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Michelwinnaden - Es gehört schon lange zur guten Tradition in Michelwinnaden, dass der Musikverein „Concordia“ Michelwinnaden“ am Vorabend des 3. Advents sein Jahreskonzert im Burgsaal abhält. Auch Schnee-und Eisglätte hielten die treuen Besucher dieses blasmusikalischen Ereignisses im kleinsten Stadtteil von Bad Waldsee - auch viele aus dem Umland - nicht davon ab, in das beschauliche Dorf zu kommen.

 

Schon vor Konzertbeginn waren alle Plätze im Saal wie im Foyer voll belegt. Knapp über 200 Zuhörer fanden Sitzplätze. „Mehr gehen einfach nicht herein“, meinte der über den großen Zuspruch sichtlich erfreute Ortsvorsteher Frieder Skowronski. Dirigentin Karin Michele-Klösges hatte für ihr zweites Jahreskonzert in Michelwinnaden mit dem Motto „Weiber G´schichta“ ein Motto gewählt, das Spannung versprach nicht nur von der Idee her. Sie hatte sich bei der Auswahl der Stücke von Frauengestalten inspirieren lassen. Gespannt war man deshalb auf die Umsetzung. Die ist dann auch voll gelungen, was an dem stets riesigen Applaus bestens zu erkennen war. Auch die Intonation der Stücke wurde dem gestellten hohem Niveau gerecht. Denn vom Schwierigkeitsgrad her waren da etliche Stücke dabei aus dem Bereich Oberstufe und sogar Höchststufe.

 

Gekonnt bewältigten die fünfzig Musikanten auf der Bühne - auch hier war die Kapazitätsgrenze erreicht worden - alle an sie gestellten Anforderungen und zwar mit Bravour. Bei allen vorgetragenen Werken spielten Frauen eine besondere Rolle, ob nun als Komponisten oder als musikalisch verehrte und in den Mittelpunkt gestellte Persönlichkeiten des weiblichen Geschlechts. Die intensive Probenarbeit hatte sich wirklich gelohnt. Der 1.Vorsitzende Johannes Hepp begrüßte die Gästeschar. Er freute sich darüber, dass neben den Repräsentanten der Kirche (Pfarrer Thomas Bucher), der Stadt (Dominik Souard vertrat Bürgermeister Roand Weinschenk), der Ortschaft und des Blasmusikkreisverbands auch viele Vertreter befreundeter Vereine gekommen waren. Die Ansage und Moderation lag bei Martina Nunnenmacher in bewährten Händen. Sie versorgte das Publikum auf charmante Art mit Hintergrundinformationen zu den einzelnen Stücken. Ein halbes Dutzend klassischer, sinfonischer Werke kam vor der Pause zu Gehör. In allen Registern bewiesen die Musiker mit einem beindruckenden Klangkörper ihr großes musikalisches Können, perfekt dirigiert von Karin Michele-Klösges.

 

Zum Auftakt erklangen festliche Fanfarenklänge des Komponisten Bedrich Smetana. Er widmete diese der sagenumwobenen tschechischen Fürstin Libussa. Die Fanfaren aus der Oper „Libussa“ kündigen selbst heutzutage noch das Eintreffen des Präsidenten an. Die Konzertpolka von Johann Strauß (Sohn) mit dem Titel „Annen-Polka“ erklang erstmals 1852 im Wiener Prater. Gewidmet war sie der damaligen Kaiserin von Österreich Maria Anna. Sehr schwungvoll wurde diese bekannte Polka jetzt im Michelwinnader Burgsaal interpretiert. Mit dem Stück „Elsas Zug zum Münster“ (Originaltitel: „Elsa´s Procession to the Cathedral“) aus Richard Wagners Oper „Lohengrin“ (4. Aufzug) war das Ensemble besonders gefordert, denn es galt den feierlichen Zug Elsas zum Münster, wo Elsa den geheimnisvollen Retter heiraten soll, mit einem Höchstmaß blasmusikalischen Könnens zu interpretieren. Auch das gelang den Musikern auf beeindruckende Weise.

 

Seit 2005 berührt „Gabriellas Song” im schwedischen Kinofilm “Wie im Himmel” die Herzen der Menschen. Kristina Hepp gelang es mit ihrem feinen, gefühlvollen Sangesvortrag Gabriellas Weg zu Freiheit, Selbstbestimmung und Lebensglück ganz stilvoll vorzutragen. Begeisterten Applaus gab es für die junge Musikantin. Mit dem “The Wizard of Oz” gelang dem Komponisten Harold Arlen die Geschichte vom “Zauberer von Oz” in eine wunderbare Melodie zu kleiden. Den Zauber dieses Medleys wussten auch die Musikanten wunderschön erklingen zu lassen. Mit dem Konzertmarsch “Kaiserin Sissi” von Timo Dellweg wurde schmissig und kraftvoll der erste Konzertabschnitt beendet. Nach der Pause ergriff Klaus Preiß den Dirigentenstab und bewies dabei, dass er recht erfolgreich den Dirigentenkurs absolviert hat. Er dirigierte ein Konzertwerk “Adventure” von Markus Götz, bei dem farbenreich und ausdrucksstark die Liebe zu einer schönen Prinzessin pointiert musikalisch beschrieben wird.

 

Danach übernahm Karin Michele-Klösges wieder die musikalische Regie. Mit der Komposition “Israeli Folk Songs” hatte sie das Werk von Eva Fodor ausgesucht. Ein lyrisches, zweistimmiges Tenorhorn-Solo wurde dabei mit Stampfen und “Hey!”-Rufen verstärkt. Die Instrumente wurden weggelegt und die Musikanten begannen zu klatschen, schnipsen, rufen und stampfen. Mit der “Marta-Polka” von Zdenĕk Gurskŷ wurden die “Frauengeschichten” fortgesetzt. Von Karel Svoboda stammt “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” Die außergewöhnliche Filmmusik wurde von Guido Rennert arrangiert und vom Blasorchester ganz stilgrerecht dargeboten. Mit dem schnellen spanischen Marsch “Amparito Roca” vonJaime Texidor - einem Paso Doble, der einem Mädchen aus Baracaldo gewidmet worden war, wäre der Reigen mit “Weiber G`schichta” offiziell beendet gewesen. Aber die Zugaberufe waren so fordernd und der Beifall so intensiv, dass noch ein zusätzlicher Marsch und eine auf Weihnachten einstimmende Melodie gewährt wurden.

 

Ein Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen, die vom Vorsitzenden des Bezirks Schussen beim Blasmusikkreisverband Ravensburg Peter Zauner vorgenommen wurden. Ihm gelang es auf kurzweilige Art, die Verdienste und Leistungen der einzelnen zu ehrenden Musikanten des Musikvereins “Concordia” ins rechte Licht zu stellen. Der Beifall war jedes Mal ausgesprochen riesig und bei einem Musikanten geradezu umwerfend. Denn Siegfried Baumeister, der selber 28 Jahre lang den Verein führte, wurde für sage und schreibe 60 Jahre aktives Musizieren geehrt. Spontan erhoben sich Mitglieder wie Gäste von ihren Plätzen zur Würdigung von Siegfried Baumeister.

 

Für 10 Jahre aktive Tätigkeit wurden mit der Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet: Annika Auer, Luisa Gresser, Kristina Hepp, Carolin Käppeler, Franziska Schwägler, Jonas Steinhauser, Marcel Steinhauser.

 

Die Ehrennadel in Silber erhielt für 20 Jahre Gerhard Auer.

 

Ausgezeichnet wurden mit der Ehrennadel in Gold und mit Urkunde für 30 Jahre: Elvira Bohner, Margot Heinzler, Thoma Lemmle, Margit Spehn.

 

Mit der Ehrennadel in Gold mit Diamant und Ehrenbrief wurden ausgezeichnet: Herbert Miller (40 Jahre) und Ehrenvorstand Siegfried Baumeister (60 Jahre).

 

Ganz zum Schluss sprach der Vorsitzende Johannes Hepp den ganz persönlchen Dank aus für das wunderbar gelungene Jahreskonzert bei der Dirigentin Karin Michele-Klösges. Er bedankte sich bei der Jugendleitung für die hervorragende Nachwuchsarbeit. Dankespräsente gab es für etliche weitere Unterstützer des Vereins. Einen besonderen Dank richtete der Vorsitzende Johannes Hepp an die Gastmusiker: Christine Auer (Horn), Uwe Auer (Kontrabass), Andreas Baumann (E-Piano), Alfred Merk (Schlagzeug), Anja Muszynski (Fagott), Ralf-Peter Steinmayer (Horn) und Klaus Wachter (Posaune). Sie hatten großen Anteil am wunderbaren Gelingen dieses Jahreskonzerts.

 

Text und Bilder von Rudi Martin

 

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