Bad Waldsee – Gestern Abend haben sich die Gemeinderäte im Ausschuss für Umwelt und Technik mit sieben Gegenstimmen, vier Enthaltungen und vier Ja-Stimmen gegen den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Abfahrt B 30 Nord“ entschieden. Dort sollte eine Tankstelle, ein Schnellrestaurant und ein vier-geschossiges Hotelgebäude entstehen.

Ein etwas fahler Nachgeschmack bleibt allerdings nach dieser Entscheidung, gab es doch schon einen Aufstellungsbeschluss für eine Tankstelle mit einer Systemgastronomie. Wiese also so viel Aufhebens wegen des Hotels, dass nach Auffassung von Gemeinderat Hubert Leißle (CDU), durch sein vollkommen anderes Konzept, zu den vorhandenen Hotels in Bad Waldsee für ihn keine Konkurrenzsituation mit sich bringt.

 

Haben sich die Gemeinderäte etwa gegen den schon ewig gehegten Wunsch der Bad Waldseer Jugend gestellt? Die wünscht sich doch nichts sehnlicher als einen McDonald´s, so war es auch von den Räten Andreas Hepp, Hubert Leißle (beide CDU) und den SPD-Räten Karl Schmidberger und Robert Ettinger zu hören.

 

Sind die Räte womöglich investitionsfeindlich? Brächte doch so ein Projekt zuerst durch den Bau selbst, anschließend langfristig durch Gewerbesteuereinnahmen und schließlich durch eine stattliche Anzahl an Arbeitsplätzen eigentlich nur Vorteile für die Stadt.

 

Vor allem das Hotel, das zu erwartende Müllaufkommen und der Flächenverbrauch des Projekts waren vielen Gemeinderäten ein Dorn im Auge. Dazu äußerten die Gemeinderäte Franz Spehn (Freie Wähler), Rosa Eisele, Sonja Wild (hatte Bedenken beim Müll) und Andreas Hepp (alle CDU) ihre Bedenken. CDU-Mann Maximilian Klingele ging da noch einen Schritt weiter, er sieht in diesem Projekt keinen Mehrwert für die Stadt Bad Waldsee und ist auch der Meinung, dass es nicht zum Anspruch einer „Fairtrade-Stadt“ passe. Vor allem einen McDonald´s lehnte er kategorisch ab!

 

Inwieweit die große Ablehnung des Hotelbaus auf ein Schreiben der Bad Waldseer Hoteliers und Gastronomen für die Gemeinderäte meinungsbildend war, darüber kann man allerdings nur spekulieren.

 

Die GAL-Fraktion geht da noch einen Schritt weiter. Michael Kaiser sieht viele Gründe weshalb die Bad Waldseer Hoteliers gegen dieses Projekt Sturm laufen. Für ihn ist diese Investition sogar „rückwärtsgewandt“, da durch den schnellen Wandel in der Mobilität sicherlich bald keine Tankstellen mehr notwendig seien. Für Dominik Souard ist ebenfalls klar, „an diesem Standort brauchen wir kein Hotel“.

 

In der vom Investor geplanten und gewünschten Form ist das Projekt somit abgelehnt. Bleibt jetzt abzuwarten, ob sich dieser eventuell dazu entschließen kann einen neuen Antrag ohne Hotel an die Stadt zu stellen. Sein neuerliches Engagement für das Projekt wird die lu.pe GmbH aus Günzburg wohl einzig und allein an seiner Wirtschaftlichkeit messen und ohne Hotel erscheint dies mehr als fraglich.

 

Text derWALDSEEer Oliver Hofmann, Bild von Wikipedia

 

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