Stadtkapelle

Bad Waldsee - Am Samstagabend gab die Stadtkapelle ihr traditionelles Jahreskonzert. Sowohl das Jugendblasorchester als auch die Stadtkapelle in sinfonischer Besetzung bescherten den Zuhörern in der vollbesetzten Stadthalle einen Abend der Extra-Klasse.

 

 

Das Jugendblasorchester unter der Leitung von Alexander Dreher brachte gleich mit seinem ersten Stück „Straight Fit“ mit rockigen Klängen die Halle auf Temperatur. Von Pius Bucher locker anmoderiert, brachten die jungen Musiker Rock für Blasorchester fetzig zum Klingen.

Das nächste Stück, Movie Milestones, ließ bei Kinofans Bilder aus bekannten Filme wie Miss Daisy und ihr Chauffeur, Gladiator, Madagascar, Crimson Tide, Der König der Löwen und Fluch der Karibik vor dem inneren Auge aufblitzen und den Ohren wurde ein effektvolles Medley dargeboten.

Mit „Apollo 11, Mission to the Moon“, flog das Jugendblasorchester einmal auf den Mond und nahm die Zuschauer mit ihrem Klangspektakel mit auf die Reise. Nicht nur die Ohren, auch die Augen bekamen etwas geboten: Die Besetzung an der Percussion hatte alle Hände voll zu tun.

Zum Abschluss ihres Konzertteiles drehte die Jungen und Mädels unter Dirigent Alexander Dreher nochmals richtig auf. Ihr Medley „Rocky on Broadway“ begeisterte das Stadthallen-Publikum mit berühmten Songs wie der Titelmelodie "Gonna Fly Now," dem berührenden "Fight from the Heart" und dem mitreißenden "Eye of the Tiger"!

Mit lang anhaltendem, rhythmischen Applaus forderte das Publikum eine Zugabe – aber die jungen Musiker mussten den Platz für die Stadtkapelle räumen.

 

 

Es ist ein beeindruckendes Bild, wenn die Mitglieder der Stadtkapelle die Bühne füllen bis an den Rand. In der Besetzungsliste sind mehr als 70 Personen für dieses Konzert aufgeführt. Von der Querflöte, Klarinette, Oboe, Fagott, Saxophon, Flügelhorn, Trompete, Waldhorn, Bariton-, Tenorhorn, Posaune, Tuba, kaum ein Blasinstrument, das in dieser Besetzung fehlt, dazu Schlagzeug, Klavier, Harfe, Akkordeon, E-Gitarre und Kontrabass. Wahrlich sehenswert.

 

Den konzertanten Höhepunkt des Abends legte Dirigent Joachim Weiss auf das zweite Stück der Stadtkapelle, vor die Pause. Mit „Hamburg – Das Tor zur Welt“ brachte die Stadtkapelle die sinfonische Dichtung des Komponisten Guido Rennert zu Gehör.

 

Eine Hommage an die lange und wechselvolle Geschichte der Hansestadt goss Rennert in Noten. Störtebecker fällt unter dem Schwert, die Hanse Koggen laufen aus, die Schiffsglocke mahnt die Auswanderer, die im letzten Augeblick auf die Überseedampfer eilen. Still wird es im Saal, denn der Michel schlägt 12 Schläge nach den verheerenden Luftangriffen von 1943. Eine einsame Trompete gibt den Trauerton vor. Aber „the Show must go on“: Die Beatles starten ihre Weltkarriere im Hamburg, die Tagesschaumelodie erklingt, aber auch das bedrohliche Zischen und Peitschen der Sturmflut. Wie von einem Erzähler zusammengehalten wird die Komposition vom Schifferklavier des alten Seebären, der beim Shanty vom Hamburger Veermaster verweilt und die Zuschauer mit Hans Albers auf die Reeperbahn entführt.

 

Über zwanzig Minuten dauert dieses Stück und die Stadtkapelle kann ihr ganzes sinfonisches Können, ihre ganze Klangfülle vom Pianissimo bis zum mächtigen Forte ausspielen, ein Genuss für die Zuhörer.

 

 

Mit Via Aurelia von Sven van Calster stimmte die Stadtkapelle die Zuhörer nach der Pause wieder ein. Mit Simon’s Song wurde es dann sehr persönlich. Das Stück komponierte Stephan Hutter im Jahr 2014, als sein Cousin Simon Schuler verstarb. Die Musik verarbeitet Trauer und schwingt sich auf zu neuem Start. Denn Simon verhalf mit seinen Organspenden vielen anderen zu einem neuen Leben.

Das Beste von Udo Jürgens brachte die Zuhörer zum Mitwippen. Die Solisten an der Trompete, der Posanune, an Saxophon und Querflöte durften mit ihrem Können brillieren.

Mit einer getragenen Weise von Berbard Zweers „To my Country“ ging ein abwechslungsreicher Musikabend zu Ende. Den lang anhaltenden Applaus hat sich die Stadtkapelle an diesem Abend redlich verdient.

 

Wer das Konzert verpasst hat, hat am heutigen Sonntag nochmal Gelegenheit die Stadtkapelle zu sehen und zu geniessen.


 

 Text und Bilder Erwin Linder

 

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