Schulerbefreiung Michelwinnaden

Michelwinnaden - Schon am frühen Morgen liefen die Planungen der Michelwinnadener Bullenrätze und Brunnenhölzler zur Befreiung der Kindergartenkinder und zur Machtübernahme in der Burg sichtlich auf Hochtouren.Die Aktivitäten von Zunftmeisterin Gabi Barth und ihren Helfern wurden vom Ortsvorsteher und den erfahrenen Verteidiger der Michelwinnadener Burg skeptisch beobachtet.

 

Dem bevorstehenden Angriff konnte gelassen entgegengesehen werden da dank guter Vorbereitung die Fenster blitzschnell mit Brettern verbarrikadiert werden konnten. Doch zuerst marschierten die „Machthungrigen" unter Begleitung der Musikkapelle Richtung Kindergarten. Dessen diesjähriges Zirkusmotto bot fantastische Möglichkeiten und so waren neben dem Zirkusdirektor ,der Dompteuse mit ihren folgsamen Königspudeln ,Zebras, Elefanten,Tiger, Katzen zu sehen. Nachdem die die Erzieherinnen erfolgreich gefesselt waren strömten alle Richtung Burghof.

Hier hatte der Ortschaftsrat inzwischen seine tapfersten Mannen (Edmund Gresser und Markus Sigg) gut gerüstet als Wachen vor dem Tor platziert und um einer Leiterstürmung wie im vergangenen Jahr praktiziert vorzubeugen, die Fenster der Verwaltung verrammelt. Da war von der Gegenseite Einfallsreichtum gefragt. Der ersten Schritt machten die Kinder die dank der Unterstützung der fasnetserfahrenen Erzieherinnen alle geforderten Narrensprüche lautstark deklamierten und reichlich mit Gutsle dafür belohnt wurden.

Gabi Barth erhob schwere Anschuldigungen wegen Untätigkeit seitens der Verwaltung, des Ortschaftsrates und vor allem des Ortsvorstehers, seit Jahren ließen laut Gabi, die Feuerwehrleute wegen zu niedriger Temperaturen im Feuerwehrhaus und der Salat in der Küche wegen zu hoher Temperatur die Köpfe hängen .

Frieder Skowronski versuchte noch die Meuterei verbal zu bändigen allein der Narrensamen hatte sich des Narrenbaums bemächtigt und nur die herzhafte Gegenwehr der Ritter verhinderte größere Schäden am Burgtor, mit Tücke und Hinterlist hatten sich derweil zwei Narren über die Rückseite eingeschlichen und die Räume der OV, gestürmt ließen sich aber durch Sekt und sonstige Leckerbissen trefflich von ihrem eigentlichen Vorhaben abbringen und erst ein Machtwort ihrer Meisterin brachte sie dazu die abgesetzten Burgverteidiger abzuführen.

Man darf gespannt sein welche der bemängelten nicht erledigten Aufgaben in der nun folgenden Amtszeit der Narren gelöst werden. Nur durch eine Einladung an alle Anwesenden ins Foyer der Burg konnte sich der Ortsvorsteher aus der im zuvor angelegten Schandgeige auslösen. Eine treffliche Sache denn bald sah man Musikanten Kinder und Narren sowie die Abgesetzten vereint die dort gehorteten Vorräte plündern.

Manch einer nutzte die kurze Verschnaufpause bis zum Umzugsbeginn zur Schaffung einer ordentlichen Grundlage für die Anfechtungen des Nachmittags, so hatte Klara Grünvogel zum Beispiel den Kartoffeldämfer in Gang gesetzt und die Narren zu Bodebira mit Käs geladen.

Pünktlich um halb Zwei standen dann alle wieder im Burghof parat und unter dem strahlend blauen Himmel bei frühlingshaften Temperaturen nahm der kleine aber einfach geniale Umzug seinen Lauf. Hier wurde die Straße zur Manege, die Königspudel sprangen durch den Reif und liefen, welch Kunststück, die meiste Zeit auf zwei Beinen die wilden Zebras waren allgegenwärtig, Napoleon befehligte die großen Gardemädels und hatte sichtlich mehr Mühe als Anette Hiller die die Nachwuchsgarde anführte.

Einen selbstfahrenden Bierkasten mit fünf Flaschen des neu geschaffenen Winniger Bräu (des duat au dir guat) sorgte durch eine eingebaute Musikanlage für Stimmung, und wer gewettet hatte dass der Bierkasten nie und nimmer die schmale Heckenpassage am Breiteweg passieren kann wurde eines besseren belehrt. Die Pippi Langstrumpfs waren wie der ein oder andere Wikinger wohl auch schon in Waldsee unterwegs gewesen und eine Familienpackung Farbstifte sowie die Ahas in ihren körperbetonten Anzügen sorgten für farbenfrohe Tupfer im Gesamtbild.

Was wäre aber die Dorffasnet ohne den einen oder anderen Schwatz an der Haustüre den Fasnetsküchle und Most bei Hepps, diversen „Haltestellen"zur Stärkung und den vielen Musikanten die dank lautstarker Begleitung den verlorengegangenen Umzugsteilnehmern den aktuellen Standort des Zugs signalisierten.

Gegen drei Uhr fanden sich dann die ersten im Burgsaal ein und auch hier hatte die Musikkapelle leichtes Spiel die Stimmung war sowieso schon prima und als die Gardemädchen einmarschierten und ihren großen Auftritt auf der Bühne hatten wurde begeistert geklatscht. Das Foyer war dicht belagert, die Bedienungen brachten akrobatische Einlagen um ihre Tabletts unbeschadet durch die Menge zu bugsieren eine ausgelassen fröhliche Narrenschar, Jung und Alt, die einen mehr im Burghof, die anderen mehr in der Bar verbrachten noch vergnügte Stunden auf einer rundum gelungenen Dorffasnet.

Text und Bilder  F.Skowronski

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