Haisterkirch - Es ist schon beachtenswert, wie viele Menschen sich am Sebastianstag (20. Januar) aufmachen nach Haisterkirch, um dem Festgottesdienst und der anschließenden Prozession hinauf nach St. Sebastian beizuwohnen. Manche Gruppen pilgern auch direkt zur Kapelle, um dort zu beten und um den Beistand des Heiligen zu bitten.

 

Auch bei den ungünstigen Wetterverhältnissen am Samstag mit Schneeregen und dem unangenehmen Südwestwind waren auch dieses Jahr wieder Hunderte von Gläubigen aus dem nahen und ferneren Umland zum Sebastiansfest nach Haisterkirch gekommen. Die meisten Gläubigen kamen aus den Seelsorgeeinheiten Bad Waldsee und Bad Wurzach, aus dem südlichen Landkreis Biberach und dem Schussental.

 

Die Pfarrkirche war wie gewohnt schon vor Gottesdienstbeginn um 9.00 Uhr voll belegt.
Hauptzelebrant Pfarrer Stefan Werner begrüßte die Gottesdiensbesucher und feierte zusammen mit fünf weiteren Priestern und den Gläubigen die Eucharistie. In die Schar der Gottesdienstbesucher und Pilger hatten sich auch kommunalpolitische Vertreter so Bad Waldsees Bürgermeister Roland Weinschenk, die Ortsvorsteherin Rosa Eisele (Haisterkirch), die Ortsvorsteher Achim Strobel (Reute-Gaisbeuren) und Franz Spehn (Mittelurbach) sowie der frühere MdL Helmut Kiefl (Gaisbeuren) eingereiht.

 

Festprediger war Pater Hubert Veeser, ein gebürtiger Bad Wurzacher, der heute Provinzial der Salvatorinaer Deutschlands ist und in München lebt. In seiner beeindruckenden Predigt schilderte er anhand der Lebenswege der heilig gesprochenen Märtyrer Sebastian und Maximilian Kolbe, wie diese dank ihrer Glaubenstreue all den ihnen zugefügten Verletzlichkeiten getrotzt und sich auf Jesus verlassen hatten. Sie hatten das Wagnis der Verwundbarkeit und Verletztlichkeit angenommen und ganz auf Gott vetraut. Gerade in unserer Zeit müssen viele Menschen körperliche und seelische Verletzungen ertragen. Auch ihnen möge der gekreuzigte Christus zum Heiland der Welt werden, so das Fazit des Festpredigers.

 

Die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes war ausgesprochen feierlich gestaltet worden.
Unter der Gesamleitung von Karsten Maluck wurden Teile der „Missa Katharina“ (Jacob de Haan), die in im Rahmen der letztjährigen Festwoche in der Reutener Klosterkirche zu Gehör kam, von einem 54-köpfigen Projektchor - der Haisterkircher Kirchenchor stellte davon die Hälfte - mit größter Ausdruckskraft und ganz inbrünstig vorgetragen. Brilliert hatte dabei die Sopranistin Gertrud Hiemer-Haslach (Leutkirch) mit ihrer wunderbaren, voluminösen Stimme bei den Soloparts zum Kyrie, Gloria, Credo und Agnus Dei.

 

Voller Harmonie passten dazu die Klänge eines Holzbläserquartett aus Langenargen. Organist Martin Beck hatte diese perfekt ausgebildeten Instrumentalisten mitgebracht. Er selber pendelte zwischen der Orgel und einer im Altarraum aufgestellten Orgeltruhe hin und her, um auf ganz souveräne Weise die Liedbeiträge der Pilger wie die der Chorgemeinschaft einfühlsam zu begleiten.

 

Dem Festprediger, den Priestern - einer war sogar als Sänger dabei -, den Ministranten, den Sängern des Projektchors, den Instrumentalisten und Organisten, den Mesnern und Helfern dankte am Schluss des Festgottesdienstes die 2. Vorsitzende des Kirchengemeinderats Waltraud Ruf. Nach den Dankesworten durften sich die Genannten über spontanen, riesigen Beifall erfreuen.
Wallfahrt

 

Voraus mit Fahnen und Kreuz schritten dreißig Ministranten. Die Leistung der Minis wurde an diesem Wallfahrtstag besonders gewürdigt, zumal sie am schulfreien Samstag und dazu geschlagene dreinhalb Stunden am Stück ihre ehrenamtlichen Dienste verrichteten. Oben an der Kapelle warteten weitere Pilger, die von Haidgau, Graben und Hittelkofen her gekommen waren und ebenfalls der Bitt- und Gedenkandacht um die Mittagszeit beiwohnen wollten. Den ganzen Nachmittag über trafen weitere Gebetsgruppen hier oben bei der Kapelle ein. Kapellenmesner Bernd Schmid und Ehefrau Rosmarie hatten die Sebastianskapelle schon an Weihnachten festlich geschmückt. Da an manchen Tagen auf den beiden Opferkerzenständern in allen 116 roten Glasbehältern die Kerzen brannten, achtete das Mesnerpaar darauf, dass die zurückgelegten Opferkerzen nachgelegt und wunschgemäß im Sinne der Pilger angezündet wurden.

 

Bernd Schmid wusste zu berichten, dass im vergangenen Jahr wieder über 13200 Kerzen benötigt worden sind.

 

Da waren geschätzt also wieder über 50.000 Besucher in der Kapelle im Jahr 2017. Seit zweieinhalb Monaten sind im neuen Fürbitten- und Wallfahrtsbuch schon über 100 schriftliche Einträge (zumeist Bitt- und Dankgebete) vorgenommen worden. Da nur wenige Kapellenbesucher ihre Gedanken, Bitten und Danksagungen schriftlich - oft mit Namensangabe – mitteilen, ist auch diese Zahl ein Beweis dafür, dass ungewöhnlich Menschen dieses „Kirchlein in der Einsamkeit“ aufsuchen.
Einkehr in der Gemeindehalle

 

Alle Hände voll zu tun hatten wieder die Mitglieder des Kirchenchors und deren Helfer, denn die hatten ganztägig dafür Sorge getragen, dass sich die Pilger erstmals in der Gemeindehalle mit Speisen und Getränken sowie Kaffee und Kuchen stärken konnten. Der Vorstand des Kirchenchors Herbert Eisele als „Oberkoch“ und sein Serviceteam hatten sich darauf eingestellt, nahezu doppelt so viele Einkehrer, als im Klosterhof Platz fanden, zu bewirten. Das ist in der Gemeindehalle auch bestens gelungen.

 

Die Tische und die neuen, angenehmen 250 Stühle waren geschickt aufgestellt worden, so dass es nicht so eng herging wie in der Klosteranlage, die aus technischen Gründen dieses Mal nicht zur Verfügung. Am frühen Nachmittag waren stets alle Stühle belegt. Eine Pilgergruppe aus dem Raum Biberach war ganz angetan. Deren Kommentar lautete: „Das haben die Haisterkircher ja glänzend organisiert. Hofentlich wird dies so beibehalten“.

 

Text und Bilder von Rudi Martin

 

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