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Bad Waldsee - Museum im Kornhaus, “Schrittweise Annäherung an ein Problem“ Ausstellung Wolfgang Flad noch bis einschließlich Sonntag, 24.09., 17.30 Uhr. Die auf den historischen Raum des Museums zugeschnittene Installation im Erdgeschoss bildet eine gelungene Einheit mit den dunklen Eiche-Pfeilern und den stehenden vertikalen Flächen, die in verschiedenen Farben vertikal verlaufend lackiert sind. Dazwischen bewegen sich dynamisch leichte, gitterartige, weiß- und grautonige Strukturen und erwecken den Eindruck des Fliegens.

 

Der in Berlin lebende Künstler, der aus Reutlingen stammt, hat bereits national und international einen guten Namen und seine Arbeiten werden in zahlreichen Einzel- und Sammelausstellungen gezeigt. Doch er kann seine Werke auch verkaufen. So übergab er am 7. Juli im Süden von Ravensburg eine raumgreifende organische Großinstallation über drei Stockwerke im Neubau des „Head Office“ der Schulz Group.

 

Darüber haben sich die Verantwortlichen des Museums natürlich auch gefreut, obwohl sie erst kurz vorher oder gar im Nachhinein davon erfuhren; der Vermittler des Kunstwerkes hatte sich bis zur Präsentation in Ravensburg Stillschweigen erbeten.

 

Diese Parallelität hat jedoch keine Berichterstattung über Bad Waldsee hinaus der knapp zwei Wochen zuvor im Kornhaus eröffneten Ausstellung zugelassen. Dennoch, im Museum im Kornhaus sind an den Wänden noch ganz andere Dinge zu sehen: kleinformatige, mit weichen Farbverläufen lackierte Holztafeln mit stellenweise aus dem Schichtholz herausgefrästen Pinselgesten. Auch gibt es positive, ausgeschliffene Elemente, erhabene Pinselgesten. Die Vorbilder liegen in der Kalligrafie, es geht um Sichtbarmachung von Emotionen und um ästhetische Perfektion.

 

Die Vorbilder liefern Pinselschwünge mit schwarzer Tusche auf A4-Paspier. Nach aufwändigem Lackieren und wiederholtem Schleifen des Bildträgers folgt die zeichnerische Übertragung des Motivs in den Farbverlauf der Lackierung und schließlich ein langer Prozess des Ausfräsens aus den Schichten des darunterliegenden Holzes. Es entstehen handwerklich perfekt gearbeitete Bilder mit starker Wirkung und ganz eigenem Reiz.

 

Die Aufteilung des Raumes hat der Künstler so angelegt, dass die Präsentation von der Spannung der unterschiedlichen Werke lebt. Kunst-Interessierten kann nur geraten werden, die letzten Tage dieser Ausstellung noch für einen Besuch zu nutzen.

 

Öffnungszeiten: Freitag – Sonntag, jeweils 13.30 -17.30
Eintritt: 3,- € (zusammen mit dem 1. und 2. OG des Museums),
Jugendliche unter 16 Jahren sind frei

 

Vorschau: ab Mo., 25.09 – Sa., 07.10. bleibt das Museum wegen Umbau geschlossen.

Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Ecken und Kanten“ am Sonntag, 08.10. um 11.00

 

Text Brigitte Hecht-Lang und Bilder von Oliver Hofmann

 

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Wolfgang Flad

 

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