vs200Gaisbeuren - Am Abend des Leonhardsfestes in Gaisbeuren überzeugte Peter von Kron in einem gut gefüllten Dorfgemeinschaftshaus. Die Halle war bestens gefüllt, und das obwohl in der Stadt doch eine gewisse „Konkurrenzveranstaltung" zum Umbau der Bleiche stattgefunden hat. Bild: Peter von Kron als Udo Lindenberg.

 

Bereits am Morgen beging man traditionell zum 6.11. den „Dorffeiertag" in Gaisbeuren. Der Tag startete mit einer Messe, die von Pfarrer Stefan Werner und Diakon Franz Fluhr zelebriert wurde. Der Tag setzte sich mit einem Weißwurstfrühstück im Gasthaus Adler statt, welches trotz Feiertag die Türen dafür öffnete. Genau diese Besonderheit bemerkte Pfr. Stefan Werner und Achim Strobel in seiner Begrüßungsansprache am Abend. Solch ein Dorfengagement sei schon etwas Besonderes und nicht alltäglich.

Das Dorfgemeinschaftshaus war liebevoll hergerichtet. Ganz unter der Federführung von Doris Müller war alles bestens vorbereitet, die Tische herbstlich geschmückt und die Mitarbeiterinnen der Ortschaftsverwaltung, Frau Riederer, Frau Sonntag und Frau Schmieder als Bedienungen agierend für das Wohl der Besucher sorgend. Nicht nur flüssiges „Brot" gab es, nein auch Saiten mit Brot gab es für den knurrenden Magen.

Umrahmt wurde das Abendprogramm von dem Trio der Saxophonisten aus der Musikschule Bad Waldsee. Eigentlich sollte es ein Quartett sein, welches aber krankheitsbedingt zu einem Trio wurde. Unter der Leitung von Thomas Scholz meisterten seine Schüler Nicole Rickert und Stefen Nagel diese Aufgabe allerdings mit Bravour.

Nach der Begrüßung durch den amtierenden Ortsvorsteher Achim Strobel und der erheiternden Ansprache von Pfr. Stefan Werner, der noch eine Überraschung vorbereitet hatte, gab es dann den Höhepunkt des Abends. Doch bevor dieser beginnen konnte, sprach Pfr. Werner noch kurz über den „Dorfheiligen St. Leonhard". Er wolle keine lange Rede mehr halten, denn Achim Strobel hatte bereits ausführlich und fachmännisch über die Tradition gesprochen. Er wollte noch dazu beitragen, dass die Gäste ins Gespräch kommen und hatte kurzerhand ein Quiz mit 10 Fragen vorbereitet. Immer Tischweise sollten diese Fragen beantwortet werden. In der Hoffnung auf wenigstens einen vollständig ausgefüllten Fragebogen zum Hl. Leonhard setzte er als Preis 1 Flasche Wein ein. Die Fragen bezogen sich auf Lebenszeit, Werdegang, Bedeutung des Namens, Lebensraum und der Bezug zu Gaisbeuren.

Nun startete der hauptsächlich (bisher) in der Schweiz bekannte Peter von Kron – Stimmenakrobat – mit seinem extra auf den Anlass und die Dorfgemeinschaft abgestimmten Programm.

In wunderbarer Weise kamen viele Persönlichkeiten zum Tragen. So begann er mit dem württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann, der aktuell in morgendlicher Runde zum Weißwurstfrühstück geladen hatte. Nicht nur in Gaisbeuren sollte dieser Feiertag begangen werden, auch die Landespolitik sollte diesen feiern. Geladene Gäste waren unter anderem Gerhard Schröder und Helmut Kohl, die beide über das gerade erschienene Buch Kohls Diskussionsstoff hatten.

Niki Lauda wurde für die Streckenkontrolle des bevorstehenden Leonhardsrittes engagiert und stellte fest, dass die Zielgerade ja noch dem Tempo der B30 hinterher hinge. Jedoch ist der Abschnitt der B30 zwischen Enzisreute und Gaisbeuren prädestiniert für einen Rennabschnitt. Es gäbe keine zusätzlichen Kosten für Safety Car, denn die Autos stünden sowieso, Boxen müssten auch keine gebaut werden, da man hier den Reifenwechsel auf der Straße machen könne und einen Lärmschutz braucht es auch nicht, da die Anwohner den Lärm seit Jahren gewohnt sind.

Immer wieder moderierte er als Didi Hallervorden, der prominente Gäste zu Wort kommen ließ. So wusste Lagerfeld zu berichten, dass New York, London und Paris nichts gegen Reute – Gaisbeuren und Obermöllenbronn seien. Udo Lindenberg kam im Sonderzug nach Reute angereist und Michael Mittermeier startete in der Durlesbachhalle zu einem Casting für DsdS. Auch Emil – Boris Becker und Karasek durften im Saal anwesend sein.

Die Überraschung des Abends war schlechthin Reinhold Beckmann, der eine prominente Persönlichkeit des Ortes zum Interview bat. Wer war hier besser geeignet als Achim Strobel, der frisch angetraut Rede und Antwort stehen musste. Beckmann konnte leider keine dunklen Seiten in seinen Recherchen finden und war nicht schlecht überrascht, als Strobel mit seiner Schlagfertigkeit sogar Ihn ins Stocken brachte. Doch die beiden wollten wohl nochmal in Zwiegespräch am Zettelbach halten und nach den Flusskrebsen suchen.

Ebenso sportliche Persönlichkeiten gaben ihr Stelldichein im Dorfgemeinschaftshaus, als sie sich über das Deutschland: Österreichspiel austauschten und versuchten zu analysieren, warum Deutschland 17:9 gewonnen hat. Die Fragen Rubenbauers brachten aber weder von Jogi Löw, noch Franz Beckenbauer befriedigende Antworten. Erst Ottmar Hitzfeld hatte eine Erklärung für das Ergebnis. Toni Polster hingegen wusste zu berichten, dass das Vakuum im Kopf vorhanden sei. Olli Kahn, Urs Maier und Trapattoni machten sich auch noch Gedanken zu dem Spiel.

Zum Schluss durfte Inge Meysel gab noch einen Einblick auf das Leben im Himmel, in dem sie Papst Johannes Paul bat sie mit Heinz Rühmann zu verbinden. Doch auch hier gab es Umwege, denn es schaltete sich noch Marcel Reich-Ranicki in die Gesprächsrunde ein.
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it überwältigendem Applaus forderte das Publikum Peter von Kron zu einer weiteren Zugabe heraus. Diese wurde mit Otto Walkes Märchen „Rotkäppchen" und Rüdiger Hoffmans Gedanken zu den neuen Socialmedias stattgegeben.

Leider ist dieser wunderbare Abend viel zu schnell vorüber gegangen. Die Gaisbeurer dürfen stolz sein, so eine berühmte Persönlichkeit im Ort zu haben. Peter von Kron ist ein völlig unkomplizierter und sehr sympathischer Künstler. Bleibt zu hoffen, dass die Kleinkunstbühnen in der Region sich ihn auf die Bühne zu holen. Vielleicht wäre ja Kultur am See bereits die erste Möglichkeit eine breite Masse an dem wunderbaren Programm teilhaben zu lassen.

Pfarrer Werner löste zum Schluss auch noch das Leonhards Quiz auf. Es gab zwei Tische, welche alle 10 Fragen beantworten konnten. Somit musste eine Stichfrage gestellt werden. Da er leider keine genaue Lebensaltersangabe über den hl Leonhard finden konnte, beschloss er kurzerhand die beiden Gruppen schätzen zu lassen, wie alter er denn sei.

Ziemlich schnell und sicher konnte Rudi Heilig diese Frage beantworten und somit ging die Flasche Wein an die Runde von Rudi Heilig, Gertrud Schmid, Elisabeth Pahn, Hedi Allgayer und Uschi Halder

Noch lange saß man in gemütlicher Runde zusammen und konnte ungezwungen miteinander ins Gespräch kommen. Wer noch Nachholbedarf hat oder die Gespräche fortsetzen möchte, kann dies bereits am Sonntag ab 13 Uhr in Gaisbeuren beim Leonhardsritt tun. Während der Ritt um 13 Uhr mit der Pferdesegnung und dem Anschließenden Ritt über die Flure beginnt, ist danach im Dorfgemeinschaftshaus zu Kaffee und Kuchen durch die Blutreiter eingeladen.

Achim Strobel dankte noch allen die an der Organisation beteiligt waren: Peter Niedergesäß für die Plakate, Pfarrer Werner und Diakon Franz Fluhr, Familie Bösch für den Orgeldienst und die Öffnung der Lokalität, dem Leonhardsausschuss, den Sponsoren und nicht zuletzt Peter von Kron.

Bericht und Bilder von Steffi Rist

 

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