12laurentiusHittisweiler - Nach dem Patroziniums-Gottesdienst („Maria Schnee“) in Hittisweiler feierten jetzt nur wenige Tage später am 10. August die Ehrensberger zusammen mit Gläubigen aus der Nahregion in ihrer Kapelle das Patrozinium des St. Laurentius.



Der 10. August ist zugleich der Gedenktag des Heiligen, der nach der Überlieferung am 10. August 258 n. Chr. den Märtyrertod durch Verbrennen auf einem glühenden Rost erlitten hatte. Hoch in Ehren stand der heilige Laurentius in früheren Zeiten vor allem bei der bäuerlichen Bevölkerung im süddeutschen Raum und in ganz Oberschwaben, wo etliche Kirchen und Kapellen dem Heiligen geweiht sind. Laurentius ist der Nationalpatron Spaniens und Patron vieler Berufe, die mit dem Feuer zu tun haben Die Ehrensberger Kapelle, die im 16. Jahrhundert erbaut wurde, 717 m hoch liegt, wurde 1990 gründlich renoviert und ist im Besitz der Stadt Bad Waldsee. Jetzt im Monat August 2018 ist sie „Kapelle des Monats“ der Kirchengemeinde Haisterkirch und lädt zu einem Besuch in der Stille, des Gebetes, des Auftankens und Innehaltens ein. Die ausgelegten Flyer - auch zum Mitnehmen - dienen als Impulsgeber und regen zur Meditation an.


Pfarrer Stefan Werner, Zelebrant des feierlichen Gottesdienstes, erinnerte in seiner Predigt an die Bedeutung des Heiligen gerade auch in Bezug auf unsere Zeit. Pfarrer Werner zitierte unter anderem die letzten Worte des Heiligen, die der Überlieferung nach lauteten: „Dass Ihr die Armen nicht vergesst, sie sind der Schatz der Kirche.“


Ganz im Sinne der Jesu-Worte: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr auch mir getan“, hatte Laurentius bekanntlich als Archidiakon (erster Diakon und Schatzverwalter) des ebenfalls hingerichteten Papstes Sixtus II. alle Wertsachen der Kirche verkauft und das ganze Geld an notleidende Menschen verteilen lassen. Kaiser Konstantin der Große ließ schon 330 n. Chr. über seinem Grab eine Kirche erbauen, die immer wieder erweitert wurde. Heute gehört die Basilika San Lorenzo fuori le muara zu den sieben Hauptkirchen Roms.


Dargestellt wird Laurentius oft als Diakon mit Rost, so auch in der Ehrensberger Kapelle auf einem Bildnis über dem aus dem frühen 18. Jahrhundert stammenden Altar. Zu Beginn des Gottesdienstes fand eine Tauffeier statt. Getauft wurde Emily Koller, die in nächster Nachbarschaft zur Kapelle aufwächst. Eher scherzhaft fügte Pfarrer Werner noch an: „Vielleicht übernimmt Emily einmal das Mesneramt hier in Ehrensberg.“ Die Namensdeutung ließe darauf schließen, denn Emily bedeute ja die „Eifrige“.


In diesem Zusammenhang bedankte sich Pfarrer Stefan Werner bei Nachbarin Anna Müller, die seit Jahrzehnten den Mesner-Dienst hier ausübt. Mit anerkennendem, herzlichem Applaus bedankten sich dann auch all die Gläubigen, die zum Patrozinium und zur Tauffeier gekommen waren, bei Anna Müller für ihre wertvollen, ehrenamtlichen Dienste.



Fotos und Text: Ursula Martin
 

 

  • IMG_0006IMG_0006
  • IMG_0007IMG_0007
  • IMG_0008IMG_0008

  • IMG_0009aIMG_0009a
  • IMG_0009bIMG_0009b

 

 
Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter