11bericht lesotho gymiBad Waldsee - Die Kinderärztin Irina-André-Lang kam am 10.10.2018 wie jedes Jahr nach Bad Waldsee und berichtete über ihre Arbeit in Lesotho, wo sie mit dem Verein „Yes we care e.V.“ Entwicklungshilfe in Pitseng leistet. Das Gymnasium sammelte bei verschiedenen Veranstaltungen in den vergangenen Jahren Spenden für die Highschool in Pitseng und Frau André-Lang erklärte, wie diese Spenden dort eingesetzt werden.


Ihr Vortrag begann mit allgemeinen Informationen über Lesotho, ein Binnenstaat in Südafrika, der zu großen Teilen auf 3000 m Höhe liegt. Dort leben etwa 2 Mio. Menschen, die meisten im etwas flacheren Westen, viele aber auch in den abgelegenen Bergdörfern im mittleren und östlichen Teil des Landes. Etwa die Hälfte der Landesbevölkerung ist unter 18 Jahre alt.

Lesotho, etwa so groß wie Belgien, ist ein wenig entwickeltes Land mit hoher Arbeitslosigkeit und schlechter Infrastruktur, einige Diamantenminen bieten Beschäftigung.

Ein gravierendes Problem ist die mangelhafte Gesundheitsversorgung. Für das ganze Land gibt es lediglich eine Kinderärztin und insgesamt nur 89 Ärzte, die sich nahezu alle um die Hauptstadt niedergelassen haben. Erkrankte Menschen außerhalb der größeren Städte suchen deshalb zuerst einen Geistheiler auf, der sie kurieren soll.

Die größten Probleme Lesothos sind die Krankheiten AIDS und Tuberkulose, die für sehr hohe Sterberaten in den Generationen der 30- bis 50jährigen verantwortlich sind. Zurück bleiben Waisenkinder, auf sich alleine gestellt, kaum Chancen auf ein vernünftiges Leben oder ein Überleben. So verhungern auch im Jahr 2018 noch 13% der unter 5jährigen Kinder.
In den Jahren 2016 und 2017 wurde die Lebenssituation in Lesotho zusätzlich durch eine große Dürre verschärft.

Diese Dürre hatte auch Auswirkungen auf das Leben der Schüler in der Pitseng Highschool, die von den Waldseer Gymnasiasten unterstützt wird. In den Jahren vor der Dürre konnten zur besseren Nahrungsmittelversorgung der Kinder und Jugendlichen Hühner, Milchkühe und Schweine durch die Spendengelder aus Bad Waldsee und weiterer Spender angeschafft werden. Die einseitige Nahrung aus Maisbrei und Kohlsuppe konnte so deutlich aufgewertet werden.
Durch die Dürre konnte kein Futter für die Tiere mehr bereitgestellt werden, die Tiere mussten geschlachtet werden, bevor sie verhungerten. Die Schüler konnten noch ausreichend mit Nahrung versorgt werden.
Mittlerweile fallen wieder ausreichend Niederschläge und neue Tiere wurden gekauft.

Irina André-Lang zeigte auch Bilder der Jungs in Pitseng, die nun im neu gebauten Jungen-Internat leben, das durch die Spenden aus dem Charity-Lauf des Gymnasiums von 2016 ermöglicht wurde. Die Jungen mussten sich vorher zu zweit ein Bett in einem baufälligen Gebäude ohne Beleuchtung und Sanitäranlagen teilen. Lachende Kinder, die sich über ein eigenes Bett, einen Waschraum, Schlafsäle, Aufenthaltsraum und Studierzimmer freuen, sind der Lohn für den Einsatz der Schüler des Gymnasiums!

Auch zu den beiden Patenkindern des Gymnasiums, Khotsofalang, ein 17-jähriger Junge, der in einem Jahr sein Abitur schreiben wird und Pakiso, ein 16-jähriges Mädchen, brachte Frau André-Lang Neuigkeiten mit.
Das Waldseer Gymnasium übernimmt seit einigen Jahren jeweils für zwei Schüler der Pitseng Highschool eine Patenschaft, davon werden die Schulgelder und weitere Dinge wie die Schuluniform bezahlt. Die Highschool kostet in Lesotho Geld, weswegen sich weniger als die Hälfte der Kinder noch einen Schulbesuch nach der siebenjährigen Grundschule leisten kann.

Die Gymnasiasten der siebten und achten Klassen sowie die Kursstufenschüler waren in diesem Jahr die Zuhörer. Der beeindruckende und berührende Vortrag von Irina André-Lang wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, ihre Arbeit und ihr Engagement zeigen auf, wie wir unmittelbar helfen können, das Leben einiger hundert Kinder wesentlich zu verbessern. Das ist mehr als nur der berühmte „Tropfen auf den heißen Stein“ und jedes einzelne Kind ist alle Anstrengungen wert!

 

 

Text und Bild Bettina Schwarz

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