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Bad Waldsee - Da hatte wohl ein Besucher recht, der das gesamte Ritual der Entmachtung des Bürgermeisters und seines Magistrats mit großem Interesse verfolgt hatte, als er anmerkte: „So viele „Großkopfete" habe ich beim Bad Waldsee Narrenrechtabholen noch nie gesehen."

 

Dass selbst der Ministerpräsident von Baden-Württemberg Winfried Kretschmann Freude am närrischen Brauchtum in Bad Waldsee gewonnen hatte, erkannte man an seinen Gesichtszügen. Die wirkten frohgemut, entspannt und erheitert. Sein überraschendes Kommen hat wohl die Parteikollegin (Grüne) und Bundestagsabgeordnete Agnieszka Brugger bewirkt, die das Waldseer Narrengeschehen offenbar aus bester eigener Erfahrung empfohlen hat.

Zur politischen Prominenz gehörte ein bekannter Fan der hiesigen Fasnet nämlich EU-Kommissar Günther Öttinger. Er beehrte die Zunft und Bad Waldsee als früherer Landesvater schon öfters mit seinem Kommen und jetzt führte ihn der Weg aus Brüssel wieder in die oberschwäbische Narrenstadt. Auch Regierungspräsident Hermann Strampfer, der aus Bad Waldsee stammende EU- Abgordnete Hans-Peter Mayer und MdL Paul Locherer gehören schon zu den Traditionsgästen. Weitere hohe Gäste kamen aus dem Adel so Albrecht Prinz von Hohenzollern und Johannes Fürst zu Waldburg, Wolfegg und Waldsee, aus dem Bereich der Wirtschaft wie Chefredakteur Hendrik Groth ( Schwäbische Zeitung) und als Präsidenten bzw. Vertreter befreundeter Zünfte General a.D. Wolfgang Schneiderhan, Otto Geng und weitere geladene Gäste, auch Bürgermeister aus der Region.

Sie alle konnten den Machtwechsell im Sitzungssaal des Rathauses miterleben. Schnell hatte sich der Magistrat ohne große Gegenwehr ergeben. Der Schultes Roland Weinschenk bekam nach Unterzeichnung der Urkunde den Strohhut – Zeichen der Machtlosigkeit – aufgesetzt. Fein pointiert hatte Hofmarschall Sven Hillebrecht seine Büttenrede mit viel Lokalkolorit und humorvollen Ausführungen auch zur großen Politik sehr lebendig vorgetragen.

Nach dem traditionellen Gang, um den „Stock" ,begleitet von der Stadtkapelle, entschwanden Gäste und Gastgeber in den „grünen Baum", wo sich das närrische Treiben fortsetzte.

Bericht und Bilder von Rudi Martin

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