AML Security hochaufloesend

Bad Waldsee-Urbach - Nach dem Umzug füllen sich die Festzelte, die Gemeinde-Halle und alle anderen Besenwirtschaften in Urbach. Es ist viel los. Jeder möchte sich seinen Platz ergattern. An den Eingängen stehen jeweils zwei schwarz bekleidete Männer mit Knopf im Ohr. (Im Bild links Christian Troll, rechts Alex Huber von der Firma AML Security)

Die Gemeinde hat die Firma AML, eine Security-Firma aus Attenweiler, Kreis Biberach, beauftragt, um unnötige Störfaktoren bei den Fasnetsgästen zu vermeiden. Die beiden Securities vor der Gemeinde-Halle waren so freundlich, unserer Mitarbeiterin Brigitte Eitler, ein paar Fragen zu beantworten:

Alex: Du bist hier als Security. Ist das Dein Hauptberuf? Was fasziniert Dich an diesem doch etwas unliebsamen Job?

Security ist ein Hobby von mir. Seit 13 Jahren schon. Security darf man nicht wegen dem Verdienst machen. Das muss einem liegen, muss Spaß machen. Das ist eine Lebenseinstellung. Rausgehen, mit den Menschen reden, die Situationen überwachen und ein friedliches Miteinander herstellen. Die Gemeinde Urbach hat uns gebucht. Es ist eine Auflage der Stadt Bad Waldsee. Wir sind hier wegen Jugendschutz, Alkohol unter 18 Jahren, und zum Schutz aller Anwesenden. Mein Hauptberuf ist LKW-Fahrer.

Und Du Chris?
Ich mache das auch, weil mir es Spass macht. Der Kontakt mit Menschen. Für mich auch ein schöner Nebenjob in der Schlechtwetterzeit, da ich in der Baubranche tätig bin.

Alex: Gab es irgendwelche Vorkommnisse als Security, die Dich berührt haben.

Ja, da gab es schon ein paar Vorkommnisse in dreizehn Jahren. Einem Mann wurde die Halsschlagader aufgeschnitten. Das ist heftig.

Hast Du dann erste Hilfe geleistet?
Ja, wir haben mit mehreren Securities sofort erste Hilfe geleistet. Außerdem haben wir den Täter auch gleich festgenommen. Das dürfen wir, wenn eine Straftat besteht, bis zum Eintreffen der Polizei. Dann übergeben wir den Straftäter.

Und gab es bei Dir, Chris, Vorfälle, die Dich berührten?
Ich mache das erst seit einem Jahr und bisher kann ich über keinerlei negative Vorfälle berichten.

Alex: Kann man die einzelnen Altersgruppen in sogenannte Verhaltensschubladen stecken?
Es kommt immer darauf an, wo man arbeitet. Im Stadtbereich herrscht ein großes Problem mit der antiautoritären Erziehung. Hier sind die Jugendlichen frech, haben keinen Respekt. Es scheint, als hätten hier die Jugendlichen nichts zu tun. Haben keine Aufgabe. Auf dem Land ist das ganz anders: hier müssen die Jugendlichen oft im elterlichen Betrieb mitarbeiten. Die haben eine ganz andere Lebensauffassung. Hier gibt es keine Schlägerei aus Langeweile. Es herrscht noch eine ganz andere Erziehung und die Jugendlichen haben noch Respekt.

Chris: In meiner Jugendzeit gabe es noch sehr wohl den Respekt vor Älteren. Heutzutage bei Festen etc. laufen die Jugendlichen an einem vorbei in die Festhalle und grüßen nicht mal. Das ist ein großer Punkt in der Erziehung der Kinder meines Erachtens.: der Respekt fehlt.

Alex: ich sehe das genau gleich. Wir haben Jugendliche unter 18 Jahren, die immer noch nach Mitternacht auf Festen sind. Dann wird die Polizei gerufen, die Eltern verständigt, um ihre Kinder abzuholen. Unglaublich, wie respektlos die unter 18-jährigen nicht nur mit uns oder der Polizei, sondern auch mit ihren Eltern umgehen. Respektlosigkeit vom Feinsten. Vater und Mutter werden regelrecht beschimpft.
Ein großes Problem stellt auch der enorme Alkoholkonsum dar. Es ist heute ein Muss bei den Jugendlichen, es ist cool, wenn man richtig besoffen ist. Früher ging man aus, trank ein, zwei Bier. Heute ist es ein einziges Besäufnis. Hier steht das Fest, die Feier an sich, gar nicht mehr im Vordergrund. Sondern nur der Alkoholgenuss.

Brigitte Eitler: Ich bedanke mich für das Ermöglichen dieses Interviews und das sympathische Gespräch.

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