Montreux – Unzählige Male ist Van Morrison schon beim Jazzfestival in Montreux aufgetreten. Doch jedesmal ist er wieder ein großer Publikumsmagnet und eines der ganz großen Highlights. Beim gestrigen Konzert im Auditorium Stravinsky überraschte er mit einer unglaublichen Bühnenpräsenz, guter Laune, das ist bei ihm nicht immer selbstverständlich, und einem grandiosen Querschnitt durch sein Werk.

 

Ziemlich hölzern und grimmig sieht der inzwischen 73-jährige Sir Ivan aus, er ist für sein Lebenswerk 2015 von der Queen im Buckingham Palace in den Adelsstand erhoben worden, aber gibt er erst einmal seiner kongenialen Band den ersten Takt an, dann ist das alles verflogen. In diesem Mann besteht jede Zelle aus Musik, Rhythmus und filigranem Gefühl.

 

Schier unglaublich, was er wieder aus seinem wunderbaren Repertoire an meist Eigenkompositonen für diesen Abend ausgesucht hat. War nur noch die Frage, wie er wohl heute den Schwerpunkt bei seiner Interpretation setzen wird. Manchmal jazzt er, manchmal gibt er den Sanften, aber an diesem Abend war ihm bei vielen Stücken wohl nach Blues zumute, auch einer seiner größten Einflüsse in seinem Kreativen Schaffen.

 

Auf einzelne Lieder einzugehen wäre hier müßig, alles veredelte er an diesem Abend zu wunderbaren Diamanten. Hervorzuheben bleibt ein fast gar göttliches „Vanlose Stairway“, bei dem er sich selbst an den Flügel setzte, ein nahezu überirdisch anmutendes „In the afternoon / Raincheck“ und natürlich „I believe to my soul“ von Ray Charles, bei dem er wieder einmal manifestiert, dass er wohl der beste weiße Bluessänger ist.

 

Musikalisch gibt er an diesem Abend alles, seine Stimme ist besser denn je, sein schneidendes und unverkennbares Saxophonspiel ist einfach perfekt, er setzt sich ans Piano und spielt Gitarre und beim Blues greift er selbstverständlich auch zur Mundharmonika.

 

Mit den beiden unvermeidlichen Klassikern „Brown eyed girl“ und „Gloria“ geht ein magischer Abend zu Ende. Selbstverständlich ohne Zugabe, so erwartet man das schon fast von Morrison. Es bleiben jede Menge glücklicher Fans zurück und freuen sich schon auf sein nächstes Konzert in Montreux, wenn er sich treu bleibt dann schon in zwei Jahren, 2020.

 

Text und Bilder derWALDSEEer Oliver Hofmann

 

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