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  • Siegfried Fimpel

    Siegfried Fimpel
    Bad Waldsee

  • Philipp Mayer

    Philipp Mayer
    Bad Waldsee

  • Bernhard Schultes

    Bernhard Schultes
    Bad Waldsee

  • Franz Spehn

    Franz Spehn
    Mittelurbach

  • Dr. Jens Balke

    Dr. Jens Balke
    Bad Waldsee

  • Stefan Oelschlegel

    Stefan Oelschlegel
    Haisterkirch

  • Fabian Leier

    Fabian Leier
    Haisterkirch

  • Thomas Schuhmacher

    Thomas Schuhmacher
    Reute-Gaisbeuren

  • Joachim Fimpel

    Joachim Fimpel
    Mittelurbach

  • Irmgard Jacob

    Irmgard Jacob
    Reute-Gaisbeuren

  • Stefan Senko

    Stefan Senko
    Bad Waldsee

  • Christof Rauhut

    Christof Rauhut
    Bad Waldsee

  • Florian Schoof

    Florian Schoof
    Bad Waldsee

  • Oskar Bohner

    Oskar Bohner
    Haisterkirch

  • Silvia Münster

    Silvia Münster
    Bad Waldsee

  • Franz Daiber

    Franz Daiber
    Bad Waldsee

  • Marc Hinder

    Marc Hinder
    Reute-Gaisbeuren

  • Maximilian Reck

    Maximilian Reck
    Reute-Gaisbeuren

  • Hans Jörg Leuter

    Hans Jörg Leuter
    Bad Waldsee

  • Bernadette Behr

    Bernadette Behr
    Bad Waldsee

  • Sabine Rauhut

    Sabine Rauhut
    Bad Waldsee

  • Olga Spitzki

    Olga Spitzki
    Bad Waldsee

  • Dominik Souard

    Dominik Souard
    Bad Waldsee

  • Daniela Schmieder

    Daniela Schmieder
    Reute-Gaisbeuren

  • Florian Girmes

    Florian Girmes
    Bad Waldsee

  • Dirk Eberhard

    Dirk Eberhard
    Bad Waldsee

  • Joachim Mägerlein

    Joachim Mägerlein
    Michelwinnaden

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Bad Waldsee - Knapp 10 Tage vor den Kommunalwahlen in Bad Waldsee waren Vertreter aller Parteien und Wahlvereinigungen, die an der Wahl antreten, in der Mensa am Schulzentrum zu Gast. Das Gymnasium Bad Waldsee hatte zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, um die knapp 250 Erstwähler der Klassen 10 bis 12 auf die Kommunalwahlen einzustimmen. Jeweils zwei Kandidierende der CDU, Freien Wähler, SPD und der Grünen folgten der Einladung und diskutierten zu den Themen Umweltschutz und Jugend in Bad Waldsee, bevor sie sich den Fragen der Schüler/innen stellten. Bild (v.l.): Die Kandidierenden Marc Schroedter, Sonja Wild, Bernhard Schultes, Florian Girmes, Oliver Hofmann, Susanne Haug, Rita König und Eric Hohl, sowie das Moderatoren-Team Paolo Petrino, Jannis Ochner und David Spägele.

 

Schulleiter Robert Häusle betonte bereits in seinen Grußworten die Wichtigkeit der Kommunalpolitik. „Hier werden die Bad Waldseer Anliegen diskutiert. Das ist keine Politik von oben herab, sondern auf einer Ebene mit euch, den (Erst)-Wählern und Bewohnern von Bad Waldsee“, erklärt Häusle die Bedeutung der Kommunalpolitik. 

 

Gekonnt leitete das Moderatoren-Trio David Spägele (Schülersprecher, 12. Klasse), Jannis Ochner (11. Klasse) und Paolo Petrino (11. Klasse) durch die Diskussionen, die größtenteils sehr konkret und offen geführt wurden. Das war den Moderatoren, sowie den Organisatoren der Veranstaltung auch ein Anliegen: „Wir wollen kein Geschwafel, sondern konkrete, auf den Punkt gebrachte Antworten“, klärte Moderator David Spägele die Teilnehmer auf.

 

In der ersten Runde hatte jeder Kandidat/in 60 Sekunden Zeit sich vorzustellen und kurz auf seine Ideen für den Gemeinderat einzugehen. Die teilnehmenden Kandidaten/innen waren:

Eric Hohl (Grüne), 21 Jahre: Er will sich für die Jugendkultur in Bad Waldsee einsetzen.

Susanne Haug (Grüne), 64 Jahre: Sie will sich für den Klimaschutz in Bad Waldsee, sowie bessere Bürgerbeteiligung einsetzen.

Rita König (SPD), 66 Jahre: Sie will sich vor allem für die Frauen in Bad Waldsee einsetzen und fordert speziell auch junge Frauen auf ihre Stimme zu erheben.

Oliver Hofmann (SPD), 52 Jahre: Er will sich für eine offene Gesellschaft in Bad Waldsee einsetzen, speziell für die Inklusion von behinderten Menschen in die Gesellschaft und den kostenlosen Zugang zu Bildung.

Florian Girmes (Freie Wähler), 18 Jahre: Er will sich vor allem auf den Blick in die Zukunft konzentrieren und Entscheidungen immer zum Wohle der „Next Generation“ treffen.

Bernhard Schultes (Freie Wähler), 57 Jahre: Er will auch weiterhin leidenschaftlich für seine Heimatstadt Bad Waldsee kämpfen und individuelle Ziele unabhängig von Wahlprogrammen forcieren.

Marc Schroedter (CDU), 25 Jahre: Er sieht, dass für die Jugend in Bad Waldsee vieles nicht gut läuft, das will er verbessern. Besonders wichtig sind ihm hierbei die Themen bezahlbarer Wohnraum in Bad Waldsee und die Digitalisierung.

Sonja Wild (CDU), 59 Jahre: Sie will die Jugend „mit ins Boot holen“. Wichtig ist ihr vor allem die Berufsausbildung in Bad Waldsee zu fördern und Möglichkeiten für flexible Kinderbetreuung zu schaffen.

 

Nach kurzen Statements zu den jeweiligen Wahllisten, starteten die Moderatoren die erste Diskussionsrunde zum Thema Umweltpolitik. Welche konkreten Pläne und Ideen haben die Kandidaten?

 

Zu ersten hitzigen Diskussionen führte die Aussage von Susanne Haug (Grüne), die das Thema Umwelt als das Thema der Grünen definierte. Das wollten die anderen Parteien und Wahlvereinigungen so nicht akzeptieren. Haug forderte konkrete Maßnahmen, um Zeichen für den Umweltschutz zu setzen. „Wir wollen den Klimanotstand in Bad Waldsee ausrufen und den Klimaschutz dadurch als oberste Priorität bei allen Entscheidungen setzen“. Als Beispiel für konkrete Maßnahmen nannte Haug autofreie Wochenenden.

Oliver Hofmann (SPD) jedoch betonte, dass Bad Waldsee ja bereits mit dem „European Energy Award“ ausgezeichnet sei. Er sieht Bad Waldsee auf einem guten Weg, was die Umweltpolitik betrifft, fordert aber eine massive Fortführung dieses Weges. 

 

Benno Schultes (Freie Wähler) will den Klimaschutz Schritt für Schritt vorantreiben. Die Freien Wähler jedoch setzen auf Freiwilligkeit und wollen das Bewusstsein der Bürger für die Umwelt verbessern. Verbote sieht er als völlig falschen Weg, vielmehr wolle er z.B. das Verkehrsangebot durch Car-Sharing und Fahrradvermietung erweitern, um die Anzahl an individuellen Autos zu senken.

Marc Schroedter (CDU) spricht sich gegen Floskeln aus und fordert für jeden umsetzbare Maßnahmen. Für ihn beginnt der Umweltschutz bei jedem persönlich, so sieht er z.B. den regionalen Einkauf anstatt des Einkaufs von Billigprodukten aus dem Discounter als eine gute Maßnahme, die jeder persönlich umsetzen kann. Auch will er keine Verbote, wie z.B. Autoverbote, die die persönliche Freiheit einschränken. 

 

Ein intensiv diskutierter Punkt war der geplante Windenergie-Park, der schließlich nicht umgesetzt wurde. Immer wieder wurden die Gründe für das Scheitern des Projekts diskutiert. Marc Schroedter (CDU) kritisierte hierbei auch die an den Tag gelegte Haltung: „Man kann nicht alle Gemeinden um uns rum auffordern grüne Energie auszubauen, und dann sagen: Aber bitte nicht vor unserer Haustür!“

 

In der zweiten Diskussionsrunde wurde das Thema Jugend in Bad Waldsee angesprochen.

Marc Schroedter und Sonja Wild (beide CDU) lobten die Bad Waldseer Großveranstaltungen wie die Fasnet oder auch das Stadtfest. Sie finden jedoch, dass dies zu wenig ist und dass diskutiert werden sollte auch die unter 18-jährigen besseren Zugang zu den Veranstaltungen erhalten. Sie betonten die Wichtigkeit der Waldseer Verein, in denen großartige Arbeit stattfindet und wollen intensivere Unterstützung der Vereine seitens der Stadt durchsetzen.

 

Florian Girmes (Freie Wähler) sieht als großes Problem die komplizierte Verwaltung, die es jungen Menschen immer wieder schwierig macht, Veranstaltungen zu organisieren. So ist es aus seiner Sicht viel zu kompliziert z.B. das Jugendkulturhaus oder auch die Schwemme für Veranstaltungen zu mieten und darum gibt es auch so wenige Abendveranstaltungen in Bad Waldsee. Er berichtet von einem Gespräch mit Anwohnern nahe des Jugendkulturhauses, die berichteten, dass es nie Probleme wegen Lärm oder Musik gebe. „Das kann doch eigentlich gar kein richtiges Jugendkulturhaus sein, wenn es nie laute Musik oder Lärm gibt.“, äußert der 18-jährige mit einem Zwinkern. Außerdem will er die Stimme der Jugendlichen im Gemeinderat stärken.

 

Oliver Hofmann und Rita König (SPD) fordern die Gründung eines Jugendgemeinderates als starke Stimme der Jugend. Sie sehen das Problem des Jugendkulturhauses und wollen hier ein neues Konzept erarbeiten. König kritisiert auch die schlechte Sportstättensituation in Bad Waldsee, die die Jugend in ihren Aktivitäten einschränke.

Eric Hohl (Grüne) kritisiert, dass Jugendkultur nicht nur an einzelnen Großevents stattfinden sollte, sondern dass es eigentlich immer einen Platz geben sollte, an dem sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausleben können. Er sieht auch das Problem, dass die jungen Erwachsenen zum Feiern nach Ravensburg oder in andere Städte fahren müssen, da in Bad Waldsee aus seiner Sicht einfach zu wenig geboten ist. 

 

Das Thema Jugendgemeinderat spaltete die Parteien. Während die CDU und Freien Wähler den Jugendgemeinderat als nur sehr schwaches Organ wahrnehmen, da er ja lediglich eine Anhörung im Gemeinderat hat und kein Stimmrecht, sehen die SPD und die Grünen den Jugendgemeinderat als enorm wichtige Institution an, da eben Entscheidungen in Gremien gefällt werden und nicht durch Gespräche mit den Gremien.

 

Offen und direkt diskutierten die Beteiligten das Thema Jugendpolitik und auch das Publikum beteiligte sich und lies deutlich mit Applaus erkennen, welche Meinung sie befürworten. In der folgenden Diskussionsrunde nahm gleich ein Schüler Bezug auf das Thema Jugendgemeinderat. Er berichtete, dass bei einer Umfrage im Jahr 2018 an den Schulen nur sehr wenig Interesse für einen Jugendgemeinderat gezeigt wurde und er daher die Diskussion nicht ganz verstehe, wenn kein Interesse seitens der Jugend besteht.

 

Ein weiteres Thema, das durch einen Schüler aufgegriffen wurde, ist die Digitalisierung. Er fragt wie es sein kann, dass seit mehreren Tagen das O2-Netz in der Region ausfällt und nichts dagegen unternommen wird. 

Hierbei waren sich die Teilnehmer ausnahmsweise einig. Alle befürworten und fordern den Ausbau der Digitalisierung in Bad Waldsee. Es muss für jeden Haushalt schnelles Internet zur Verfügung stehen, ansonsten werde es schwierig am modernen Leben weiter teilzunehmen. Beim Thema Mobilfunknetz sind der Kommunalpolitik jedoch die Arme gebunden. Hier sei der Netzanbieter O2 zuständig die Störung zu beheben. 

 

Auch das Thema Jugendkulturhaus und Veranstaltungen in Bad Waldsee beschäftigte die Schüler, da es Jahr für Jahr schwierig sei eine Abi Party in größerem Rahmen zu organisieren.

Auch hier sind sich die Teilnehmer einig, dass es definitiv eine Konzeptänderung im Jugendhaus geben muss. Das Jugendhaus sollte offen sein für alle Altersgruppen zwischen 12 und 25 Jahren und dazu gehört auch, dass mehr Abendveranstaltungen angeboten werden. Momentan muss jede Veranstaltung dort einen pädagogischen Hintergrund haben, auch dies wolle man überdenken. Wichtig ist den Vertretern auch, dass sich die Jugendlichen Gedanken machen, wie das Jugendkulturhaus aussehen könnte und dann auch den Mut aufbringen dies den Gemeinderäten mitzuteilen.

 

Auch bei der letzten Frage eines Schülers zum Thema Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) waren sich die Vertreter einig, dass hier Handlungsbedarf besteht.

„Für mich ist jeder leere City-Bus, der an mir vorbeifährt, ein Mahnmal dafür, dass wir dringend neue öffentliche Verkehrsmittel benötigen“, bringt Oliver Hofmann die Diskussion auf den Punkt. Einig sind sich die Kandidaten darin, dass auch Car-Sharing-Konzepte, Fahrradmobilität und Ruf-Busse in ein neues Konzept mit aufgenommen werden müssen und dass der öffentliche Nahverkehr nicht an den Grenzen Bad Waldsees enden sollte, sondern vor allem auch die Anbindung nach Ravensburg erweitert und verbessert werden muss.

 

Einige Fragen konnten aufgrund des Zeitlimits nicht mehr beantwortet werden. David Spägele forderte die Schüler auf die Fragen ruhig auch direkt an die Parteien zu stellen. Diese betonten noch einmal, dass es vor allem wichtig ist, dass die Jugendlichen wählen gehen und es zweitrangig ist für wen die Erstwähler ihre Stimmen dann vergeben.

 

 

Bericht und Bilder: Leo Seebold

 

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