuerin" Elke Pelz-Thaler schafften es die Veranstalter mit „Bure zum Alange" erneut wieder ein klasse Kabarett auf die Bühne des Dorfstadels zu bringen. Die beiden „Bura" aus dem Schwarzwald sind mit 15 Jahren on Tour längst kein Geheimtipp mehr, zumal auf dem Bartleshof von Nikolaus König seit 20 Jahren die SWR Familienserie „Die Fallers" gedreht wird und er selbst sich seit sechs Jahren darin als Schauspieler betätigt. Und seit 15 Jahren, seit der BSE-Krise („Das Thema ist schon gegessen") ist er mit seinem Berufskollegen Wolfgang Winterhalder aus Titisee-Neustadt mit dem eigenem Kabarett-Programm auf Tournee. Die beiden freuten sich ebenso über den vollen Dorfstadel wie Christine Dorn-Bohner, die das Publikum und die Akteure im Namen der veranstaltenden Vereine begrüßte.

Und was kommt dabei heraus, wenn zwei echte Schwarzwaldbauern das Mikrophon mit dem Melkschemel tauschen? Antwort: Ku(h)ltur pur. Mis(st)stände, selbst erlebter – und auch hierzulande nicht unbekannter – bürokratischer Wahnsinn, ihr Kampf um bäuerliche Werte und Kultur.

In ihrem Programm „Bure zum Alange" schlüpft König in die Rolle des brummigen, vom Leben in dem abgeschiedenen Schwarzwald Hochtal geprägten Bauern, für den ein PC-Tablet „a Speckbrettle mit Beleuchtung" ist, während Winterhalder im Trachtenjanker den naiv freundlichen Feriengast mit rheinländischem Dialekt („Mein Logopäde war Rheinländer") gibt.

Der Gast, vom Bauern als Schwobalappa bezeichnet, der 4mal im Jahr zum Skifahren nach Dubai fliegt, sucht und findet bei Bauer König die entsprechend „klimaneutrale" Unterkunft. Ohne Strom, umgeben von gut isolierendem Heu, von den Kühen beheizt, weil direkt über dem Stall gelegen. Und eigentlich gar nicht vermietbar, weil es dort laut Bauersgattin „miechtelet", euphemistisch ausgedrückt „weil es dort zum Himmel stinkt".

Bissig die Texte und mit eingängigen Melodien, selbst an Gitarre (König) und Akkordeon (Winterhalder) begleitet, waren auch die Lieder ein echter Hörgenuss.

Ob davon, wie das Leben den Schwarzwaldbauern prägt oder vom gigantischen Landschaftsverbrauch, „ein neues Möbelhaus muss her, die drei alten rentieren sich nicht mehr", singt das Duo in dem Lied „I hon amol an Acker ka". Man werde den Wert des Ackers erst dann wieder zu schätzen wissen, die wenn die Existenz bedroht sei wie in früheren Hungersnöten. Da könnte einem bei manchen Textpassagen schon der Schwarzwälder Schinken im Halse stecken bleiben...

Richtig in Fahrt kommt Bauer König, wenn er vom „Rückliefern" erzählt. Denn was sei denn Güllefahren anderes als die Natur wieder neuen Humus bilden zu lassen.

Einmal sei der Schieber am Bschittfass auf der Fahrt zum Acker nicht ganz zu gewesen, was der Gast, der schon mal mit Schneezement vor der Garage zum längeren bleiben genötigt wird, so kommentiert: „Sie haben ja nur eine Spur gelegt, damit sie wieder nach Hause finden." Einen neuen Namen bekommt die BASF (Hersteller von Kunstdünger) verpasst: Vereinigte homöopathische Union. Und fürs Katzentrögle braucht der Gast auch einen Führerschein...

Die beiden nehmen das Publikum im Dorfstadel mit auf „Wunderfitztour" bei denen sich der Bauer gern über mögliche „Expansionsmöglichkeiten" erkundigt. Herrlich realitätsnah auch die Schwarzwälder Variante von „Bauer sucht Frau": Nur die Mutter weiß wirklich, was ihr Sohn braucht: Vom normierten Marmeladenbrot und dem Kaba ohne „Flemmseln" bis hin zur Ordnung, wenn der Filius mal wieder sein Stallhäs auf dem Weg zur Stuba bereits im Hausflur verliert.

An diesem Abend passte wirklich alles: Die Spiellaune der beiden Akteure, die lockere Stimmung beim Publikum und selbst die Kulissen vom Bauerntheater Ziegelbach trugen dazu bei, dass der diesjährige Kabarettabend der landwirtschaftlichen Ehemaligen Vereine zum vollen Erfolg wurde. Selbstredend durften sich Nikolaus König und Wolfgang Winterhalder nicht ohne Zugaben in den wohlverdienten Feierabend verabschieden.

 

Text und Bilder von Uli Gresser
Beachten Sie bitte den unten angefügten Bilder-Bestellservice 

 

  • bild0008bild0008
  • bild0010bild0010
  • bild0011bild0011

  • bild0012bild0012
  • bild0013bild0013
  • bild0014bild0014

  • bild0015bild0015
  • bild0016bild0016
  • bild0018bild0018

  • bild0022bild0022
  • bild0024bild0024
  • bild0025bild0025

  • bild0026bild0026
  • bild0029bild0029
  • bild0030bild0030

  • bild0031bild0031
  • bild0035bild0035
  • bild0036bild0036

  • bild0037bild0037
  • bild0038bild0038
  • bild0039bild0039

  • bild0040bild0040
  • bild0042bild0042
  • bild0043bild0043

  • bild0044bild0044
  • bild0045bild0045
  • bild0046bild0046

  • bild0047bild0047
  • bild0049bild0049
  • bild0051bild0051

 

 

 (Preis pro Bilddatei 2,50  - Nutzung ausschliesslich zu privaten Zwecken)

#joompiter_dbszimageordering{Bure zum alange 2015;;ulrich.gresser@diebildschirmzeitung.de;;Eingangsbestätigung UG}#

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok