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Haidgau - Nach dem Patroziniumsfest („Maria Schnee“) in Hittisweiler feierten jetzt wenige Tage später am 10. August die Ehrensberger zusammen mit Gläubigen aus dem Nahbereich in ihrer Kapelle das Patrozinium des St. Laurentius. Der 10. August ist der Gedenktag des Heiligen, der nach der Überlieferung am 10. August 258 n. Chr. den Märtyrertod durch Verbrennen auf einem glühenden Rost erlitten hatte.

 

Dargestellt wird Laurentius oft als Diakon mit Rost, so auch in der Ehrensberger Kapelle auf einem Bildnis über dem aus dem frühen 18. Jahrhundert stammenden Altar. Dargestellt wird der Heilige vielfach auch mit einem Evangelienbuch und Kreuz, mit Märtyrerpalme und als ein Diener Gottes, der ganz im Sinne praktizierter Nächstenliebe Almosen an arme Menschen austeilt


Hoch in Ehren stand der heilige Laurentius in früheren Zeiten vor allem bei der bäuerlichen Bevölkerung im süddeutschen Raum und in ganz Oberschwaben so auch im Haistergau und den angrenzenden Gemeinden. Die Ehrensberger Kapelle, die im 16. Jahrhundert erbaut wurde, 717 m hoch liegt, wurde 1990 gründlich renoviert. Das denkmalgeschützte Kleinod gehört zu den drei am höchsten gelegenen Kapellen im Raum Bad Waldsee und ist im Eigentum der Stadt Bad Waldsee.


Pfarrer i. R. Josef Mattes, Zelebrant des festlichen Patroziniums-Gottesdienstes, war sichtlich überrascht über den großen Zuspruch, den dieser Gottesdienst in diesem Jahr gefunden hatte. Alle Bankreihen in der Kleinkirche waren voll belegt worden, so dass sich etliche Gottesdienstbesucher mit Stehplätzen begnügen mussten. In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Mattes an die Bedeutung des Heiligen, der heute noch als großes Vorbild gelte, weil er eine der tragenden Säulen des Christentums, bekannt unter den Begriffen „Diakonie“, „Caritas“, „Nächstenliebe“, zu besonderer Geltung verholfen hatte.


Ganz im Sinne der Jesu-Worte: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr auch mir getan“, hatte Laurentius als Archidiakon (erster Diakon und Schatzverwalter) des ebenfalls hingerichteten Papstes Sixtus II, alle Wertsachen der Kirche verkauft und das ganze Geld an notleidende Menschen verteilen lassen. Kaiser Konstantin der Große ließ schon 330 n. Chr. über seinem Grab eine Kirche erbauen, die immer wieder erweitert wurde. Heute gehört die Basilika San Lorenzo fuori le muara zu den sieben Hauptkirchen Roms.


Laurentius ist bis heute der Nationalpatron Spaniens und Patron vieler Berufe, die mit dem Feuer zu tun haben. So gelte er auch als Patron von Feuerwehrleuten, Köchen, Schmieden, bis hin zu Wirten. „Es ist doch ein wahrer Segen, dass es auch heute noch so viele ehrenamtlich engagierte Menschen gibt, die mit ihren Diensten anderen zur Seite stehen und einfach helfen“, äußerte sich Pfarrer Mattes.


In diesem Zusammenhang bedankte sich Pfarrer Josef Mattes bei Nachbarin Anna Müller, die seit Jahrzehnten den Mesner-Dienst hier ehrenamtlich ausübt und dieses Kleinod hegt und pflegt. Im Innern sei die Kapelle ja ein Schmuckstück, nur im Außenbereich sei nicht alles so glänzend, denn man erkenne deutlich die wenig ansehnlichen Flecken am Verputz, meinte Mattes. Mit herzlichem Applaus bedankten sich dann auch all die Gläubigen, die zum Patrozinium gekommen waren, bei Anna Müller und auch bei Georg Schick, der die Gesänge auf der Mundharmonika begleitete und auch das „ Ehrensberger Laurentius-Lied“ feinstimmig intoniert hatte.

 

Fototext: Rudi Martin

 

 

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