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Bad Waldsee - Anscheinend haben die Floriansjünger auch einen guten Draht zum Petrus, denn der bescherte ihnen pünktlich zum Tag der offenen Tür ein prachtvolles, sommerliches Wetter. Das haben sie sich auch verdient, schließlich wurde am gestrigen Sonntag 160 Jahre Feuerwehr Bad Waldsee und 10 Jahre Feuerwehrhaus im Ballenmoos gefeiert. (Rita König war auch am Sonntag noch im Wahlkampf-Modus und wirbt um die Stimme von Kommandant Alois Burkhardt)

 

 

Der Sonnenschein lockte dann auch jede Menge Besucher auf das Ballenmoos und die Feuerwehr konnte sich auch sehen lassen. Die 13 Einsatzfahrzeuge inklusive 30 Meter Drehleiter funkelten auf Hochglanz poliert in Reih und Glied. Darunter auch der Einsatzleitwagen Baujahr 1986. Man hörte die Freude und Genugtuung aus der Stimme des Bad Waldseer Feuerwehkommandanten Alois Burkhardt, als er erzählte, dass der Wagen nächstes Jahr durch ein neues Modell ersetzt werden soll. Wäre doch auch peinlich, wenn die Waldseer Feuerwehr mit einem „H“-Kennzeichen zum Einsatz führe.

Wenn man, dank der offenen Türen auch an allen Fahrzeugen, Einblick in die Komplexität der Ausrüstungen der unterschiedlichen Einsatzfahrzeuge sieht, ist es völlig klar, warum die Feuerwehrleute jeden Montag zur „Probe“ ins Feuerwehrhaus kommen. Schließlich muss jeder Handgriff sitzen, muss jedes Werkzeug oder Hilfsmittel sofort zur Hand sein beim Einsatz. Auch Mitten in der Nacht. Bei Regen und Schnee. Hut ab vor soviel freiwilligem Engagement.

Auch am Sonntag waren die Feuerwehrfrauen und –männer mit vollem Engagement bei der Sache. Die vielen hundert Besucher wollten nicht nur schauen, sondern auch genießen. Das gute Essen, die frischen Getränke, Kaffee und Kuchen. Die einen flitzten von Tisch zu Tisch, nahmen Bestellungen auf und servierten, die anderen schwitzten beim Würste-Grillen und Pommes frittieren. Auch an der Kuchentheke und beim Spülen war voller Einsatz gefragt.
Die Blaskapelle sorgte für den guten Ton.

Besonders für die jüngsten Besucher hatten sich die Waldseer Feuerwehrleute tolle Spiele ausgedacht. Mit echten Schläuchen und ordentlich Wasserdruck konnten sie in Spielzeughäusern Holzleisten wegspritzen oder an einem Eimer mit dem Feuerlöscher echtes Feuer löschen.

 

 

Der Höhepunkt des Tages war die Übung der Jugendfeuerwehr

Mit viel Tatütata und Blaulicht rauscht ein Einsatzwagen um die Ecke. Bremsen quietschen. Türen werden aufgestoßen. Aus der Beifahrertür springt ein Feuerwehrjunge. Er öffnet das Mannschaftsabteil, noch mehr Jungen und Mädchen in Einsatzmontur steigen in vollem Karacho, aber geübt und diszipliniert aus dem Wagen.

Schnell wird eine Riege formiert. Der Zugführer, auch im jugendlichen Alter, gibt klare Kommandos. Die Riege löst sich auf. Die einen laufen ans hintere Ende des Wagens, die anderen zur Seite. Schläuche werden abgeladen, Schlauchkupplungen gehoben. Jeder weiß, was er tut, ist sich der Wichtigkeit gerade seiner Aufgabe voll bewusst. Nach wenigen Augenblicken sind die Schläuche, Kupplungen, Abwicklungen, in Stellung gebracht. Jedes „Klar“ wird mit Handzeichen und lautem Ruf durchgegeben. Und Augenblicke später heißt es „Wasser marsch“ und aus den verlegten Schläuchen spritzen die Wasserfontänen.

Aus diesen Jungen und Mädchen werden sicher engagierte Einsatzkräfte, die bei Bränden, Unfällen und anderen Hilfeleistungen das Geübte zu unserer aller Nutzen anwenden können.

 

 

„Heute ist doch Tag der offenen Tür, darf ich da auch mal hinter die Kulissen blicken?“ fragte der Berichterstatter. Kein Problem, schnell war ein Feuerwehrmann bereit, die normalerweise verschlossenen Türen aufzusperren.

Als erstes ging es in die Einsatzzentrale. „Dieser Platz wird als erster besetzt, wenn es einen echten Einsatz gibt“. In der Regel ist das der Zeugwart, ein Mitarbeiter des städtischen Bauhofes, der hauptamtlich für Aufgaben im Feuerwehrhaus abgestellt ist. Aber auch jede andere Einsatzkraft könnte, wenn’s drauf ankommt, die Zentrale besetzen. Hinter der Zentrale, durch ein Fenster in Sichtkontakt, ist ein größerer Kommandoraum und das Büro des Kommandanten. Ebenfalls im Erdgeschoss untergebracht sind Werkstätten für mechanische Arbeiten, eine Funk- und eine Atemschutzwerkstatt, die Schutzzeugpflege, die Waschhalle und ein „Warmlager“ für Gegenstände, die frostsicher untergebracht werden müssen. Ein „Kaltlager“ befindet sich in einem separaten Gebäude.

Die Umkleideräume, in denen fein säuberlich jede Einsatzkraft ihren eigenen Spind mit der Feuerschutzkleidung hat, getrennt nach Männlein und Weiblein, sowie die Duschen und Toiletten sind ebenfalls im Erdgeschoss.

Im ersten Stock untergebracht sind Versammlungs- und Schulungsraum, Aufenthaltsraum und ein Raum für die Jugendfeuerwehr.

Im Treppenhaus und im Flur des Obergeschosses sind kostbare Raritäten aus der Vergangenheit zu sehen: Ein Feuerwehrwagen, der von Pferden gezogen und dessen Pumpe noch von Hand betrieben wurde, eine hölzerne, ebenfalls fahrbare Auszugsleiter und eine weitere Handpumpe mit zwei Modellen, die die Ausrüstung von anno dazumal tragen.

 

Bericht und Bilder: Erwin Linder
Luftaufnahmen von Christof Rauhut

 

 

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