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Bad Waldsee – Das 13. Ortsgespräch präsentierte mit Richard W. Allgaier am gestrigen Donnerstag einen charismatischen und heimatverbundenen Künstler von seiner persönlichen Seite. Nach der Enthüllung eines für das „Ortsgespräch“ gemalten Bildes, zeigen sich der Künstler wie auch Moderator Dirk Haselbacher von ihrer emotionalen Seite. Das Ortsgespräch hat sich zu einem Highlight der Bad Waldseer Kulturszene gefestigt. (Im Bild links Dirk Haselbacher, rechts Richard W. Allgaier)

 

 

Die geringe Anzahl an Besuchern war mehr dem drückenden und heißen Wetter geschuldet als dem Interesse an dem Künstler. Umso spannender und persönlicher waren die Erzählungen und Geschichten aus dem Leben des Waldseer Künstlers Richard W. Allgaier. Bekannt souverän leitete Dirk Haselbacher durch die Veranstaltung und begrüßt die Gäste: „Die afrikanische Hitze ist uns gelungen!“ Mit einem alten Drehzahlmesser als Gastgeschenk bringt Haselbacher zum Ausdruck, dass man auch mit einigen Kilometern auf dem Buckel noch hochtourig sein Leben gestalten kann, was Richard W. Allgaier eindrucksvoll demonstriert.

 

Das W. steht für Wilhelm, womit der Großvater von Richard benannt wurde. Der Großvater hat bei seinem Enkel mächtige Spuren hinterlassen. Ausschweifend und wortgewaltig erzählt Richard über den meditativen und in sich ruhenden Großvater. Die zeichnerischen Künste wie auch das Feuer für die Ferne hat Richard von seinem Vater vererbt bekommen, der als Seemann mit vielen Zeichnungen sein Leben dokumentiert hatte.

 

 

Die erfahrenen Waldseer Gäste hatten ihre Freude an den bildhaften Erzählungen über die Auseinandersetzungen des „alleinigen Herrn der Krummhalde“ mit der „Gueter-Bande“, die dem jungen Richard an einen Baum gefesselt, eine Wadenverletzung mit einem Speer einbrachte. Die Schule war wenig aufbauend, wenn der Lehrer urteilt: „Was du kannst, ka ma im Leba it braucha!“

 

Frühe Reisen nach Indien und Tibet krempelten das Leben des Richard W. Allgaier ordentlich um. Eindrucksvoll schildert Allgaier die fünfmal am Tag stattfindende und eine Stunde dauernde Teezeremonie des afrikanischen Volksstammes der Tuarek und vergleicht dies mit dem von Europäern geschätzten Druck auf den Knopf einer Espressomaschine. Ein Markenzeichen von Allgaier ist der auf vielen Reisen begleitende Kunstkoffer, der dem Künstler viele Kontakte und Gespräche ermöglichte, aber auch als vermuteter Bombenkoffer, die eine oder andere Reiseunangenehmlichkeit bescherte. Die Erzählungen von seinen Reisen könnten mit Leichtigkeit noch weitere Abende füllen, das Publikum saugte die Geschichten auf.

 

Der Künstler bezeichnet sich als Augenmensch, der gerne beobachtet und bewahren möchte. Viele seiner Kunstwerke sind aus alten gebrauchten Gegenständen hergestellt. Alte Leinesäcke kommen ebenso zum Einsatz wie Lastwagenplanen aus den 50er Jahren. So war es auch Richard W. Allgaier, der den Erhalt und die Restaurierung der „Alten Mälze“ anregte, die dann in der jetzigen Form wieder hergestellt wurde.

 

„Die Hauptwelle der Flüchtlinge wird wegen der Trockenheit in den afrikanischen Ländern noch kommen!“, so der politisch denkende und agierende Allgaier. Diese Entwicklung ist eindrucksvoll mit dem Kunstwerk „Es kommt ein Schiff geladen“ auf dem Kirchplatz dargestellt.

 

 

Richard W. Allgaier würde, so er eine Zeitreise machen könnte, gerne in die Renaissance zurückreisen. Als reales Ziel sieht er aber noch eine Reise nach Georgien. Die erfahrene Gastfreundschaft der Georgier hat ihn schwer beeindruckt.

 

Neben seinen Qualitäten als Maler, Bildhauer und Gestalter zeigte sich Richard als wortgewandter Erzähler. Es quillt beim Ortsgespräch aus Richard W. Allgaier nur so heraus, als wolle er die Welt nicht nur mit seinem Notizen und Bildbänden an seinem Erlebten teilhaben lassen. Allgaiers Emotionen und die Freude über die Teilhabe an seinem Leben sind beim Dank von Dirk Haselbacher und der Überreichung eines „Triumpfgemüses“ ersichtlich. So bunt wie die Socken des Moderators, so bunt stellt sich das Leben des Gastes Richard W. Allgaier dar.

 

Dem Moderator ergeht es nicht anders, als Richard W. Allgaier ein für das 13. Ortsgespräch gemaltes Bild enthüllt. Ein weiteres Bild erbringt bei einer Versteigerung 340 Euro. Mit den Spenden von 200 Euro können nun 540 Euro an ein Schulprojekt in Gambia geleitet werden.

 

Peter Krämer an der arabischen Laute „Oud“, Matthäus Fiesel an der Rahmentrommel und Konstanze Schreier an der Gitarre rundeten passend zum Gesprächsgast mit arabisch-andalusischer Musik den Abend ab.

 

Text und Bilder von Wolfgang Weiß

 

 

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