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Reute/Gaisbeuren - Das erste Mal in der Großortschaft Reute-Gaisbeuren mit neuem Ortsvorsteher wurde am Freitag das Narrenrecht durch die Narrengilde Reute abgeholt. Bei eisigem Wind kämpften die Narren gegen die mutigen Verteidiger der Ortschaft. Achim Strobel und seine Truppe versuchte mit allen Tricks, die Ortschaftsverwaltung in Gaisbeuren zu umkämpfen. Selbst Schneehaufen vor der Türe hielten die Narren nicht ab und diese schaufelten kurzerhand die Schneeberge weg.

 

Mit Fanfarenklängen und Kanone wurde schließlich die Kapitulation erklärt und die Narrengilde hielt Einzug in den hohen Hallen.

Hermann Sommer als Zigeunervater begrüßte die große Menge der Gäste. Besonders erfreut zeigte er sich über den Ortsvorsteher und meinte: „Schee das du heute au da bisch" Am Ehrentisch begrüßte er auch Lothar Grobe mit Frau – Ortsvorsteher a.D.i.R. Ein Lob erhielten die Damen der Ortschaftsverwaltung, welche die Halle wieder so schön geschmückt hatten. Altbewährt und nicht wegzudenken Conny am Keyboard und Qutschkomode.

Die Präsidentin und Gildemeisterin entschuldigte er – sie würden etwas später nachkommen, da sie derzeit beim Patenkind in Haidgau zum 40 jährigen Zunftjubiläum sind. Sie werden aber noch eintreffen.
Oh fast hätte er Geli – stellvertretende Ortsvorsteherin aus Gaisbeuren vergessen.

Er lobte „Achim" – denn er hat bereits viel dazu gelernt. Nachdem er im letzten Jahr noch so sein Schwierigkeiten hatte, als es darum ging um ½ 8 Uhr das Narrenrecht abzuholen, hat es nach einigen Gesprächen noch die Klarheit gegeben, dass man nicht morgens sondern abends meinte.

Hermann setzte ihm den Strohhut auf und somit galt die Ortschaft als eingenommen und nun endgültig bis zum Aschermittwoch in Närrischer Hand.

Strobel trat nun auch hervor und begrüßte alle anwesenden Gäste. Nachdem 60 angemeldet waren, wurde für 72 gestuhlt und nachdem auch das nicht ausreichte, stellte man kurzerhand einfach noch was hinzu.

Nachdem er die Kapitiulationserklärung unterschrieben hatte wandte er sich noch an den Zigeunervater mit den mahnenden Worten – „ich bitte Euch keine Lumpen reinkommen zu lassen" – darauf Hermann Sommer –„ ja Achim, wenn du gehst, dann ist der größte Lump ja draußen."

Mittlerweile waren auch Präsidentin und Gildemeisterin eingetroffen und mussten feststellen, dass man etwas auf der Urkunde unterschrieben hatte, was so gar nicht geht. Ja da merkt man halt – der Achim hats schon drauf als Jurist weiß er schon wo er so seine kleinen Dinge verstecken kann.

Doch auch brachten die Narren noch ein Geschenk mit – es war etwas ganz besonderes – etwas was derRoland niemals schafft. Sie haben keine Kosten und Mühen gescheut und haben sich auf den Weg gemacht bei den nötigen Stellen um Gehör gebeten und siehe da – ein Baugenehmigung. Und was für eine wichtige. Die Ortschaften dürfen eine Bank mit Supermarkt bauen und alles so wie sie es wollen. Da strahlte Strobel natürlich sehr und bedankte sich aufs herzlichste.

Nun kam auch die Gildemeisterin zum Zuge – mit vielen Grüßen vom Patenkind aus Haidgau sprach sie davon, dass sie doch gerne noch eine weitere Baugenehmigung aussprechen würde – jetzt wo sie ja an der Macht sind. Nachdem die Brücken ja so gar keinen Wert haben – wie man es ja im vergangenen Jahr gesehen hat – wünschte man sich was Besonderes. Tore – viele Tore, denn schon zu früheren Zeiten waren Tore das Symbol von noblen Orten – und das wäre Reute-Gaisbeuren ja allemal. Sie stellt sich da ein Tor kommend von Aulendorf vor und eins von Waldsee kommend und dann noch eins von Gaisbeuren. Da hätte man es auch mit dem Plakettenverkauf einfacher – denn so könne man direkt kassieren. Aber nachdem es mit den Baugenehmigungen ja doch immer länger geht – wolle man dies bis zum nächsten Jahr planen.

Nun war wieder Achim Strobel gefragt. Mit einem überdimensionalen TipToi Stift, wurde sein Wissen um die Narrengilde überprüft. 11 Fragen hatte er zu beantworten – und siehe da – er hat seine Hausaufgaben richtig gut gemacht. Gar 8 Fragen konnte er ohne Probleme beantworten. Ein super Ergebnis – man war sich nicht sicher, ob alle im Saal das geschafft hätten. Dafür bekam er als Preis ein freies Essen und Trinken am heutigen Abend beim Narrenrechtabholen hier in Gaisbeuren.

Präsidentin Claudia Schmidt hatte von einem wunderbaren Erlebnis zu berichten. Auf einem Ausflug zum Baden nach Schwangau hatte sie so ihre netten Erfahrungen machen müssen. Aus Unwissenheit das an diesem besagten Tage nur FKK Baden angesagt war, lief sie froh gelaunt mit Badeanzug in das Schwimmbad. Doch schnell wurde sie von den Badenden darauf hingewiesen, dass sie etwas zu viel anhatte. Also wieder Badeanzug aus und schnell ins Wasser – doch auf dem Weg dorthin wurden ihr außer einem Badvorleger mit Saugnoppen noch der Ortsvorsteher, der Pfarrer und zu guter Letzt noch der eigene Mann zum Verhängnis. Ein überaus gelungener Auftritt.

Der Chronist Uwe Wolfgang durfte auch nicht fehlen und hatte so über einige Vorkommnisse aus dem vergangenen Jahr zu berichten. Nicht nur das die Homepage einer Generalüberholung bedarf und vor allem Aktualisierung hatte er zu berichten. Auch die Schwierigkeiten um die Abbiegespur zum Neubau Bank und Supermarkt waren ein großes Thema im vergangenen Jahr. Verbesserungswürdig wären da auch die neuen Räumdienste die nicht unbedingt ortskundig sind, sowie die Hinweise auf der Homepage zur Räum und Streupflicht.

Leider steht der Baum auf dem Dorfplatz immer noch im Weg, welcher schon längst entfernt werden sollte.

Doch ein großes Lob ging an Achim Strobel bei seinem Neujahrsempfang, der nach längerer Terminfindungsphase zu einer gelungen Veranstaltung für Ihn auf dem Weg zu Schultes von Waldsee werden könnte.

Leider habe er die Presse nicht so ganz im Griff, denn man musste von ausufernden Ortschaftsratssitzungen lesen.

Da auch den Narren die Luft in ihren Räumlichkeiten ausging, schlugen sie vor, einen Antrag zu stellen über das gleiche Lüftungssystem wie der Musikverein. Dann gäbe es hier wenigstens keine Beleidigten.
Ein weiterer Höhepunkt des Narrenrechtsabholen war der Mitgliedschaftsantrag von Achim Strobel bei der Narrengilde. Dieser füllte brav auch den Antrag aus und damit er nicht so alleine ist, trug er doch gleich noch seine Frau Simone ein.

Gildemeisterin Sonja hatte noch ein lustiges Spiel vorbereitet. In drei Gruppen wurde gegeneinander angetreten. Für die Narrengilde mussten Basti Bauer und Uwe Wolfgang herhalten – für die Ortschaft Achim und Lothar und noch ein Duett vom Fanfarenzug. Jede Gruppe hatte ihre Farbe an Wattekugeln die mit einem Blasrohr in eine Schüssel gepustet werden mussten. Wie man sehr schnell feststellte eine nicht wirklich einfache Angelegenheit.

Es wurden noch traditionell noch einige Jahresorden verliehen. Zum Schluss hatte Ortschaftsrätin Susanne Halder noch ein Gastgedicht aus Kümmerazhofen mitgebracht. Mit Klängen der Zigeunermusik klang das Narrenrecht dann so langsam aus.

Ein gelungener Abend – „Wa muinet' r ha wella weag"

Text und Fotos Steffi Rist

 

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