Bad Waldsee – Als Michelangelo Oberschwabens begrüßte Dirk Haselbacher zu seinem Ortsgespräch den 1934 geborenen René Auer am Samstagabend in der Mälze im Grünen Baum. Über 100 Gäste fanden sich dichtgedrängt ein um den Bad Waldseer Künstler aus seinem Leben erzählen zu hören. Auf ein erfülltes Leben, aber auch auf düstere Momente vom Ende des Zweiten Weltkriegs blickte der mit Ausnahmetalenten gesegnete Künstler an diesem Abend zurück.

 

Nach Malerlehre mit Auszeichnung beim Abschluss, Gesellenzeit in Bad Waldsee und Stuttgart, Studium mit Auszeichnungen an der Fachhochschule Stuttgart, als grafischer Zeichner im Atelier für technische Grafik der Bundeswehr in Wangen ist René Auer seit 1962 freischaffender Grafik-Designer in Bad Waldsee.

 

Werbung, technische Grafik, Bühnenbilder, Kirchenfenster, Saal-Dekorationen, Fassaden- und Schriftgestaltung, Kalligraphie und nicht zuletzt Brunnen-Entwürfe und Skulpturen umfassen sein breites Schaffensspektrum.

 

Aufgewachsen als eines von zehn Kindern musste Auer zuerst das Geheimnis lüften, warum er immer nur mit einem Barett auf dem Kopf anzutreffen ist. Die französischen Besatzer, die immer eine solche Kopfbedeckung trugen hatten ihn stets fasziniert und er machte sich dann das Tragen eines Baretts selbst zu eigen. Schon aus dem Jahre 1953 gibt es davon ein Beweisfoto, als er gemeinsam mit Rupert Leser beim damaligen Turnfest in Hamburg war.

 

Von seinem mit 55 Jahren früh verstorbenen Vater hat er wohl das künstlerische Talent geerbt. Dieser spielte damals in der Kurkapelle Zugposaune und Geige und so sollte ursprünglich der kleine René auch Geige lernen.

 

Daraus wurde nichts, denn schon früh wurde sein ganz außerordentliches Talent beim Zeichnen und Malen durch seinen damaligen Kunsterzieher an der Oberschule, Paul Heinrich Ebell, rechtzeitig erkannt und gefördert. Der auch weit über Bad Waldsee bekannte Künstler Ebell war sozusagen sein erster Mentor und Förderer.

 

Nach den Jahren in Stuttgart und Wangen war es dann der Unternehmer Erwin Hymer der René Auer wieder zurück in seine Heimatstadt brachte, wo er sich dann als freischaffender Grafik-Designer niederließ.

 

Für Hymer zeichnete er die Pläne für seine Leitern, „dann seien die Aufträge von selber gekommen, Werbung brauchte er noch nie machen“, so Auer.

 

Besonders charmant und unterhaltsam waren dann auch seine Anekdoten von der Waldseer Fasnet. Dort war er jahrelang für die Dekoration der Stadthalle zuständig. So gab er auch zum Besten, dass er schon zweimal die Stadthalle fast abgefackelt hätte und es nur seinen beherzten Löschversuchen zu verdanken sei, dass diese heute noch steht.

 

Heute beschäftigt er sich viel mit dem „binokularen Sehen“, dabei fertigt er Zeichnungen an, die einem dreidimensional erscheinen, sozusagen aus dem Blatt heraustreten. Sein Talent des räumlichen Zeichnens ist so überdurchschnittlich, dass er dies ohne Hilfsmittel frei aus der Hand zeichnen kann.

 

In der Pause spielte der Waldseer Songwriter Curd Conrad, der für Auer das Lied „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ geschrieben und zum besten gegeben hat.

 

Da wiederum kein Eintritt für diese Veranstaltung verlangt wurde, ging ein Hut herum, der Betrag in Höhe von 522 EURO ging zugunsten einer Singener Familie mit zwei an den Rollstuhl gefesselt Jungs, die den Herzenswunsch haben einmal Cowboys und Indianer in Amerika zu erleben.

 

Text und Bilder derWALDSEEer Oliver Hofmann

 

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