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Gaisbeuren - Am Sonntag konnte das Patrozinium des Dorfheiligen im Dorfgemeinschaftshaus Gaisbeuren gefeiert werden. So war der Gemeindesaal auch bereits zur Eucharistiefeier bis auf den letzten Platz gefüllt. Pfarrer Stefan Werner nutzte den Todestag des Dorfheiligen, um dessen Leben in Erinnerung zu rufen. Da der heilige Leonhard sich neben den Pferden auch anderen Tieren zuwandte, überließ Werner als Verkündigung sieben „Tieren“ das Wort. Diese traten als Adler, Esel, Fisch, Henne, Rabe, Taube und Löwe ans Mikrofon.


In interessanten Statements brachten sie ihr heutiges, oft nicht so schönes Tierleben zum Vortrag. Nach so vielen nachdenklichen Stimmen umfasste die Predigt von Pfarrer Werner mit dem Thema Schafe (Lamm) nur wenige Sätze: „Auch wenn wir uns noch so oft im Leben verirren, Jesus als guter Hirte lässt niemanden verloren gehen“. Der festliche Gottesdienst wurde von der Familiensonntag-Band unter der Leitung von Volker Schumacher musikalisch begleitet.

Gerne nahmen etwa 250 Personen anschließend den von der Ortschaft Reute-Gaisbeuren arrangierten Mittagstisch an. Kassler-Braten mit hausgemachtem Kartoffelsalat war delikat. Für eine zügige Bedienung der Gäste sorgten Mitglieder des Ortschaftsrates sowie die Mitarbeiterinnen der Ortschaftsverwaltung. Ortsvorsteher Achim Strobel konnte neben den Gemeindemitgliedern noch viele Besucher aus der Nachbarschaft begrüßen.

Unter den Gästen weilten auch Bundestagsabgeordneter Axel Müller, Bürgermeister-Stellvertreterin Sonja Wild, Ortsvorsteher von Mittelurbach Franz Spehn, ehemaliger Ortsvorsteher Franz Bendel, früherer Landtagsabgeordneter Helmut Kiefl sowie Alfred Maucher von der Stadtverwaltung Bad Waldsee. Strobels Lob galt allen Helferinnen und Helfern für die Ausrichtung des Festes, extra Dankesworte erhielt Doris Miller für ihre besondere Mühe bei der phantasievollen Dekoration.

Gegen 13 Uhr leerte sich das Dorfgemeinschaftshaus. Aus allen Richtungen trafen die Blutreiter zur Pferdesegnung ein. Hans-Dieter Hertkorn - er ist schon seit dem Jahre 1992 sowohl Gruppenführer wie auch Vorstand der Blutreitergruppe Reute-Gaisbeuren freute sich, dass sich auch dieses Jahr trotz unsicherer Wetterlage 35 Reiter eingefunden haben. Auch Freunde zu Pferd aus Bad Waldsee, Aulendorf und Bergatreute verstärkten die Reitergruppe. Da zum selben Termin das Sakrament der Firmung in Bad Waldsee gespendet wurde, konnte Pfarrer Werner sich nicht wie in den früheren Jahren unter die Blutreiter begeben.

Diakon Franz Fluhr erinnerte hoch zu Pferd in einer kurzen Ansprache, welch hohen Stellenwert die Kirche schon immer der Schöpfung und damit auch den Pferden zukommen ließ. Vor seinem Segensgebet stellte er Pferd und Reiter unter den besonderen Schutz der Gottesmutter. Das Rosenkranzbeten mit den vielen „Ave Maria“ sei nicht nur so dahingesagt. Mit der Musikkapelle Reute-Gaisbeuren voran - sie spielte schon am Vormittag den Kurfrühschoppen in Bad Waldsee - zogen die Reiter los. Am Ortsende klinkten sich die Musikanten aus, betend zog die Reitergruppe über den Hof Kempter nach Kümmerazhofen. Die Gut-Betha-Glocke der Schönstattkapelle begrüßte hier die Reiterinnen und Reiter. Anne Mayer als Nachbarin war dafür verantwortlich.

Vorbei an der Pfarr- und Wallfahrtskirche und dem Kloster Reute führte der Ritt zurück nach Gaisbeuren. Hier übernahm die Musikkapelle mit dem Blutfreitagsmarsch wieder die Führung. Angenehm war, dass bei milden Temperaturen es während der gesamten Prozession nicht regnete. Während des Flurritts unterhielt Tine Kiefl mit „Fräulein Brehms Tierleben“ ebenfalls tierisch die vielen großen und auch kleinen Gäste im Dorfgemeinschaftshaus bei Kaffee und Kuchen. Mit gekonnter Mimik und Gesten sowie spannender Sprache wusste sie Vieles aus dem Leben des Wolfs und der Wildbienen zu berichten.
Ortsvorsteher Achim Strobel dankte nach der Rückkehr den treuen Reiterinnen und Reitern, der Musikkapelle unter dem Dirigat von Erich Steiner sowie den zahlreichen Festteilnehmern. Am Mittwoch, 6. November um 9.30 Uhr wird der Namenstag des Ortsheiligen in der Leonhardskirche Gaisbeuren gefeiert. Anschließend tritt man sich zum traditionellen Frühschoppen im Hotel „Adler“.

 

 

Text und Bilder von Rudi Heilig

 

 

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