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Bad Waldsee - Das erste Bad Waldseer Ortsgespräch zwischen Dirk Haselbacher und Uli Boettcher in der Mälze des Grünen Baumes zeigte sich am Donnerstagabend als Volltreffer. Eine volle Mälze, ein premierennervöser Moderator und ein locker plaudernder Gast Uli Boettcher, der ungeniert von sich gibt was ihn derzeit in unsererer Gesellschaft besonders stört, begeisterten das Publikum. Zutreffender Zuruf aus dem Publikum: "Dirk, super!"  (Dirk Haselbacher links und Uli Boettcher rechts)

 

Ein gelungener Veranstaltungstitel "Ortsgespräch" verdeutlicht sofort, dass der Mälze-Gast Ohr- und Augenzeuge von etwas sehr Persönlichem sein kann. Der Logopäde Dirk Haselbacher lebt seit mehr als 25 Jahren in Bad Waldsee und liebt diese Stadt. Menschen aus der Region anderen Menschen nahe zu bringen ist grundlegende Intension der Ortsgespräche. Mit Uli Boettcher als Gast hat sich Dirk Haselbacher in knapp 90 Minuten in die Herzen der Gäste gefragt und getalkt. Er hat sich damit aber auch für weitere Veranstaltungen die Latte sehr hoch gelegt.   

 

Uli Boettcher, geboren in Weingarten, wurde mit schlechten Schulnoten, statt dem Wunsch Mediengestalter zu erlernen, eine Malerlehre nahe gelegt. Die nach der Malerlehre ausgeübte Schauspielerei wurde zwar nie mit einem Abschluss erlernt, ist aber heute Herzenssache und Grundlage des Einkommens. Mit seinen Kindern, einem 21jährigen Sohn und einer 19jährigen Tochter ist sich Uli Boettcher einig: "Früher war manches gut, es war aber nicht alles besser." So wie früher gegammelt wurde, so wird heute gechillt. 

Sehr offen und ehrlich plaudert Uli Boettcher über seine Erfahrungen mit dem Älterwerden, über den großen Schritt als Theater- und Gastronomiebetreiber und die damit verbundenen Eingriffe in sein Leben durch Ämter und Behörden. Uli Boettcher "Ich wollte beweisen, dass man Kultur ohne Subventionen betreiben kann, das würde ich heute so nicht mehr stehen lassen. Es ist aber ein schöner Zustand, Kollegen, die man manchmal nur von Plakaten kennt, einladen zu können und auf der Bühne wie privat kennenlernen zu dürfen. 

 

Theaterprofi durch und durch
Bei großer Stille in der Mälze spricht Uli Boettcher über seinen Antrieb auf der Bühne zu stehen: "Wenn ich atmen und laufen kann, werde ich auf der Bühne stehen. Am Tage nach dem Tode meines Vaters habe ich gespielt!" Nach dem Sinn des Lebens gefragt: "Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst."

Das Rampenlicht gibt Uli Boettcher eine gewisse Narrenfreit, privat, so Uli Boettcher selbst, ist er ruhiger: "Man therapiert sich mit seinem Programm auf der Bühne und verdient Geld damit - was will man mehr." Angst hat Uli Boettcher nur davor seine Stimme zu verlieren. Richtig aufregen kann sich Uli Boettcher darüber wie Menschen ticken: "In Nepal verrecken tausende Menschen und in den sozialen Netzwerken unterhalten sich die Menschen über die verschossenen Elfmeter von Bayern München. Das ist doch nur ein Spiel!" "Es wächst was in mir, das ins Politische geht, es kann durchaus sein, dass ich mehr politisches Kabarett mache."

Nach einer kurzen Musikpause wurden von Besuchern ausgefüllte Karten mit Anregungen und Fragen eingesammelt. Auf einer der Karten: "Ich habe großen Respekt vor ihrer Offenheit."

Sein Können zeigt Uli Boettcher damit, einen von Dirk Haselbacher vorgegebenen Text in verschiedenen Rollen zu spielen. "Ich hätte gerne 500 gr Aufschnitt, 20 gr grobe Leberwurst und ein Ring Schwarzwurst.", war vorzutragen als Oscargewinnerin, französischer Verführer und Heerführer. 

Ein gelungener Abschluss von Uli Boettcher beendet einen gelungenen Abend mit Dirk Haselbacher. So wie sich in Leutkirch "Talk im Bock" als Talkrunde weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat, so hat das "Ortsgespräch" die Chance sich in gleicher Weise  zu etablieren. Zuruf von einer Besucherin: "Dirk, super."

 

Für die Veranstaltung wurde kein Eintritt verlangt. Ein rundgereichter Spendenhut erbrachte Spenden von über 500 € die an die Kinderhilfe Cleft gespendet werden. Das nächste Ortsgespräch findet nach den Sommerferien statt. Wann und mit wem erfahren Sie hier im WALDSEEer. 

 

Text und Bilder von Wolfgang Weiss

 

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