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Bad Waldsee - „In Anerkennung und zum Dank für ehrenamtliches Wirken - Stadt Bad Waldsee“ so lautet die Inschrift auf der Medaille, die am Nikolausabend im Sitzungssaal zwei mal verliehen wurde: An die Firma SaluVet und den ehemaligen Ortsvorsteher von Gaisbeuren, Franz Bendel. Bild: Die Geehrten v.li.n.re: Franz Bendel, Volker Schwarz, Dr. Sandra Graf-Schiller und Bürgermeister Weinschenk

 

 

Vereine suchen händeringend nach Vorständen, Schriftführern, Kassierern, Trainern. Leute, die mal das Heft in die Hand nehmen. Menschen, die zupacken, die helfen. Menschen, die es mit den beiden wichtigsten Worten im Leben aufnehmen: Tu es. Oder, wie sie Bürgermeister Weinschenk in seiner Laudatio bezeichnete: Schaffer. Aber nicht jeder Schaffer kann in Bad Waldsee eine Medaille bekommen. Es ist eine sehr exklusive Auszeichnung: Maximal drei Personen pro Jahr bekommen die Ehrenamtsmedaille der Stadt Bad Waldsee.

 

Sorgfältig prüfen zwei Gemeinderatsmitglieder mit der Spitze der Rathausverwaltung die eingegangenen Vorschläge. Und die Geehrten müssen sich schon überdurchschnittlich engagiert haben. So schreibt die Richtlinie für die Vergabe vor, dass „Eine Ehrung insbesondere in Frage kommt bei mindestens 15 jährigem kontinuierlichen ehrenamtlichem Engagement. Dabei sollen nicht Eigennutz oder Selbstzweck im Vordergrund stehen“

 

Dieses Jahr wurden zwei Medaillen vergeben: Eine an den langjährigen Ortsvorsteher von Gaisbeuren, Franz Bendel und eine an ein Bad Waldseer Traditionsunternehmen, die Fa. SaluVet, den meisten Bad Waldseer besser bekannt als Dr. Schaette. Was muss man machen, um sich mit einer so exklusiven Medaille schmücken zu können? Zum Beispiel 49.275 Liter Milch spenden, damit die Bad Waldseer Schüler mit einem gesunden Getränk in den Tag starten können.

 

Und wie man dazu kommt, schilderte Volker Schwarz, Geschäftsführer der SaluVet in seiner kurzen Dankesrede. „Die Bauern schütten die Milch weg. Da muss man doch was tun“ meldete sich seine Mitarbeiterin Frau Widmann. Das war 2009. Die Dr. Schaette Mitarbeiter, von Schwarz als die Leute mit den tollen Ideen gelobt, fanden dann auch bald eine Lösung, wie man zumindest einen Teil der Milch verwenden könnte: Indem man sie den Bad Waldseer Schülern*Innen als kostenlosen, gesunden Einstieg in den Tag spendet.

 

Mit einer kurzen Video-Präsentation stellten Michael Dümmler vom Mensateam und Brigitte Brenner, in der Stadtveraltung zuständig für die Schulen, das Projekt vor. Ein Leuchtturm-Projekt, das mittlerweile vom Land und von der EU Anerkennung erfuhr. Ganz anders Franz Bendel. Der langjährige Ortsvorsteher von Gaisbeuren erfuhr seine Laudatio von Achim Strobel, seinem Nachfolger. Aber besser als er selbst hätte sein Engagement keiner beschreiben können. Hier nur ein Ausschnitt seiner Erzählung aus über 30 Jahren Ortsvorsteher, Vereinsvorstand und Aufsichtsratsvorsitzender der Raiba Reute-Gaisbeuren, um nur einige zu nennen.

 

„Ich war gerade“ so erzählt er in seiner launigen Ansprache „auf meiner ersten Jahreshauptversammlung als Ortsvorsteher. Beim Gartenbauverein. Und als der Vorstand mit seiner Rede am Ende war, kam es zu den Wahlen. Der alte Vorstand trat nicht mehr an, aber er machte einen Wahlvorschlag: Franz Bendel. Gegenstimmen: keine. Somit war ich Vorstand vom Gartenbauverein.“ Und er blieb es für mehr als 30 Jahre. Oder „als Ortsvorsteher von Gaisbeuren muss man auch an den Reiterprozessionen in Oberschwaben teilnehmen.

 

Am Leonhardsritt im heimischen Gaisbeuren oder am Blutritt in Weingarten. Ich nahm auch ein paar Reitstunden. Das Pferd lieh ich aus von Fluhrs in Eichenstegen. Und wie ich vom Leonhardsritt das Pferd wieder nach hause reiten wollte, ging es mit mir durch und im vollem Galopp über die Wiesen. Hoffentlich geht das gut, schoss es mir noch durch den Kopf.“ Aber das Pferd fand wieder zur ruhigeren Gangart und Franz Bendel konnte es sicher im heimischen Stall abliefern.

 

Ja, so ein Medaillenempfänger hat schon seine Geschichte. Aber ohne das soziale Engagement eines Unternehmens, für das der Geschäftsführer gerade steht, oder das bürgerschaftliche Engagement, das aus der persönlichen Umtriebigkeit stammt, wäre unser Gemeinwesen um vieles ärmer. Deshalb: Gratulation an die Medaillenempfänger.

 

Die Feier wurde musikalisch begleitet von Angehörigen des Musikvereins Reute-Gaisbeuren unter der Leitung von Daniel Maucher. Ehrenmitglied, selbstverständlich, Franz Bendel.

 

Bericht und Bilder: Erwin Linder



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