Sportentwicklungsplanung in der Stadt Bad Waldsee

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Sportprogramm

Bad Waldsee - Wolfgang Schabert vom Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps)  präsentierte in der heutigen Gemeinderatssitzung einem Zwischenbericht zu einer Sportentwicklungsplanung für die Stadt Bad Waldsee. Als angestrebte "Sport- und bewegungsfreundliche Stadt Bad Waldsee" will die Kommune in Kooperation mit den Vereinen und Sportanbietern ein Konzept erstellen. Eine erste Erhebung brachte zum aktuellen Sportangebot und zu Sportstätten einige Überraschungen. 

 

Die Ableitung von kurz-, mittel-, und langfristigen Handlungsempfehlungen als Grundlage für die kommunale Sportpolitik der nächsten 10-12 Jahre ist Zielsetzung der Arbeit eines noch zu definierenden Gremiums. Mitwirken sollen "ikps", die Stadtverwaltung, je ein Vertreter der Gemeinderatsfraktionen und Verantwortliche verschiedener Waldseer Vereine. Wolfgang Schabert stellte eine erste Erhebung und Zusammenfassung der Daten in einem Power-Point-Vortrag vor.  

 

Kompakt zusammenfasst

Befragte Schulen und Kindertagesstätten haben alle geantwortet. Von 22 angeschriebenen Vereinen haben 15 den Fragebogen zurückgesendet.

 

Bewertungen der Stadt Bad Waldsee (Auswahl)

Oberhalb des interkommunalen Durchschnitts: Ehrung erfolgreicher Sportler, Qualität kommunaler Sportstätten, Unterstützung bei Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren.

Unterhalb des interkommunalen Durchschnitts: Unterstützung überregionaler Sportveranstaltungen, finanzielle Unterstützung der Vereine.

 

Als besonderes Problem wird die Bindung und Gewinnung Ehrenamtlicher gemeldet. Bei den Sportanlagenkapazitäten werden die Hallenzeiten für den Übungsbetrieb als nicht ausreichend gewertet. 

Beim Bestand an Hallen und Räumen in Bad Waldsee weist Gemeinderat Franz Vogel darauf hin, dass die Eugen-Bolz-Schule nicht 1727 qm Fläche zur Verfügung hat, sondern nur 990 qm.

Die Belegungszeiten für den Vereinssport ergeben einen Bestand mit einer Auslastung von 90%. Wolfgang Schabert bezeichnet dies als komfortable Hallensituation, macht aber auch darauf aufmerksam, dass mit der Halle in Reute nicht genutzte Kapazitäten am falschen Ort zur Verfügung stehen.

Beim Sportplatzbedarf fasst Wolfgang Schaber zusammen: Die Leichtathletik ist gut versorgt. Im Sommer ergibt sich eine Überversorgung mit Sportplätzen, im Winter eine Unterversorung, bei ausreichend freien Hallenkapazitäten.

Im Winterbetrieb wird beim Sportplatzbedarf für die Kernstadt ein Saldo von -12 Stunden errechnet, für Michelwinnaden von -7 Stunden, von Reute -3 Stunden und nur Haisterkirch erreicht einen positiven Saldo von +5 Stunden.  

 

Kritische Fragen und Anmerkungen

Mit den Fragen von GR Rita König nach Bolzplätzen und Sporträumen für nichtorganisierte Jugendliche bestätigt Wolfgang Schabert, dass sich die Betrachtung auf den vereinsorganisierten Sport konzentriert hat.  

Gr Franz Vogel weist als Kenner der Bad Waldseer Sportszene auf die richtige Größe der Halle der Eugen-Bolz-Schule hin (statt 1700 nur ca. 990 qm). Ebenso bemerkt Franz Vogel, dass die Eugen-Bolz-Schule als Privatschule mit ihrem Hallenangebot nicht beständig zur Verfügung stehen muss, was eine Reduktion von bis zu 81 Sportstunden bewirken kann. Ebenso sind für ihn die dargestellen Bedarfszahlen für die Realschule nicht nachvollziehbar. 

GR Bernhard Schultes erkundigt sich nach der Zeitschiene für anvisierte fünf Gremiumssitzungen. Innerhalb  fünf bis sechs Monaten sollen die Handlungsempfehlungen erarbeitet sein. Von Wolfgang Schabert vorgesehene 30 bis 35 Teilnehmer werden als eher uneffektiv in Frage gestellt.

Gr Matthias Haag sieht die Anzahl der Sitzungen als problematisch und möchte zwei der vorgesehenen Sitzungen zusammenfassen.

 

Der Sportentwicklungsplan soll, so Wolfgang Schabert, keine Hallenplanung und keine Vereinsentwicklungsplanung sein. Es werden mit einem engmaschigen und qualitativ hochwertigen Versorgungsnetz für Sport-, Spiel- und Bewegungsaktivitäten Beteiligungsmöglichkeiten am Sport für alle Bürgerinnen und Bürger geschaffen. Wie groß das Interesse an der Beteiligung ist, wird sich zeigen. 

 

Bericht und Bilder Wolfgang Weiß

Ihr Leserbrief zu diesem Thema

 

Gemeinderat

Annähernd 20 Besucher interessierten sich für die Sportentwicklungsplanung

 

 

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