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Weingarten – Christian Heinzl, der Inhaber der HEINZL Firmengruppe, veranstaltete am vergangenen Donnerstag mit Unterstützung der Stadt Weingarten das erste Mittelstandsforum Oberschwaben. 500 interessierte Unternehmer aus der Region Oberschwaben, Bodensee, Allgäu und Vorarlberg waren ins Kultur- und Kongresszentrum nach Weingarten gekommen. (Im Bild v.l.n.r. Dr. Walter Döring, Karl-Theodor zu Guttenberg, Christian Heinzl)

 

Die zahlreichen Teilnehmer aus Mittelstand und Handwerk nutzten rege die dort gebotenen Möglichkeiten, sie lauschten den interessanten Fachvorträgen, kamen in den Pausen untereinander ins Gespräch und vergrößerten so ihr unternehmerisches Netzwerk und mancher ergriff spontan die Chance mit den dort anwesenden einflussreichen Politikern ins Gespräch zu kommen.

 

Weingartens Oberbürgermeister Markus Ewald machte in seiner Begrüßungsrede insbesondere auf die mittelständische Struktur der Unternehmen in Oberschwaben aufmerksam. „95 Prozent der hiesigen Unternehmen sind Familienunternehmen und diese stellen 60 Prozent der Arbeitsplätze.“ Sogar im internationalen Ausland wäre man äußerst beeindruckt von diesen Unternehmen, so sei dort im englischen Sprachgebrauch sogar vom „german mittelstand“ die Rede.

 

Nach Markus Ewald, dem ersten Schirmherrn der Veranstaltung, kam die zweite Schirmherrin auf die Bühne, Katrin Schütz, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau von Baden-Württemberg. Sie wies auf die Initiative „Industrie 4.0“ der Landesregierung hin und stellte heraus, dass hierfür bereits 325 Millionen zur Verfügung gestellt würden. Mit dieser Summe sollten insbesondere die mittelständischen Unternehmen für die Digitalisierung fit gemacht werden. In ihrer Arbeit setzt sie weitere Schwerpunkte im Bereich „Fachkräftemangel“ und „Bürokratieabbau“.

 

Ruth Baumann, Präsidentin der Unternehmerfrauen im Handwerk Baden-Württemberg e.V, hatte nicht nur wegen der Anspielung auf ihre Körpergröße, „Ich komme aus dem Tiefbau, dort sind die Frauen etwas kürzer“, die Zuhörer sofort auf ihrer Seite. Sie propagierte insbesondere pragmatische Arbeitsabläufe in der Verwaltung und forderte alle Politiker auf, „Probleme zu lösen und nicht neue zu erfinden“. Ihr Vortrag wurde von der Zuhörerschaft mit tosendem Applaus bedacht.

 

Der Präsident der IHK Bodensee-Oberschwaben, Heinrich Grieshaber, stellte den Strukturwandel in der Region als größte Herausforderung für seine Mitgliedsunternehmen heraus. Ein Großteil der Unternehmen sind „nur“ bis 50 Mitarbeiter groß und für diese gilt es die Verkehrsinfrastruktur und die Breitbandversorgung voranzutreiben. Ebenso benannte er den zu erwartenden Fachkräftemangel im Hinblick auf den demographischen Wandel und auch ein Mangel an Gewerbeflächen als weitere Herausforderungen für die Region Bodensee-Oberschwaben.

 

Mit Spannung wurde vom Auditorium der Fachvortrag von Dr. Burkhard Touché von der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Berlin erwartet. Die KfW stellte 2015 mit ihren bundesweit 5.970 Mitarbeitern ein Fördervolumen von 79,3 Milliarden EUR der Wirtschaft zur Verfügung. Auch in der jetzigen Niedrigzinsphase könne die KfW interessante Förderangebote machen. Insbesondere für kleinere Unternehmen sei dies interessant, so stellte er heraus, dass „60 % der Förderkredite an Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als eine Million ausgegeben werden“.

In einem weiteren Vortrag erntete der Referent, Prof. Dr. Erik Schweickert MdL, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landtags Baden-Württemberg, gleich großen Beifall. „Wenn die Politik zu viel fordert, dann kann die Wirtschaft nicht investieren“, so konstatierte er. Insbesondere kritisierte er zu hohe Umweltstandards, die viele Investitionen von vorneherein unrentabel machen.

 

Als Höhepunkt der Veranstaltung wurde der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Weingarten erwartet. Mit großer Spannung warteten viele auf seine Einschätzungen zur Präsidentschaft von Donald Trump. Er geißelte „die Eliten“ in Europa, „nach Brexit und Trump wäre es jetzt höchste Zeit, dass diese endlich aufwachen und in der Realität ankommen“. Schon im Brexit sah zu Guttenberg eine Chance, aber er fragt sich, „warum macht man nichts“ und „wo sind in dieser Situation die Europäischen Führungskräfte?“

 

Durchaus positiv wurde von den Gästen sein Kokettieren mit seiner „abgeschriebenen Doktorarbeit“ aufgenommen, dazu meinte zu Guttenberg, „dass in Deutschland ein Automobilunternehmen so kreativ mit den Abgaswerten umgeht, wie er es mit Fußnoten bei seiner Doktorarbeit gemacht hätte“.

 

In Deutschland müssten jetzt auch endlich die Medien aufwachen und ihre Vermittlungsaufgabe wahrnehmen, da man für die neue Trump-Regierung Vertrauen aufbauen müsse. „Mit Abwarten wird Europa auseinanderfallen und mit Abwarten werden auch die Populisten immer mehr“, so mahnte er eindringlich.

 

Das Mittelstandsforum Oberschwaben hat bei seiner ersten Ausgabe die Feuerprobe ganz klar bestanden und war ein voller Erfolg. Christian Heinzl kündigte daher bei seinem Schlusswort schon den Termin für die zweite Auflage an, nämlich den 16. November 2017.

 

Nachdem die Veranstaltung ohne Verlust durchgeführt werden konnte, muss diese großzügige Geste noch besonders hervorgehoben werden, dass Christian Heinzl den erzielten Überschuss, der durch anwesende Sponsoren noch spontan auf 15.000, -- EUR aufgerundet wurde, zum Ende der Veranstaltung an einen sozialen Zweck gespendet wurde.

 

Der Betrag in Höhe von 15.000, -- EUR wird an den Verein ELIJAH gespendet. Herbert Sausgruber, Landeshauptmann des Landes Vorarlberg a.D., hatte auf Einladung von Christian Heinzl, schon im Laufe der Veranstaltung dieses soziale Projekt präsentiert, dass die ärmsten Roma-Familien in Rumänien unterstützt.

 

Weitere Infos unter: http://www.elijah.ro

 

Spendenkonto:
Jesuitenmission Deutschland
IBAN: DE61 7509 0300 0005 1155 82
BIC: GENODEF1M05 Ligabank
Bitte mit Vermerk: X84020 Elijah

 

Text und Bilder von Oliver Hofmann

 

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