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Wallis/Bad Waldsee - Mitte August fuhren acht Mitglieder des Deutschen Alpenvereins, Sektion Bad Waldsee unter Leitung von Franz Mosch über den Oberalp- und Furkapass nach Täsch, einem der Ausgangspunkte für Hochtouren im Wallis. Nachdem die Autos in einem Parkhaus untergebracht wurden ging es beladen mit den Rucksäcken und der Ausrüstung für die nächsten fünf Tage zum Bahnhof. Unser Ziel war Zermatt, dem Bergsteigerdorf im Wallis. Da Zermatt autofrei ist musste hier der Zug als Reisemittel gewählt werden.

 

Als ersten Übernachtungspunkt hatten wir die Gandegghütte auf 3030 m gewählt. Sie sollte auch zur Akklimatisation dienen, kamen wir doch aus dem Flachland. Die Hütte wurde über die Mittelstation der Seilbahn zum kleinen Matterhorn erreicht. Am nächsten Tag ging es mit der Seilbahn zunächst von der Station Trockener Steg zum kleinen Matterhorn. Auf dem Breithornplateau wurden dann die Gurte und Seile angelegt, die Seilschaften eingeteilt um in Richtung Breithorn Westgipfel 4165 m zu starten. Die 2. Seilschaft wurde von Gerhard Marschall geführt.

Um 9.00 Uhr stand die Gruppe auf dem Westgipfel des 4165 Meter hohen Breithorns und genoss die Aussicht auf die umliegenden ‚Viertausender Matterhorn, Weißhorn, Obergabelhorn, Dent Blanche, Dufourspitze um nur ein paar zu nennen. Auch unsere nächsten Ziele der Pollux und Castor waren zu sehen. Nach einer kurzen Rast machten wir uns zum nächsten Ziel auf den Weg. Den Gipfel des Pollux, 4092 m erreichten wir im Nebel damit war nur eine kurze Gipfelrast angesagt und es ging zurück zum Wandfuß und weiter zu unserem nächsten Quartier dem Rifugio Guide della Val d’Ayas in 3420 Metern Höhe.

 

Am nächsten Morgen starteten wir um 5:00 Uhr von der Hütte Richtung Castor. Leider mussten wir aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse mit Schneefall und Gewitter in 4000 m Höhe abbrechen und zur Hütte zurückkehren.

 

Der folgende Tag brachte herrliches Wetter und so wurde wieder um 5.00 Uhr aufgebrochen und die Überschreitung des Castor, 4222 m in Angriff genommen. Steile Eisflanken bis 50 Grad und ein Gipfelgrat der extrem schmal war, es hatten keine 2 Bergschuhe nebeneinander Platz, waren für alle Teilnehmer eine besondere Herausforderung. Nach Erreichen des Felikgletschers entschlossen wir uns nicht weiter zur Rifugio Quintino Sella abzusteigen sondern gleich zur Capanna Gnifetti weiter zu gehen. Über die Lyskamm-Nase erreichten wir die Hütte dann nach zeitraubenden Auf- und Abstiegen schließlich zur späten Abendstunde.

 

Am Tag 4 unserer Tour führte uns der Weg zunächst von der Capanna Gnifetti 3647 m in Richtung Lispass. War der Himmel am Morgen noch Wolkenverhangen so besserte sich das Wetter und wir bogen vor dem Lisjoch rechts ab und nahmen die Ludwigshöhe mit 4342 m erfolgreich in Angriff. Am Gipfel beschlossen wir als nächstes nun die Parrotspitze mit 4436 m zu besteigen. Aber zunächst hieß es auf 4250 m abzusteigen um dann auf diesem unglaublichen, circa 1000 Meter langen Grat, diesen Berg zu überschreiten. Grandiose Ausblicke boten sich von hier oben. Wobei oberstes Gebot war zum Schauen stehen zu bleiben und beim Gehen volle Konzentration auf die Tritte. Auch dieser Grat ist extrem schmal und zu beiden Seiten geht es mehrere hundert Meter abwärts.

Nach diesem Gipfel ging es weiter zum Tagesziel der Signalkuppe, 4554 m. Nochmals galt es 300 Höhenmeter anzusteigen. Am Nachmittag hatten wir dann die Rifugio Regina Margherita, die auf diesem Gipfel thront, erreicht. Die Rifugio Regina Margherita ist die höchst gelegene Schutzhütte in den Alpen und ist nach der italienischen Königin Margarethe von Italien benannt, diese hatte die Hütte 1893 selbst besucht und auch hier genächtigt. Die Eingangstür wird über einen Eisensteg erreicht unter dem das Monte Rosa Massiv 1000 m in die Tiefe abbricht, ein unglaublicher Eindruck überkommt einen dabei.

 

Am letzten Tag unser Tour stand nun der höchste Gipfel an, die Zumsteinspitze mit 4563 m, gleichzeitig der fünfthöchste Viertausender der Alpen. Um 7.30 Uhr war das Ziel erreicht und nach einer kurzen Gipfelrast begann der lange Abstieg. Zunächst ging es über den Grenzgletscher und vielen Spalten zur hochmodernen Monte Rosa Hütte. Der weitere Weg führte über den Gornergletscher zur Haltestation Rotenboden der Gornergratbahn. Die Bahningenieure des 19. Jahrhunderts schufen mit ihr die erste voll elektrifizierte Zahnradbahn der Welt. Sie führt durch Waldgebiet und über Alpweiden hoch zum Gornergrat, wo sich das höchst gelegene Hotel der Schweiz befindet. Auf 3089 m befindet sich zudem der höchstgelegene im Freien gebaute Bahnhof - die Endstation der Gornergrat Bahn.

 

Mit ihr fuhren wir zurück nach Zermatt und somit schloß sich der Kreis unserer sogenannten Spaghetti-Runde. Mit der Besteigung von sieben Gipfeln über 4000 Meter in vier Tagen war diese anspruchsvolle Tour ein großartiger Erfolg.

 

 

Bericht: Franz Mosch

Bilder: privat

 

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