10gedenkfeierBad Waldsee - Am Donnerstagabend fand im Museum im Kornhaus Bad Waldsee eine ganz besondere Gedenkfeier für einen berühmten Sohn der Stadt Bad Waldsee statt. Genau an diesem Tag vor hundert Jahren, also am 8. Oktober 1915, ist der Komponist und Dirigent Josef Krug-Waldsee gestorben. Geboren wurde Josef Krug am 08.11.1858 in Waldsee. Der Museums-und Heimatverein hält das Andenken an den großen Sohn der Stadt lebendig und organisierte eine allseits gelungene Gedenkfeier.

 

Der 1. Vorsitzende Roland Schneider war überwältigt vom Zustrom der Gäste – der Saal war voll besetzt – begrüßte die Besucher, darunter auch Bürgermeister Roland Weinschenk, sowie die Gestalter der Gedenkfeier. „Das ist ja fantastisch, dass so viele Menschen Interesse am hiesigen kulturellen Geschehen haben“, urteilte Roland Schneider.

Sicher können sich im heutigen Bad Waldsee nur wenige Menschen unter dem Namen Josef Krug etwas vorstellen. Da gibt es zwar eine Josef Krug-Straße, eine Gedenktafel in der Ravensburger-Straße, ein Ehrengrab auf dem alten Friedhof und im Kornhaus-Museum im 2. Stock eine eigens eingerichtete Gedenkstätte.

Welche Bedeutung dem Josef Krug, der ganz bewusst in seinem Künstlernamen mit dem Zusatz „Waldsee“ seine Heimatverbundenheit bekundete, kam bei dieser Gedenkfeier wirkungs- und würdevoll zum Tragen.

Voluminös und singstark präsentierte sich der Kammerchor Bad Waldsee unter dem Dirigat von Carola Romer und brachte mehrere Auszüge aus Werken des Komponisten Josef Krug-Waldsee eindrucksvoll zu Gehör. Mit dankbarem Beifall wurde die Chorgemeinschaft für die vielen Probestunden und das Einüben der Krugschen Gesänge reichlich belohnt.

Im Mittelpunkt der Gedenkfeierlichkeiten stand der Vortrag von Robert Häusle, dem neuen Leiter des Gymnasiums Bad Waldsee. Er hatte fleißig über Lebensweg, musikalisches Schaffen, Zeitbedeutung des Josef Krug recherchiert. Es gelang ihm durch eine geschickte Moderation, die wichtigsten Stationen und Lebenswege des Komponisten und Dirigenten Josef Krug anschaulich, methodisch perfekt aufbereitet, einem sehr aufmerksamen Publikum unterhaltsam zu vermitteln. Angereichert mit Anekdoten wurde auf kurzweilige Art und Weise der Lebenweg des Josef Krug geschildert. Ein Weg, sich nicht nur auf die Kindheit in Waldsee bezog. Als vierzehnjähriger Waldseer Realschüler bestand Josef Krug die Aufnahmeprüfung am Stuttgarter Konservatorium für Musik. Der vielseitig interessierte Junge engagierte sich zuvor schon beim Schul-und Kirchenchor und auch beim Stadtorchester in Bad Waldsee. Als Robert Häusle anmerkte, dass Josef Krug als Bub vom bäuerlichen Milieu des Haistergaus und der Haisterkircher Musikkapelle schwärmte und ein Fan der Waldseer Fronleichnamsprozession war, brachte er so manche Besucher zum Schmunzeln.

In Stuttgart erhielt Krug acht Jahre lang Musikunterricht in Gesang und Komposition, Klavier (so auch bei Immanuel Faißt, dem Mitbegründer der Musikhochschule Stuttgart) und Violine.

Gerade mal 24 Jahre alt, übernahm er als Musikdirektor den Chor „Neuer Singverein“ und drei Jahre später parallel dazu auch die Leitung des „Akademie Liederkranzes“ der TH Stuttgart. Im Jahr 1987 - Krug ist mit 29 Jahren immer noch Twen, wie man dies neuzeitlich nennt - wurde sein Chorwerk „König Rother“ uraufgeführt und brachte ihm internationales Ansehen. Weitere Werke folgten. Sein weiterer Werdegang wurde deutlich durch die Dirigententätigkeit geprägt, so in Hamburg, Brünn, Nürnberg, Augsburg und schließlich ab 1901 in Magdeburg, wo ihm aufgrund seiner hohen fachlichen Leistung im Jahr 1912 der Titel eines Professors verliehen wurde. Wenige Monate nach seiner Pensionierung im Januar 1915 verstarb Josef Krug-Waldsee am 8. Oktober 1915 in Magdeburg.

Als Komponist und Dirigent, der sich auch sozial engagierte, hatte er sich einen Namen gemacht, wurde über Landesgrenzen hinweg bekannt. Seine Liebe galt der Vokalmusik. Geschätzt wurde Josef Krug auch als Lehrer für Musiktheorie und Sologesang. Gerade dieses musikalische Schaffen und Wirken führte Robert Häusle, der selbst ein talentierter Musiker ist, exemplarisch vor.

Mit feiner, kräftiger Stimme, am Klavier einfühlsam begleitet durch Franziska Schurrer, interpretierte er Lieder ( Wiegen- und Liebeslieder) von Josef Krug und vergleichend dazu auch von damals zeitgenössischen Komponisten wie Brahms und Richard Strauß.

Häusles Erklärungen zu Josef Krug, den er als Patrioten und Konservativen seiner Zeit im positiven Sinn bezeichnete, waren aufschlussreich und interessant. Er schloss seine Darstellung über Leben und Werk des großen Sohns der Stadt Bad Waldsee mit einem Zitat Horst Köhlers: „Patriotismus und Weltoffenheit sind keine Gegensätze.“ Der Beifall für die Gedenkfeier war ausgesprochen groß und herzlich.

Wer Näheres über Josef Krug- Waldsee erfahren will, dem sei das Buch „Kindheitserinnerungen von Josef Krug-Waldsee“ empfohlen. Die Mitautoren Hermann Schuhmacher und Rainer Klass stellten dieses Werk an diesem Gedenkabend vor. Erhältlich ist das interessante Werk an der Kasse im Museum im Kornhaus.

 

Text und Bilder von Rudi Martin

Beachten Sie bitte den unten angefügten Bilder-Bestellservice

 

  • IMG_8234IMG_8234
  • IMG_8235IMG_8235
  • IMG_8237IMG_8237

  • IMG_8238IMG_8238
  • IMG_8242IMG_8242
  • IMG_8244IMG_8244

  • IMG_8245IMG_8245
  • IMG_8246IMG_8246
  • IMG_8247IMG_8247

  • IMG_8249IMG_8249
  • IMG_8251IMG_8251
  • IMG_8253IMG_8253

  • IMG_8259IMG_8259
  • IMG_8267IMG_8267
  • IMG_8268IMG_8268

  • IMG_8274IMG_8274
  • IMG_8279IMG_8279
  • IMG_8282IMG_8282

  • IMG_8285IMG_8285
  • IMG_8287IMG_8287
  • IMG_8288IMG_8288

  • IMG_8294IMG_8294
  • IMG_8299IMG_8299
  • IMG_8300IMG_8300

  • IMG_8306IMG_8306
  • IMG_8316IMG_8316
  • IMG_8318IMG_8318

  • IMG_8319IMG_8319
  • IMG_8323IMG_8323
  • IMG_8327IMG_8327

  • IMG_8328IMG_8328
  • IMG_8330IMG_8330
  • IMG_8333IMG_8333

  • IMG_8337IMG_8337

 

#joompiter_dbszimageordering{Josef Krug Gedenkfeier - Rudi Martin;;bilderservice@diebildschirmzeitung.de;;Eingangsbestätigung WW}#

 

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok