Glockenweihe

Gaisbeuren - Freude in Gaisbeuren: Das Ehepaar Schnell spendet einen Teil des Nachlasses für die Kirchengemeinde Reute. Der beinahe 800 Jahre alte Kirchturm ist saniert – eine dritte Glocke wurde am Sonntag geweiht. Die neue Glocke trägt die Aufschrift „Heiliger Christophorus segne unsere Gemeinde und den Verkehr".


Ein Leben lang haben Walburga und Josef Schnell eine kleine Landwirtschaft betrieben, daneben hat Josef als Bauhelfer ein Zubrot verdient. Bescheiden und sparsam, so war das kinderlose Ehepaar in Gaisbeuren bestens bekannt. Im Nachlass bestimmten beide, dass ein Teil ihres Vermögens der Katholischen Kirchengemeinde Reute zufließen soll. Im Testament stand folgende Zweckbestimmung: Das Geld ist nur für die Renovierung und Instandhaltung der Kirchen in Gaisbeuren und Reute bestimmt. Die Lage der alten Hofstelle war für ein dringend benötigtes Baugebiet „Am Zettelbach" geradezu prädestiniert. So flossen aus den Bauplatzerlösen genügend Mittel, um die dringende Sanierung des alten Wehrturmes auf den Weg zu bringen.

Doch die Mühlen der Behörden mahlen langsam. Bereits Anfang 2009 informierte Pfarrer Eiberle das Bischöfliche Ordinariat und das Landesdenkmalamt über die längst anstehende Sanierung des Turmes. Die Tragebalken des Glockenstuhles waren komplett morsch, die Deckenbalken wurden bei der letzten Sanierung vor sechzig Jahren nur notdürftig geflickt. Ein Glockensachverständiger empfahl den Bau eines neuen Glockenstuhles, dieser sollte aber eine Ebene tiefer gebaut werden. Hier befinden sich auch die Schallöffnungsläden, ebenfalls sei hier dann auch Platz für eine dritte Glocke.

Nach vielen Ortsterminen der zuständigen Behörden konnten zusammen mit Architektin Katja Zachmann – Rundel dann die Detailplanungen erfolgen. Letztes Wort hatte der Kirchengemeinderat unter dem damaligen Vorsitzenden Pfarrer Schitterer im April vergangenen Jahres. Auch der Wunsch nach einer dritten Glocke wurde in den Beschluss aufgenommen. Zur Erinnerung: Im zweiten Weltkrieg wurde, wie überall im Land, auch in Gaisbeuren die größere vorhandene Glocke zu Wehrmachtszwecken abgeholt. Anfang der fünfziger Jahre konnte dann, ebenfalls aus Spendengeldern, wieder eine Glocke zu Ehren des Heiligen Leonhard beschafft werden.

Die neue Glocke mit einem tieferen Ton (Tonart G) wurde im Beisein von Kirchengemeinde-Mitgliedern am 22. November 2013 von der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe gegossen. Am vergangenen Sonntag war es dann soweit, Pfarrer Anantham Antony weihte in seiner Eigenschaft als stellvertretender Dekan die neue Glocke. Sie trägt die Aufschrift „Heiliger Christophorus segne unsere Gemeinde und den Verkehr".

Der Weihe voraus ging ein festlicher Gottesdienst in der St.-Leonhards-Kirche. Zelebranten waren neben Anantham Antony auch Pfarrer und Administrator Stefan Maier aus Bad Wurzach, sowie Ruhestandspfarrer Richard Schitterer. Unter der Leitung von Bernadette Behr gab es festlichen Chorgesang. Während die Kirche schon bereits überfüllt war, versammelten sich zur Weihe auf dem Dorfplatz noch einige Hundert Personen aus nah und fern. Pfarrer Anantham Antony freute sich über den großen Zuspruch der Bevölkerung. Er besprengte die 540 kg schwere Glocke mit Weihwasser, segnete sie mit Weihrauch und salbte sie mit Chrisam. Mit einem Klöppel schlugen die Geistlichen den ersten Ton an, ebenfalls auch Josef Bautz, dessen unermüdlichem Werbens auch die Beschaffung der Glocke zu verdanken ist.

Anne Mayer als Vorsitzende des Kirchengemeinderates bekundete ihrer Freude über die gelungene Sanierung des Kirchturmes sowie den jetzt Dreiklang des Geläutes. Sie dankte allen Beteiligten, namentlich aber Maria und Josef Bautz, welche sich seit langer Zeit in ganz besonderer Weise um die Gaisbeurer Kirche kümmern. Der größte Dank galt natürlich dem verstorbenen Ehepaar Schnell, durch ihre großzügige Spende konnten die Turmsanierung mit einem Kostenaufwand von 212 000 Euro sowie die neue Glocke mit einem Wert von etwas über 17 000 Euro möglich werden. Ihr Statement endete mit dem Wunsch, die jetzt drei Glocken mögen auch in Zukunft die Gläubigen aus Gaisbeuren und darüber hinaus an Sonn- und auch Werktagen zu regelmäßigen Gottesdiensten rufen.

Gerne ließen sich die vielen Besucher anschließend im Dorfgemeinschaftshaus mit kostenfreiem Kaffee und Kuchen bewirten. Reichlich fließende Spenden bekamen Monika und Horst Blaser für ihre Arbeit in Afrika. In den nächsten Wochen wird ein Autokran die Glocke an ihren luftigen Standort bringen.

Weitere Spenden
Für die Restaurierung der alten Fresken in der St.-Leonhard-Kirche sind weitere Spenden willkommen. Konto: Katholische Kirchengemeinde Reute, Konto Nr. 23 210 001, BLZ 600 693 50 Raiffeisenbank Reute-Gaisbeuren

 

Bericht und Bilder von Rudi Heilig

 

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