Max BeckReute-Gaisbeuren - Mitten aus dem Leben ereilte Max Beck der Tod. Im Alter von nur 72 Jahren starb er nach einem zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt im EK Ravensburg.  Noch vor drei Wochen war er aktiv im Ernteeinsatz auf dem großen Hof in Ankenreute. Zusammen mit seinem Sohn Christoph wurden die Fahrsilos mit Mais gefüllt. Es dürfte im Raum Bad Waldsee und auch darüber hinaus nicht viele Menschen geben, welche den quirligen Landwirt aus Ankenreute nicht kennen. Ist er doch seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil auf dem Waldseer Wochenmarkt. Man kennt ihn hier als den „Kartoffelbauer“, an seinem Stand verkauft er zusammen mit seiner Familie neben Kartoffeln auch weitere heimische Nahrungsmittel.

 

Sein großes Hobby galt ein Leben lang der Blasmusik. Bereits schon in seinem Heimatort Dietenwengen bei Eberhardzell genoss er beim Musikverein Mittelbuch die Ausbildung als Posaunist. Gleich nach seiner Heirat mit Marlies Sproll im Jahr 1968 wechselte er auch zum Musikverein Reute-Gaisbeuren. Doch Max Beck war nicht nur ein sehr eifriger Bläser, er hatte die besondere Begabung, das gute Miteinander von Jung und Alt zu pflegen und zu forcieren. Sein besonderes Talent nutzte er auch als Ausbilder für junge Musiker. Gerne wagte er sich an anspruchsvolle Literatur heran. So war er es, welcher immer wieder den Anstoß gab, die Kapelle solle sich doch bei einem hochqualifizierten Wertungsspiel messen lassen. Gerne pflegte er den Kontakt zu befreundeten Kapellen, auf seine Initiative hin wurden in den zurück liegenden Jahren bereits zwei Doppelkonzerte mit der Musikkapelle Mittelbuch durchgeführt. Neben dem Musizieren hatte Max Beck auch ein besonderes Talent für Bühnenauftritte. So war er Jahrzehnte lang mit seinem Akkordeon der Hauptmacher des Reutener Musikerballs. Mit Ideenreichtum, Witz und Scharm brachte er die vielen Besucher zum Lachen und erntete immer wieder Beifallsstürme. Gerne forderten auch andere Vereine und Institutionen den Ballmacher zu sich auf die Bühne. Der letzte Auftritt dieser Art liegt erst knapp zwei Monate zurück, es war beim Polterabend seines Posaunisten-Kollegen. 

Den Trauergottesdienst in der Reutener Pfarr- und Wallfahrtskirche umrahmte die Musikkapelle Reute-Gaisbeuren musikalisch. Anschließend ging es im Trauerzug auf den Gottesacker. Der Musikkapelle voraus ging die Fahne, eine Abordnung mit Trauerkranz und seiner geliebten Posaune. Pfarrer Mattes würdigte in seiner Predigt das Leben von Max Beck. Vorstand Rudi Heilig sowie der Vorsitzende des Blasmusikkreisverbandes Reinhard Koppers skizzierten in Nachrufen den großen Blasmusiker Max Beck. Die letzte Ehre als Sargträger erwiesen ihm seine ehemaligen Musikkameraden Siegfried Frommelt, Walter Kessler, Josef Schmid und Willi Welz.

Die Musikerinnen und Musiker werden ihrem Freund Max ein ehrendes Gedenken bewahren. Die vier Bilder, welche Rudi Heilig im Nachruf formulierte, halten die Erinnerung dauerhaft: Max als Bauer, Max als Marktmann, Max als Musiker und Max als ein Original.


Text und Foto Rudi Heilig

 

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