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Haisterkirch - Das hatte sich die Narrenzunft „Waldhex" Osterhofen-Hittelkofen ganz anders vorgestellt, als sie erstmals an einem Freitag vor der eigentlichen Fasnetswoche zu ihrem närrischen Brauchtumsgeschehen nach Osterhofen eingeladen hatte. In den letzten Jahren geschah dies immer am Mittwoch vor dem „Gumpigen".

 

Die außergewöhnlichen Wetterverhältnisse den ganzen Freitag (6. Februar) über mit dem schneidenden, eisigen Nordostwind und hohen Schneeverwehungen in der Region brachten die ganze Planung durcheinander.

Die Entscheidung, den Narrenbaum unter diesen Umständen nicht aufzustellen, war klug und richtig. Es war bitterkalt mit gefühlten Temperaturen im zweistelligen Minusbereich, obwohl nur fünf Grad minus angezeigt worden waren.

Das Aufstellen des Narrenbaums wäre durch die Windböen mit Gefahren verbunden gewesen. Zwar versammelten sich die Zunftmitglieder und auch die Musikkapelle, dazu knapp ein Dutzend Zuschauer beim üblichen Aufstellungsplatz nahe der Osterhofener Kapelle, wo sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Schaulustige eingefunden hatten, denn war Eile geboten. Eine kurze närrische Begrüßung gab es noch beim vorgesehenen Narrenbaumstandplatz.

Dann aber gab Dirigent Gerhard Staiger ganz schnell den Takteinsatz, ehe die Finger seiner Musikanten klamm geworden wären. Unter den Klängen des Waldseer Narrenmarsches marschierte die gesamte Narrenschar im Eiltempo in den fasnachtlich dekorierten Stadel, der keine hundert Meter entfernt war. Dort hatten Verantwortliche und Macher der Narrenzunft am Nachmittag dafür gesorgt, dass auch der Nachwuchs Freude und Spaß am närrischen Tun entwickeln konnte. Zahlreich waren die nett kostümierten und geschminkten Kinder unter Begleitung von Erwachsenen zur „Kinderdisco" gekommen. Die beißende Kälte draußen wurde schnell vergessen bei Bewegungsspielen, Polonaisen und Spaßaktionen verschiedenster Art im angenehm temperierten Stadel.

„Hexentaufe"
Auch am Abend füllte sich der Stadel schnell. Die Zeremonie der Hexentaufe gleich zu Beginn - zuvor und danach mit schmissigen Fasnetsmärschen der Musikkapelle umrahmt - war für die „Waldhex"-Neulinge eine aufregende Angelegenheit. Denn die Aufnahme in die Hexenschar ist schließlich mit einigen Mutproben verbunden. Nicht nur, dass die vier Neulinge (2 weiblich, 2 männlich) einen Stamm mit einer „Hexenfracht" zum Stadel ziehen mussten, auch die einzunehmende Hexenmahlzeit mit einem deftigen Hexensaft und den mit Knoblauch sowie scharfen Gewürzen gefüllten Muffins war kein Vergnügen. Das hatten aber dann andere, die mit großer Zielsicherheit Schokoküsse auf die Gesichter der Hexenprobanden werfen durften. Schließlich hatten die vier alle Prüfungen mit der verbundenen Namensvergabe bravourös bestanden, bekamen den „Hexensegen" und wurden mit Applaus in die Hexenrunde aufgenommen. Der Vorsitzende der Narrenzunft Georg Steinhauser richtete dann noch Dankesworte an die Musikanten, die Helferinnen und Helfer für ihren Serviceeinsatz und wünschte einige frohe, närrische Stunden in Osterhofen.

 

Text und Fotos Rudi Martin

 

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