02diakoninReute - Unter dem Titel „Die Zeit zu handeln ist jetzt!“ stand am Sonntag die Tag der Diakonin, der in der Seelsorgeeinheit Bad Waldsee, in Reute begangen wurde. Im Fokus des Tages stand die Frage „Sollen Frauen in der katholischen Kirche zu Diakoninnen geweiht werden? Die Antwort des Katholischen Frauenbundes (KDFB) und des Diözesanrates der Diözese Rottenburg-Stuttgart lautet eindeutig ja.



Aus diesem Grund luden sie in diesem Jahr auch gemeinsam, den Gedenktag der heiligen Katharina von Siena, den 29. April, dem Tag der Diakonin, ein. Die Zweigvereine KDFB Bad Waldsee, Alttann, Unter-/Oberschwarzach und Bad Wurzach gestalteten den Auftakt des Tages mit einem Brunch, mit regionalen und fair gehandelten Produkten, denn so betont die Sprecherin des Vorbereitungsteams, Gabriele Merk, auch hier ist es Zeit zu handeln.


Grußworte beim Brunch überbrachte die Prädikantin, Silla Kiefer, aus Bad Wurzach, von evangelischer Seite und ermutigte gleichzeitig, nicht aufzugeben, denn auch auf evangelischer Seite war es ein langer Prozess, der sich aber gelohnt hat. Dem Aufruf zum Gottesdienst, in der Pfarrkirche St. Peter und Paul, in der vor fünfzig Jahren die ersten Diakone der Diözese Rottenburg-Stuttgart geweiht wurden, folgten knapp einhundertfünfzig Frauen und Männer und unterstützten mit dem Gebet das Anliegen. Markant war der Beginn, der zunächst, mit einem meditativen Orgelspiel, dann mit dem Geläut von Weckern, und den Worten Katharina von Siena „Warte nicht auf eine spätere Zeit“, begonnen hat und damit aufforderten ein Zeichen zu setzen, nicht länger zu warten, sondern aufzustehen.


Die Heilige Katharina wurde nochmals zitiert „Darum versäumt nicht, wer klug ist, keine Zeit.“ 2017 war dieses Zitat auch schon im Zentrum der Hohenheimer Abschlusserklärung der vier katholischen Verbände. In dem doch sehr kurzen Gleichnis vom Samen, der auf den Boden gestreut wird, zeigte Gabriele Merk auf, dass bezogen auf die Diakonatsweihe für Frauen schon lange gesät ist, nämlich schon seit 50 Jahren. Es kam aber auch deutlich zum Ausdruck, dass der Schlaf nach einem arbeitsreichen Tag von Wichtigkeit ist, aber dann, wenn die Saat aufgegangen und gereift ist, die Zeit zur Ernte da ist. Denn, die Zeit zum Ernten darf nicht verpasst werden, denn sonst wäre die Saat umsonst gewesen.


D. h. die Erntearbeiter müssen bei reifer Frucht sofort losgeschickt werden und es muss sofort entschlossen gehandelt werden. Hervorgehoben wurde auch nochmals, dass alle Menschen Ebenbild Gottes sind und in der Taufgnade allen Menschen die gleiche Würde geschenkt wird, d. h. allen ist die Gnade gesandt. Dieses zutiefst biblische Wissen hat eine ungeheure Aktualität. Bezogen auf die aktuellen Herausforderungen zur Weiterentwicklung des kirchlichen Leben darf der Entschluss, Frauen zum Diakonat zuzulassen, nicht länger aufgeschoben werden. Ehe die Wortgottesfeier mit einem Sendungsauftrag und dem Segen endete, wurde noch die Stellungnahme die Pfarrer Stefan Werner im Kirchenanzeiger geschrieben hatte, wie auch die Stellungnahme, die aus Aachen beim Zweigverein Bad Waldsee per e.mail einging, verlesen.


Die Theologin und Finanzwirtin, aufgewachsen in Friedrichshafen, Sonja Grolig, schreibt: „Keine Theologie und keine kirchliche Praxis hat mir je plausibel gemacht, warum das Priestertum für die Frauen nicht möglich sein sollte. Eine Frage, die ich Bischöfen deshalb immer wieder gerne stelle: Haben Sie keine Sorge Exzellenz, dass Gott Sie einmal dafür zur Rechenschaft ziehen wird, dass Sie Menschen, die er geistbegabt und berufen hat und die bereit waren zum Dienst nicht für diesen Dienst bestellt haben?“ Weiter schreibt Grolig: “Früher hatte ich Mitleid mit uns Frauen, weil die Kirche uns keine adäquate Perspektive bietet, heute habe ich Mitleid mit unserer Kirche, weil sie sich selbst so vieler Möglichkeiten beraubt.“ Nach diesem Worten und dem Dank an alle Gottesdienstbesucher, folgten knapp achtzig Personen, den Erläuterung von Schwester Romula Michel, Franziskanerin von Reute und Mitglied im Dekanatsrat, zum neugestalteten Altarraum, insbesondere des neuen Altars.


Sie stellte klar hervor, dass wenn in der damaligen Barockzeit Beton bekannt gewesen wäre, dann hätte man diesen damals schon benutzt und nicht erst heute. Sie brachte damit nochmals deutlich zum Ausdruck, in der Pfarrkirche Peter und Paul wurde gehandelt und so ist es auch jetzt an der Zeit zu handelt. Die abschließenden Worte, der Vorsitzenden des KDFB Bezirkes, Gabriele Merk brachte dies auch nochmals zum Ausdruck. Vor 50 Jahren wurden die ersten Diakone in der Pfarrkirche ins Amt eingeführt.


In den nächsten Wochen das 50jährige Jubiläum zur Diakonenweihe gefeiert. Der neu gestaltete Altarraum und heute der Tag der Diakonin mit diese beachtlichen Anzahl von Begleitern und Begleiterinnen, steht da die Pfarrkirche nicht prädestiniert für das Amt der Diakonin!



Bericht und Bilder KDFB Bezirk Waldsee Gabriele Merk


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