31Betreibsbesuch Jaecklered

Bad Waldsee - Vertreter der Stadtverwaltung besuchen regelmäßig Firmen in der Kernstadt und den Ortschaften, um sich über diese zu informieren und den Austausch zu pflegen. Jüngst haben Bürgermeister Roland Weinschenk, Wirtschaftsförderin Shqipe Karagja, Brigitte Göppel von der städtischen Pressestelle und Ortsvorsteher Achim Strobel die Firma Jäckle & Ess System GmbH in Gaisbeuren besucht. Bild v.li. Shqipe Karagja, Alf Schmidt, Roland Weinschenk, Jens Schleicher, Erwin Promoli, Achim Strobel und Jan Obert-Rauser

 

Begrüßt wurden die städtischen Besucher von Geschäftsführer Erwin Promoli, Produktionsleiter Jan Obert-Rauser sowie Alf Schmidt, Sprecher der Geschäftsführung der IBG Industrie-Beteiligungs- Gesellschaft, die zum 1. Januar 2019 die Firma Jäckle & Ess System GmbH übernommen hat, und Jens Schleicher, Geschäftsführer des Schweißbrennerherstellers Abicor Binzel. Zu Beginn stellte Erwin Promoli die Firmengeschichte und die Veränderungen der jüngsten Zeit vor. Jäckle & Ess ist der Zusammenschluss der beiden Schweißtechnik- Firmen Jäckle in Gaisbeuren und der früheren Bad Waldseer Firma Ess.


Zuvor hatte Bürgermeister Roland Weinschenk betont, wie wichtig der Stadtverwaltung der persönliche Kontakt und der Austausch mit den Unternehmen sei. "Sie können sich jederzeit an uns wenden. Außerdem steht Wirtschaftsförderin Shqipe Karagja für alle Fragen gerne zur Verfügung. Wenn wir unterstützen können, sind wir gerne bereit", erklärte der Bürgermeister und freute sich, dass man sich kurzfristig zum Austausch treffen konnte. Schließlich habe sich seit dem Zusammenschluss der beiden Firmen und der Neufirmierung Anfang des Jahres einiges verändert. Die Firma Jäckle wurde 1978 als Familienbetrieb von Reinhard Jäckle gegründet. Er machte sich damals mit Reparaturen und Kundendienst im Bereich Schweißtechnik selbstständig. Gleichzeitig wurde mit der Herstellung der ersten eigenen Schweißtrafos begonnen.


Heute zähle das Unternehmen europaweit zu den führenden Herstellern von Handschweißgeräten. Die Firma Ess wurde im Jahr 1959 von Arthur Ess gegründet. Er erweiterte die Produktpalette laufend um Innovationen. 2014 kam es für die Firma Ess zu einem Joint-Venture mit der D.I.N.S.E. GmbH. Im Jahr 2017 kam es zum Zusammenschluss der Firmen Jäckle und Ess in Form einer Produktionsgesellschaft (JÄCKLE SST GmbH) und einer Vertriebsgesellschaft (Jäckle + Ess GmbH & Co. KG), in dessen Zuge die Produktionsgesellschaft im Juli 2018 Insolvenz anmelden musste. Im Rahmen des Insolvenzprozesses wurde die Investorensuche ausgeweitet in der Form, dass nicht nur für die insolvente Produktionsgesellschaft sondern für beide Gesellschaften ein Investor gesucht wurde.


Seit dem 1. Januar 2019 firmiert das Unternehmen unter dem Namen Jäckle & Ess System GmbH innerhalb der IBG-Gruppe. Jäckle & Ess bietet ein breites Spektrum an Schweißprodukten und - maschinen. Neben der Herstellung und dem Vertrieb von Schweißtechnik liegen weitere Geschäftsfelder beispielsweise bei Service und Reparatur oder auch Pulverbeschichtungen. Weiter informierte Geschäftsführer Erwin Promoli über die geplante Geschäftsentwicklung. Demnach soll sich der Umsatz bis zum Jahr 2025 mehr als verdoppeln und bei geschätzten 20 Millionen Euro liegen.


Dies soll durch Produktbereinigungen, Produktergänzungen sowie der Erweiterung der Vertriebswege und -möglichkeiten erreicht werden, was unter dem Dach der weltweit tätigen IBG-Gruppe möglich sei. Am Standort Gaisbeuren sehe die Gruppe ein großes Potenzial, sagte Alf Schmidt, Sprecher der IBG-Geschäftsführung. Seit der Neufirmierung seien größere Investitionen in die Lagerbestände zur Herstellung der Lieferfähigkeit, in die Instandsetzung der Pulverbeschichtung und Blechbearbeitung sowie in die Instandsetzung und Verbesserungen an den Arbeitsplätzen geflossen.


Auch in Zukunft werde weiter investiert. Geplant seien eine Automatikkabine für die Pulverbeschichtung, eine mobile Sandstrahlkabine und weitere Verbesserungen. Die IBG möchte in den Bad Waldseer Standort kontinuierlich weiter investieren und ausbauen. Die Abläufe im Betrieb sollen laufend verbessert und optimiert werden. Auch sei der Aufbau eines Kundencenters vorgesehen. "Hier ist eine Perle verschüttet, der wir wieder zu Glanz verhelfen und Bad Waldsee zum Kompetenzzentrum Schweißen machen wollen", so Erwin Promoli. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 95 Mitarbeiter. Fachkräfte würden dringend gesucht. "Unsere größte Sorge ist: Wo bekommen wir Fachkräfte her?", sagte Promoli. Roland Weinschenk und Shqipe Karagja informierten über die Bildungsmesse und die weiteren Angebote zur Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen.


Gerne sei man bei der Vermittlung behilflich. Im weiteren Gespräch mit den städtischen Gästen wurden die Themen Flüchtlingspolitik, neueste Technologien und Entwicklungen, Energiepolitik und Energiekosten, Steuern sowie Schulpolitik angesprochen und diskutiert. Auch das Thema Feuerwehr wurde aufgegriffen, da das Unternehmen auch in diesem Bereich ein kleines Portfolio anbietet. Zum Abschluss informierte Roland Weinschenk die Firmenvertreter über die Eckpunkte der Stadt Bad Waldsee und lud die Unternehmer zu nächsten Veranstaltung in der Reihe "Wirtschaft im Gespräch" am 17. Oktober ein.




Text/Foto: Brigitte Göppel

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