Durlesbach - Schöner kann ein Sonntagmorgen kaum sein: Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein Natur pur zu erleben, dabei musikalische Ohrwürmer genießen zu können und zu einem kühlen Weizen dann Weißwürste oder Saiten auf den Tisch serviert zu bekommen.

 

Ab elf Uhr strömten die Besucher aus allen Richtungen nach Durlesbach. Während es viele Wandergruppen aus Reute-Gaisbeuren gab, kamen scharenweise Fahrradfahrer aus Richtung Mochenwangen oder auch Schindelbach zum Bahnhof. Aber auch der großzügige Parkplatz füllte sich zusehends. Schon traditionsgemäß veranstaltet der Förderverein Durlesbach-Bähnle hier jährlich ein Lauf- und Musikfrühstück.

 

Bereits zum elften Mal spielte die Dixieband „Gumpigbändler“ aus Kisslegg/Bad Waldsee. Bald wurden auf dem Festplatz an der bekannten Bahnlinie Meckenbeuren-Durlesbach die Schattenplätze rar. Solange bot es sich prächtig an, im Bahnhofsgebäude (derzeit ist hier die Außenrenovierung in vollem Gange) Kunst zu besichtigen. Während es bei Anne Abt und Bruno Schneck Bilder und Holzskulpturen zu sehen gab, zeigte Petra Bitsch besonders ausgewählten Schmuck. Dazu boten im Viertelstundentakt durchfahrende Regional- und auch Fernzüge Eisenbahnromantik vom Feinsten.

 

Leider konnten keine Bahnreisenden hier aussteigen, denn der weltberühmte Bahnhof ist seit 1984 stillgelegt und privat veräußert.

 

Die TSV Reute Runners nehmen den Musikfrühschoppen zum Anlass, Läufer und Nordic-Walker zu einem Genusslauf einzuladen. So haben in diesem Jahr über 40 Personen die zehn, fünfzehn oder einundzwanzig Kilometer lange Waldstrecke im Jogging-Tempo zurückgelegt. Neben ebenen Passagen galt es auch Steigungen zu meistern, hier war dann eine Verpflegungsstation angenehm.

 

Nicht ganz von ungefähr spielen bei diesem Anlass die „Gumpig-Bändler“, fungiert hier doch der Waldseer Eisenbahnfan Peter Christ als Bandleader. Seit vielen Jahrzehnten begeistert er mit seinem Saxofon die Gäste. Die eingeschworene DixieBand besteht weiter aus Rolf Waizenegger, Banjo; Lothar Müller, Posaune; Werner Braun, Bariton; Bruno Boneberger, Waschbrett sowie mit viel Charme Sylvi Kuen, Trommel. Das Repertoire umfasst herrliche Klassiker und Ohrwürmer der 60er- und 70er Jahre. Bei „Eine Reise ins Glück“ denkt man unwillkürlich an Max Greger, bei „Blueberry Hill“ oder „Marina“ kommen lange Erinnerungen wieder. Unter großem Beifall wurde das Lied „Auf dr schwäb’scha Eisabahna“ gespielt und lautstark mitgesungen.

 

„Eine einmalig stimmungsvolle Musik auf hohem Niveau und das ein einem so fantastischen Ort“, schwärmten Ella und Bruno Walser aus Baindt. Sie kommen jedes Jahr mit dem Fahrrad zu diesem Fest nach Durlesbach. Marianne Walter und Elfriede Schmid aus Bad Waldsee genießen die tolle Atmosphäre, sie sind im nächsten Jahr gerne wieder da. Mit dem Wohnmobil kamen sogar Gäste aus der Nähe von Paris nach Durlesbach, spontan entschieden sie sich bei einem kurzen Waldsee-Aufenthalt für diese Sonntags-Romantik.

 

Seit Jahren will der Bähnlesverein am Bahndenkmal für die zahlreichen Touristen, Wanderer sowie Radfahrer ein barrierefreies Toilettenhäuschen bauen, doch dazu ist ein beträchtlicher finanzieller Aufwand zu stemmen. Derzeit hofft vor allem Vorstandsmitglied Franz Bendel auf einen positiven Bescheid auf seinen eingereichten Antrag auf Fördermitteln durch das Leader-Programm.

 

Mit solcher Verbesserung der Infrastruktur könnten dann auch wieder mehr kulturelle Veranstaltungen an den Bahnhof gebracht werden. So freuten sich die Verantwortlichen besonders, dass neben den guten Einnahmen beim Fest die „Gumpigbändler“ wiederum auf eine Gage verzichteten.

 

Text und Bilder von Rudi Heilig

 

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